♥ Jummah Mubarak ♥

Hallo und Salam Alaikum,

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

Wessen Geistes Kind bin ich eigentlich? Und wessen Geistes Kind bist Du?

Achterbahn fahren ist ja nicht meine Welt, deshalb schaue ich bei Jahrmärkten doch lieber zu als dass ich mich selbst in diese Gefahr und in diesen Nervenkitzel stürze. Meine Welt und mein Leben alleine ist schon eine Achterbahnfahrt und Nervenkitzel genieße ich durchaus am laufenden Band. Wobei…man kann hierbei „Genuss“ ganz unterschiedlich verstehen.

September hat für mich ganz eigene Emotionen und wird auch in unterschiedlicher Erinnerung bleiben:

Zum einen habe ich religiös wie standesamtlich geheiratet. Ja, ich bin vom Markt, alhamdulillah :-). Quasi, wie man im Englischen so schön sagt: „off the shelf“. Gott bin ich in Seiner unendlichen Güte, Liebe und Barmherzigkeit dankbar, dass Er mir diesen wunderbaren Mann erlaubt hat, und dass ich mein Leben mit ihm teilen darf.

Zum anderen sind aber nun leider auch schlimme Dinge passiert: Das unsäglich peinliche Muhammad-Video ist seit meiner Hochzeit in aller Munde, und es ist geradezu unerträglich, wie sich Glaubensgeschwister dadurch provozieren lassen. Am Besten wäre es diesen Schund zu ignorieren und sich den wichtigeren Dingen des Lebens zu widmen. Diese Aufwiegelei und dieses Opferrollen-Suhlen ist kaum auszuhalten.

Zudem gibt MuslimInnen, die meinen, sie seien die Frömmsten überhaupt, denunzieren sich leider bei ihren öffentlichen Hetztiraden und Diffamierungen selbst. Merken tun sie es aber nicht. Irgendwie scheint ein gewisser Schalter abmontiert worden sein. Von Spiritualität, Geschwisterlichkeit, Liebe oder Menschlichkeit fehlt bei diesen Menschen jede Spur. Islamverständnis – Fehlanzeige!

Ich kann nur bitten: Reißt Euch alle mal bitte ein wenig zusammen, zeigt mit Stolz und Würde, wer Ihr seid, und benehmt Euch nicht wie im Kindergarten. Das Leben ist einfach zu kostbar, als dass man es so unnötig und geradezu lächerlich verschwenden sollte. Die Zeit, die gerade existiert, sie kommt niemals wieder. Und gerade deshalb sollte man sich ein paar Gedanken darum machen, wie man sich selbst in dieser Welt positioniert, und wie man sich anderen gegenüber verhält – auch wenn es unterschiedliche Meinungen, Lebensstile, Positionen und Auslegungen gibt.

Lasst Euch nicht vom Hass, sondern von Liebe und Zuneigung leiten. Wir alle wollen für uns selbst akzeptiert und respektiert werden. Das bedeutet aber eben auch, dass man selbst etwas dafür tun muss. Nicht alles kann vom Gegenüber geleistet werden. Das Gute sollte von einem selbst kommen.

In diesem Sinne:

Liebt, um geliebt zu werden.

Du fragst nach einer Rose –
lauf vor den Dornen nicht davon.
Du fragst nach dem Geliebten –
lauf vor dir selbst nicht davon.
(Rumi, Das Lied der Liebe )

LG und Salam
Hannibal-Nur 🙂

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„Beleidigt sind nur Fundamentalisten“

Hallo und Salam Alaikum,

hier ein interessantes Interview mit der muslimischen Juristin und Menschenrechtlerin Seyran Ateş:

DIE ZEIT: Frau Ateş, fühlen Sie sich von dem Film Unschuld der Muslime beleidigt?

Seyran Ateş: Nein. Ich grenze meinen Glauben an Gott ab von Menschen, die diesen Gott kritisieren. Ich fühle mich von so einem Film nicht persönlich angegriffen, sondern kann ihn diskutieren.

ZEIT: Aber müssten Sie als gläubige Muslimin nicht trotzdem beleidigt sein?

Ateş: Wenn ich jemandem erlaube, mich zu beleidigen, nehme ich ihn ernst und gebe ihm Macht. Dass Beleidigungen ausgesprochen werden, heißt noch lange nicht, dass ich mich getroffen fühle.

ZEIT: Verstehen Sie, dass andere empört sind?

Ateş: Ich weiß, dass es so ist, aber nachvollziehen kann ich es nicht. Natürlich lehne ich islamfeindliche Provokationen ab, wie wir sie von Vereinen wie Pro NRW kennen. Aber dieser Film wird nicht nur benutzt, um zu beleidigen, sondern auch, um demonstrativ beleidigt zu sein. Er kann nicht der wahre Grund der plötzlichen Gewalt sein, denn er steht ja schon seit sechs Monaten im Netz. Es kommt mir vor, als ob das Internet durchgescannt wurde nach einem Anlass für politische Aktionen im Namen des Islams.

ZEIT: Mit welchem Ziel?

Ateş: Das ist die Frage. Woher kommt der extreme Hass auf den Westen, und wohin führt er? Die Fundamentalisten wollen Demokratie verhindern und die gesamte Gesellschaft nach religiösen Regeln gestalten. Gottes Wort ist ihnen Gesetz. Es soll auch für das Verhältnis der Bürger untereinander gelten. Islamische Fundamentalisten wollen keine zivile Gesellschaft unabhängig vom Glauben. Deshalb hassen sie uns.

ZEIT: Die Demonstranten werfen dem Westen Blasphemie vor. Was heißt das?

Ateş: Blasphemie ist Gotteslästerung und Verächtlichmachung des Glaubens und des Propheten. Wer so tiefreligiös ist, dass sein ganzer Alltag vom Glauben durchsetzt ist, der muss die Beleidigung Gottes persönlich nehmen und sich dagegen wehren. Jeder Kritiker des Islams ist für ihn ein Feind, egal ob die Kritik respektvoll oder respektlos geäußert wird. Der tiefgläubige Muslim ist verpflichtet, den Feind zu bestrafen.

ZEIT: Aber muss er ihn töten?

Ateş: Nein. Natürlich nicht. Nur in Pakistan, Saudi-Arabien, im Iran, in Afghanistan und neuerdings auch im Sudan steht auf Blasphemie die Todesstrafe, und sie wird aus dem Koran und den Hadithen abgeleitet. Aber das ist Auslegungssache.

ZEIT: Was steht denn im Koran?

Ateş: Der Vers 4,89 besagt: »Wenn sie sich abkehren, dann greift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet.« Das bezieht sich zunächst auf die sogenannten Heuchler, aber auch auf Abtrünnige, also Apostaten. Schließlich wird der Vers kombiniert mit der neunten Sure, Vers 65/66: »Wolltet ihr denn über Gott und seine Zeichen und seinen Gesandten spotten? Entschuldigt euch nicht! Ihr seid ungläubig geworden, nachdem ihr geglaubt hattet.« Es gibt also keine Vergebung für diejenigen, die Gott verspotten. Auch die Sure 33,61: »Verflucht sind sie. Wo immer man sie trifft, wird man sie ergreifen und unerbittlich töten«, könnte herangezogen werden, um Gewalt gegen diejenigen zu rechtfertigen, die den Islam beleidigen. Also Blasphemie wird gleichgesetzt mit Unglaube, und Unglaube gilt als größte Sünde, die ein Mensch auf sich laden kann. Darauf steht der Tod. Wie gesagt, man kann das alles auch anders deuten.

ZEIT: In der deutschen Rechtsprechung gibt es nur Rudimente eines Blasphemieverbotes, und zwar im Strafgesetzbuch.

Ateş: Bei uns ist Gotteslästerung kein Straftatbestand. Der Strafparagraf 166 regelt, dass Verächtlichmachung oder Verhöhnung einer Religion dann strafbar ist, wenn die öffentliche Ordnung gefährdet wird. Das hat nichts zu tun mit Blasphemie, wie sie in islamischen Ländern unter Strafe steht. Dort darf man Gott und seinen Propheten nicht beleidigen.

zum Weiterlesen bitte zur Homepage der ZEIT gehen: http://www.zeit.de/2012/39/Seyran-Ates-Interview-Blasphemie/seite-2

LG und Salam

Hannibal-Nur

Aufführungsverbot des Muhammad-Videos…oder nicht?

Hallo und Salam Alaikum,

Das vor einigen Tagen bekannt gewordene Muhammad-Video scheint in aller Munde zu sein, und obwohl ich hierzu eigentlich gar nichts schreiben wollte, so fühle ich mich doch etwas genötigt, Stellung zu beziehen.

Das Video „The Innocence of Muslims“ ist in Teilen auf youtube zu sehen, und ein Film, der meiner Meinung nach äußerst schlecht gemacht ist und nur provozieren soll. Das die Filmemacher – christliche Kopten – nicht auf die Idee gekommen sind, wie es in Folge der Publikation ihren Glaubensgeschwistern insbesondere in Ägypten ergehen könnte, hat man ltraurigerweise merken müssen. Das der Film religiöse Gefühle verletzt, kann ich als Muslima nachvollziehen. Dennoch halte ich den Film für etwas sehr schwach, einfältig und dumm, so dass man sich dadurch nicht provozieren lassen sollte.

Das, was in der so genannten islamischen Welt momentan passiert – angefangen vom Mord an dem amerikanischen Botschafter in Libyen, der in Brandsetzung der westlichen Botschaften (inkl. der deutschen Botschaft) im Sudan, bis hin zum provokanten Zerreißen einer Bibelübersetzung durch einen salafischen Prediger in Ägypten – hat mit der gedanklichen Mehrheit der Muslime nichts zu tun. Es ist ein aufgebrachter Mob, der es nicht besser weiß, der jahrzehntelang unter Diktaturen und Beschneidung der Presse- und Meinungsfreiheit gelitten hat, und nun Aufhänger sucht, um seinem Ärger, seiner Depression und seinem Unmut Luft zu machen. Mit Islam hat das im Endeffekt absolut gar nichts zu tun.

In der Debatte um ein eventuelles Aufführungsverbot des Films sind nun Maßnahmen des BKAs angefangen worden zu prüfen, ob ein solches Verbot Sinn macht oder eher hinfällig ist. Vordergründig geht es um die Sicherheitserhaltung des einzelnen Bürgers. Meiner Meinung nach sollte dieser Film nicht verboten aufgeführt zu werden, jedoch sollten sich diejenigen, welche es möglicherweise vorhaben, Gedanken machen, was sie damit bezwecken wollen, und vorausschauend bedenken, was sich in Folge dessen als Ergebnis präsentieren könnte.

Die meisten muslimischen Organisationen in Deutschland möchten ein Aufführungsverbot dieses Films erwirken, da es ihrer Meinung nach den Islam beleidigt. Wie obig schon erklärt, kann ich als Muslima religiös verletzt sein, jedoch muss ich zugeben, dass ich mich durch dieses Video nicht provoziert fühle. Man muss nicht päpstlicher als der Papst sein -> denken Sie an die Zeitschrift „Titanic“.

Gewaltausbrüche sind keine Lösung, und schon gar nicht eine islamische Lösung. Im Gegenteil: Peinlicherweise ist es den Gewaltmachern nicht in den Sinn gekommen, dass sie sich aufgrund ihrer Haltung und ihres Verhaltens dem Glauben nur noch mehr entfernen, und im Endeffekt keine friedliche Demonstration und Lösung des „Problems“ herbeibringen. Diese so schön einstudierte Opferrolle der Muslime kommt hierbei wieder zum Vorschein und würde durch ein Verbot nur weiter gestärkt werden. Das muss nicht sein, und dem müssen sich auch nicht alle beugen. Ich persönlich wehre mich vehement gegen diese Opferrolle, schliesslich sind wir, egal ob Muslim oder nicht, für unser Verhalten selbst (!) verantwortlich.

Wir MuslimInnen sollten über all diesen Lächerlichkeiten stehen und ein wenig Würde zeigen, und das können wir nur, indem wir uns nicht so verhalten, wie es andere haben wollen, sondern in uns gehen und einmal nachdenken, warum wohl solche Aktionen ein solches Verhalten hervorrufen.

Der Film darf zu recht kritisiert werden, aber ein Verbot halte ich nicht für sinnvoll, denn weder würde es uns MuslimInnen einen Gefallen tun, noch NichtmuslimInnen. Bei einem Verbot würde meiner Meinung nach die Islamfeindlichkeit noch mehr geschürt werden, sowie würden sich einige MuslimInnen noch wohler in ihrer Opferrolle als ohnehin schon zuvor fühlen. Würde der Film nicht verboten werden, so sollte man sich mit einem kühlen und vernünftigen Kopf dieser Sache zu wenden, oder noch einfacher: Einfach ignorieren!

In diesem Sinne Frieden an und für alle,

Hannibal-Nur

Stellungnahme des LIB e.V. – vorangegangene Provokation…

Zu den Angriffen auf westliche Einrichtungen und der vorangegangenen Provokation

Stellungnahme des LIB e.V.

17. September 2012

Der Liberal Islamische Bund ist erschüttert über die Angriffe gegen westliche Einrichtungen, die mittlerweile weltweit eskalieren. Wir verurteilen jegliche Gewaltanwendung aufs Schärfste und fordern alle Musliminnen und Muslime zur Besonnenheit auf.

Wir begrüßen die globale Ächtung des, als reine Provokation gedachten, Videos und die deutlichen Worte, die auch von politischer Seite diesbezüglich gefunden wurden.

Es ist wichtig, dass in dem Versuch, mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen die Verunglimpfungen und Provokationen vorzugehen, nicht nachgelassen wird und dass alle an einem friedlichen Miteinander Interessierten sich bei genau diesen Schritten gegenseitig stützen.

Ansonsten gibt der Qur’an in diesem Fall wohl den besten Ratschlag. Dort heißt es:

„Wir hatten für jeden Propheten Feinde bestimmt: nämlich die Satanischen (aus den Reihen) der Menschen und der Dschinn. Sie bestärken sich gegenseitig bei angeberischen Reden um zu täuschen – und hätte es dein Herr gewollt, hätten sie es nicht getan; also überlasse sie sich selbst mit dem, was sie erdichten.“ [nach 6:112]

♥ Jummah Mubarak ♥

Hallo und Salam Alaikum,

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

Mit großer Freude möchte ich hier auch kurz verkünden, dass mein Verlobter und ich vergangenen Samstag islamisch geheiratet haben und wir diesen Schritt mit Bedacht, aber auch mit viel Liebe und Zuneigung für einander, gewählt haben.

Die religiöse Eheschließung ist noch einmal etwas anderes als die standesamtliche Trauung, jedoch haben beide ihre persönlichen Besonderheiten. Auch beinhaltet die Eheschließung, sei sie religiös oder gesetzlich, Rechte und Pflichten dem Ehepartner gegenüber. So soll sie wohlüberlegt und durchdacht angegangen werden.

Zweisamkeit ist besser als Einsamkeit.

 

In der heutigen Zeit braucht man einen Menschen an seiner Seite, um durch die Höhen und Tiefen des Lebens gemeinsam zu gehen. Das Leben ist schon immer hart gewesen, sei es in Form von Wohlstand, aber insbesondere was Menschlichkeit angeht.

Wenn man sich überlegt, dass die Armut eher zugenommen, aber die Menschlichkeit abgenommen hat, so fragt man sich, woran das liegt, und wie man das als Einzelperson ändern kann.

Gut, man muss nicht gleich heiraten ;-), aber zu zweit kann man das Leben besser bewerkstelligen und meistern als alleine. Zudem ist der Mensch zwar weder Herdentier noch Einzelgänger, aber braucht seine stetige Zuwendung und Aufmerksamkeit von anderen. Und was ist besser, als diese Zuwendung und Aufmerksamkeit einem Partner geben und auch von ihm oder ihr zu bekommen.

Ich bin glücklich und zufrieden, dass ich einen Partner gefunden habe, mit dem ich in allen Phasen und Bereichen des Lebens durch dick und dünn gehen und vielseitig über alles diskutieren kann, sei es über Gott und/ oder die Welt. Alhamdulillah, dass es diesen Menschen gibt. Er lässt mich so sein, wie ich bin, und so ist es auch umgekehrt. Und auch dafür bin ich sehr dankbar.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen hier Lesenden, dass sie jemanden haben, mit dem/ der sie solche Emotionen teilen können. Denn nichts geht über Menschlichkeit, Liebe, Zuneigung, Respekt und die Freiheit, der zu sein, der man sein möchte.
*Die wesentliche Voraussetzung für Dein Glück ist die Bereitschaft, der zu sein, der Du bist*

♥ Jummah Mubarak ♥

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂