TV Tipp „Was bringt uns der Islam?“

Hallo und Assalamu Alaykum,

am kommenden Sonntag kommt die Sendung „Was bringt uns der Islam?“ auf Hessen um 16:30 Uhr.

Moschee deutsch

 

 

 

 

 

Neue Feiertage, alter Streit

Der Islam drängt in die Mitte der Gesellschaft. War der Islam bisher die Religion der Migranten, so treten die Muslime hierzulande inzwischen mit einem neuen Selbstbewusstsein auf. Moscheen sind keine Seltenheit mehr im deutschen Stadtbild.

Seit dem vergangenen Schuljahr können muslimische Kinder in Hessen den bekenntnisorientierten Religionsunterricht besuchen. Die Ausbildung von Religionslehrern und Imamen wurde offiziell den deutschen Universitäten anvertraut. Nach jahrelangen Debatten um grundsätzliche Themen wird es zukünftig in der Deutschen Islamkonferenz um konkrete religiöse Fragen gehen: So etwa um die Organisation des religiösen Lebens der Muslime in Deutschland und die Wohlfahrtspflege.

Ein islamischer Feiertag mehr, dafür einen christlichen weniger?

Davon beflügelt fordern der türkisch-islamische Verband DITIB und die eher säkulare Türkische Gemeinde in Deutschland (TGD) einen festen muslimischen Feiertag zu etablieren. Muss dafür ein christlicher Feiertag herhalten? Hätten Christen dann auch an einem muslimischen Feiertag frei, so wie die Muslime von den christlichen Feiertagen profitieren?

Mit einem „Feiertagsplanspiel“ sucht „horizonte“ nach einer Antwort auf diese delikate Frage.

Streits um Münsteraner Islam-Professor

Zudem beleuchtet die Sendung die Hintergründe des Streits um den Münsteraner Islam-Professor Mouhanad Khorchide. Die islamischen Verbände fordern seine Absetzung. Khorchide steht seit langem in der scharfen Kritik der konservativen Verbände, die ihm vorwerfen, nicht zu schreiben und zu reden wie ein rechtgläubiger Islamlehrer. Damit machen die islamischen Verbände eigentlich nur das, was die christlichen Kirchen für sich beanspruchen: Dazwischenzurufen, wenn die theologische Ausbildung an den staatlichen Universitäten nicht ihren Vorstellungen entspricht.

Doch anders als im Christentum kennt der Islam keine zentrale Glaubensautorität, die für alle Muslime spricht. Wird aber muslimischen den Verbänden das Mitspracherecht verwehrt, so könnte rasch das gesamte Staat-Kirche-Verhältnis auf den Prüfstand geraten. Haben die muslimischen Organisationen nicht die gleichen Rechte und Privilegien wie die Kirchen hierzulande?

Kurzum: Nach langen Debatten und vielen Jahren im Abseits ist der Islam nun dabei, in der Mitte der Gesellschaft anzukommen und sorgt damit für neue Diskussionen, die „horizonte“ an diesem Samstag aufgreift.

Die Moderation macht Meinhard Schmidt-Degenhard.

(Quelle: hr Fernsehen/ Horizonte)

Du hast eine Aufgabe!

Hallo und Assalamu Alaykum,

Rosenweg„Du hast eine Aufgabe zu erfüllen. Du magst tun was du willst, magst hunderte von Plänen verwirklichen, magst ohne Unterbrechung tätig sein – wenn du aber diese eine Aufgabe nicht erfüllst, wird alle deine Zeit vergeudet sein.“

(Rumi)

Diese eine Aufgabe zu finden und zu erfüllen ist für die meisten von uns DIE Herausforderung schlechthin, denn wie oft wissen wir nicht, warum wir eigentlich hier sind und was unser jeweiliger Sinn und Zweck auf Erden ist.

Wenn man herausgefunden hat, was diese eine Aufgabe ist, liegt es an jeder/ jedem Einzelnen von uns, wie wir an sie herangehen und versuchen auszuführen. Manch eine Aufgabe dauert nur einen Moment, manch andere ein Leben lang.

Euch allen einen schönen Wochenanfang. 🙂

LG und Salam

Hannibal-Nur

♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

„Jung, gläubig und emanzipiert“

Man könnte meinen, Sie wüssten schon, was jetzt kommen wird. Ich werde über junge Musliminnen schreiben, die ihr Leben selbständig in der Hand haben, ihren Weg gehen und gleichzeitig ihrer Religion gerecht werden. Damit könne ich das Thema auch schon beenden, denn was möchte man schon großartig noch lesen? Klar gibt es und gab es schon immer selbstbewusste muslimische Frauen und Mädchen, die ihren Glauben offen leb(t)en, zu ihrer Zeit Herausforderungen gegenüber stehen/ standen, und es doch schaff(t)en alles miteinander zu vereinbaren. Was also sollte ich noch sagen? Ich bin eines dieser Beispiele, die das große Glück hat (alhamdulillah) all diese Punkte in sich zu vereinen – Ja, ich bin (noch) jung! Ja, ich bin gläubig und ich stehe 100%ig dazu! Und ja, ich bin emanzipiert! …wie übrigens viele andere junge, gläubige und emanzipierte Musliminnen auch!

Was also ist der Haken am Ganzen? Man könnte sich die Frage stellen, bis wann man als „jung“ gilt, ab wann man als „gläubig“ zu verstehen ist, oder wo fängt die „Emanzipation“ an und wo hört sie auf? Ist Emanzipation nur auf Frauen bezogen, oder könnten auch Männer emanzipiert sein? Geht es in der Emanzipation nur um Feminismus, ergo Feministinnen? Oder kann man nicht davon schlichtweg ausgehen, dass muslimische Frauen eigentlich schon zu Zeiten des Propheten saw diese Eigenschaften in sich trugen?

In der heutigen Zeit wird Emanzipation wie folgt definiert:

„Die Emanzipation im Zusammenhang mit der Frau beschreibt im Allgemeinen den Prozess der politischen und gesellschaftlichen Gleichstellung von Männern und Frauen, durch selbe Rechte und Pflichten.“

Wenn man sich nun fragt, was der Islam denn damit zu tun habe, kann man durchaus dazu berechtigt sein, denn Emanzipation kann im weltlichen, aber auch im religiösen Sinne verstanden werden. Dazu muss man wissen, was die Einstellung des Islams gegenüber dem Mann und der Frau und deren Gleichstellung ist. Es ist logisch nachvollziehbar, dass eine tatsächliche Gleichstellung zwischen Mann und Frau bedeuten würde, dass alle Männer und Frauen aller Gesellschaften absolut identische Pflichten und Rechte hätten.

Rose

 

 

 

 

Wenn man sich unsere Gesellschaft anschaut, dann wird man sich – auch, oder sogar insbesondere im weltlichen Sinne – bewusst, dass eine vollständige Emanzipation gar nicht existiert bzw. existieren kann. Zwar existiert unsere Wehrpflicht für junge Männer nicht mehr, aber als er noch existierte, mussten Frauen weder diesen noch den Zivildienst antreten. Die Logik dieser Verpflichtung ist selbsterklärend, da Frauen aufgrund ihrer physischen Konstitution für Kriege etc. weniger dafür geeignet sind, wobei es durchaus Ausnahmen gibt und man ihnen den Zugang zu solchen Möglichkeiten sicher nicht verwehren sollte. Aber um mal zurück zu dieser Gleichheit von Männern und Frauen zu kommen, so wird ziemlich schnell deutlich, dass eine absolute Gleichheit weder im Sinne von Männern noch von Frauen ist, insbesondere durch die Tatsache, dass beide unterschiedlicher physiologischer Beschaffung sind.

Gott hat den Mann und die Frau mit verschiedenen Stärken und Schwächen erschaffen. Auch wenn man an Gott nicht glaubt, besteht die Tatsache weiterhin, dass der Mann und die Frau unterschiedliche Gaben, Talente und Möglichkeiten haben, die einfach nicht zu leugnen sind. Fakt ist, dass Gott sich etwas dabei gedacht hat, als er dann auch entsprechend ihrer Beschaffenheiten dem Mann und der Frau verschiedene Recht und Pflichten gab. Und wenn wir einfach mal logisch nachdenken, dann wird sich uns der Sinn erschließen, dass Frauen und Männer nicht nach den exakt gleichen, äußeren Umständen leben können. Auch hier gibt es natürlich Ausnahmen, und diese sollte man den einzelnen Personen nicht verwehren, jedoch wäre es auch unsinnig sie völlig außer Acht zu lassen.

Der Qur’an erkennt den Unterschied zwischen den Geschlechtern in wunderbarer Weise an:

quran_rose_palets„Und es gehört zu Seinen Zeichen, dass Er euch aus euch selbst Gattinnen erschaffen hat, damit ihr bei ihnen Ruhe findet; und Er hat Zuneigung und Barmherzigkeit zwischen euch gesetzt. Darin sind wahrlich Zeichen für Leute, die nachdenken.“

(Qur’an 30:21)

 

Es gibt eine Gerechtigkeit zwischen uns Frauen und Männern. Der liebe Gott ist sehr schlau, indem Er uns keine identischen, sondern vielmehr ergänzende Rechte und Pflichten zuschreibt. Es gibt viele Rechte und Pflichten, die jeweils nur für den Mann oder nur für die Frau bestehen. Ein Beispiel wäre das Tragen von Goldschmuck und Seide ein „Verbot“ für die Männer, während Frauen es erlaubt sind zu tragen. Männer neigen mehr zur Zurschaustellung als Frauen, und das soll dadurch vermieden werden. Ein anderes Beispiel wäre die Erziehung von Kindern. Zwar sind beide, also Vater und Mutter, in der Pflicht sich um die Kleinen zu kümmern, jedoch gilt tatsächlich der größere Pflichtanteil der Frau, denn sie ist meistens einfühlsamer, geduldiger und emotional zugänglicher als der Mann. Sie hat aber durch diese Pflicht auch ein Recht „gewonnen“, denn als Mutter wird die Frau noch mehr respektiert und geachtet als sie ohnehin schon respektiert und geachtet wird (bzw. werden soll – schließlich wissen wir ja nun leider, dass die Realität oftmals anders aussieht und Respekt und Achtung erst noch einmal anerzogen werden muss).

Rosa Tisbeh

 

“Das Paradies liegt zu den Füßen eurer Mütter.“

(überliefert von Ibn Majah)

 

Der Qur’an vermittelt uns unmissverständlich, dass der Wert eines Menschen NICHT durch sein Geschlecht und den damit verbundenen Rechten oder Pflichten wertvoller oder weniger wertvoll ist:

quran_rose_palets„O ihr Menschen, Wir haben euch aus Mann und Frau erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander erkennen mögt. Wahrlich, vor Allah ist von euch derjenige am meisten angesehen, der der Gottesfürchtigste ist.“

(Qur’an 49:13)

 

Ein Zitat des Propheten saw, überliefert von Abu Dawud, unterstreicht die grundsätzliche Gleichheit von Mann und Frau vor Gott:

„Sie (die Frauen) sind die Zwillingshälfte der Männer.“

Wenn wir zu den heutigen jungen, gläubigen und emanzipierten Musliminnen zurückkommen, dann wird uns bewusst, warum sie diese Attribute tragen. Auch wenn wir oftmals von unwissenden Menschen als tragische Opfer unserer Religion oder auch wahlweise unserer Männer/ männlichen Verwandten etc. verstanden werden, so sollte jenen bewusste werden, dass eben diese Musliminnen nun langsam, aber sicher, nach und nach aufstehen und sich gegen dieses Bild über sie wehren.

jung und gläubig

Es gibt so viele junge, gebildete, engagierte UND emanzipierte Musliminnen, die sich in der Tradition des Propheten sehen und Gott in ihrer Hingabe, aber auch weichen Stärke gerecht werden möchten. Es gibt genügend muslimische Frauen, die versuchen die Frau aus ihrer primär von Männern nachgeordneten Rolle im sozialen, wirtschaftlichen, politischen und öffentlichen Raum zu befreien, indem sie sich selbst all dem öffnen, dafür kämpfen die Ungleichheit von Mann und Frau aufzuheben.

 

Im Islam gibt es keine Ungleichheit zwischen den Geschlechtern. Nur die Muslime müssen das neu erlernen.

Es ist, Gott sei Dank, schon soweit, dass es offene und gesprächsbereite Musliminnen gibt, die ihren Glauben mit einer weiblichen Stärke leben, dass es einen richtig stolz machen kann, zum Ursprung, wie eine Frau in ihren Eigenschaften respektiert und geachtet werden muss, zurückzukehren und diesen anderen verständlich beizubringen.

Ich kenne junge, gläubige und emanzipierte Musliminnen mit und ohne Kopftuch, und muss sagen, dass ich auf all meine Schwestern, die hart für ihr Recht, das ihnen gottgegeben zusteht, kämpfen, unsagbar stolz bin. Es ist nicht einfach, als Gläubige – egal wie gekleidet – in dieser Gesellschaft zu bestehen, ernst genommen zu werden und tagtäglich weiterzumachen, damit irgendwann auch der letzte Mensch verstanden hat, dass die muslimische Frau in allen ihren Möglichkeiten das Recht hat das zu machen, was sie erreichen möchte, sei es in Wissen, im Beruf, in der Liebe, in der Familienplanung, und in der Glaubenspraxis und Spiritualität.

Die neue Generation junger, gläubiger und emanzipierter Musliminnen zeichnet sich durch sehr viele Eigenschaften ab. Man kann hierbei von einem „Gender Dschihad“ sprechen, denn Wissen ist Macht, und Frauen lernen ihre Emanzipation durch Wissenserwerb voranzutreiben, und das Wissen in ihrem Leben umzusetzen. Das Bildungsinteresse, sei es weltliches oder religiöses Wissen, erfreut sich stetigen Wachstums, und in der Öffentlichkeit kommen immer mehr sehr gebildete und gut informierte Musliminnen zum Vorschein, denn: Sie haben sich mitzuteilen. Sie sind die Hälfte der Gesellschaft; sie sind die Hälfte der Menschheit; sie sind die Zwillingshälfte der Männer.

Nicht umsonst heißt es sinngemäß:

„Bilde einen Mann, und Du bildest eine ganze Familie.

Bilde eine Frau, und Du bildest die gesamte Menschheit.“

Was am Allerschönsten ist, dass sich junge, gläubige und emanzipierte Musliminnen intensiv mit den religiösen Quellen, insbesondere mit dem Qur’an beschäftigen. Vorreiterin ist die sicher bekannteste islamische Feministin Fatima Mernissi, welche glaubt, dass der Qur’an aufgrund der über Jahrhunderte vorherrschenden patriarchalischen Kulturen und Traditionen einseitig übersetzt und interpretiert wurde. Deshalb gelte es, ihn heute neu zu lesen und zu interpretieren. Und genau das geschieht derzeit, indem bildungshungrige und Gerechtigkeit fordernde, junge muslimische Frauen sich das Wort Gottes vornehmen und dieses aus femininer Perspektive neu deuten und weitergeben.

quran_rose_palets„Lies im Namen deines HERRN, der erschuf. ER erschuf den Menschen aus ‚Alaq („etwas, das sich anklammert“). Lies, und dein HERR ist Der Ehrwürdigste, Der (das Schreiben) mit dem Schreibgerät lehrte, ER lehrte den Menschen, was er nicht kannte.“ (Qur’an 96:1-5)

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

Stoppt die Hinrichtung von Michelle Byrom (auf Englisch)

Hello and Salam you all,

the 27th of March seems to be a serious execution date for Mississippi death row inmate Michelle Byrom.

She is my penfriend of nearly two years, and I am really upset about these news. Justice is not by taking a life by law.

Only God is allowed to give and take life.

„If ye punish, then punish with the like of that wherewith ye were afflicted. But if ye endure patiently, verily it is better for the patient.“ (Qur’an 16:126)

If you want to show solidarity and ask Governor Phil Bryant to stop the execution – he has the power to do so – then please use some of your free time NOW in order to write to him via letter or e-mail at:

Governor Phil Bryant

P.O. Box 139

Jackson, MS 39205
USA

Telephone: 601.359.3150

Email: http://www.governorbryant.com/contact/

Twitter: https://twitter.com/PhilBryantMS
Facebook: https://www.facebook.com/im4phil
You may also contact Mississippi Attorney General – Hon. Jim Hood

MS Attorney General’s Office

P.O. Box 220

Jackson, MS 39205
USA

Telephone: 601-359-3680

Email: http://www.ago.state.ms.us/contact/ (form)

Twitter: https://twitter.com/MississippiAGO
Facebook: https://www.facebook.com/pages/Mississippi-Attorney-Generals-Office/113244602045300
(Attorney General Hood is the one asking for the execution date. PLEASE NOTE: You may want to include something in your letter to him that Michelle has suffered abuse since childhood. He has lead a campaign in Mississippi to prevent violence against women.)

THIS IS URGENT, AS THE 27TH OF MARCH IS THIS COMING THURSDAY.

PLEASE HELP WITH A LETTER AND SHARE THIS MESSAGE FOR MANY PEOPLE TO REACH.

If you have further questions, please do not hesitate to contact me, or her friends Luke Haydn Charles, Heidi Isabelle Holthe Moan or Amelia Steadman McGowan.

„And verily who so is patient and forgiveth – lo! that, verily, is (of) the stedfast heart of things.“ (Qur’an 42:43)

Thank you and God bless you.

Sincerely and peace,

Hannibal-Nur (Caroline)

♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

„Die Todesstrafe: Akt der Barmherzigkeit oder der Vergeltung?“

Das Thema „Todesstrafe“ ist ein sehr schwieriges und kontroverses Thema. Man könnte meinen, es gibt ungefähr so viele Menschen, die für sie stehen, wie genauso viele, die gegen die Todesstrafe sind. Manche sind sich auch nicht sicher, ob sie dafür oder dagegen sein sollen, da es für den einen oder anderen auf die Situation ankommt. Oftmals ist es so, dass wenn andere betroffen sind, man eher nachsichtig(er) und/ oder mild(er) urteilt, aber wenn man selbst Teil eines Unglücks ist, und jemand aus der Familie oder Freundeskreis ermordet worden ist, dann ist man eher geneigt „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ zu denken.

Timothy McVeigh

Ich bin das erste Mal mit der Todesstrafe so nah „in Berührung“ gekommen, als ich 2000/ 2001 in Los Angeles arbeitete, und während dieser Zeit der Oklahoma-Bombenattentäter Timothy McVeigh am 11. Juni 2001 durch die Giftspritze hingerichtet wurde. Ich werde diesen Tag niemals vergessen, denn es war überall in den Medien zu verfolgen – die USA macht gerne ein Mediendrama über deren Hinrichtungen (wie mir scheint) – und des Nachts habe ich ziemlich schlecht schlafen können. Danach hatte ich beschlossen mich mehr mit dem Thema Todesstrafe auseinanderzusetzen, darüber zu lesen, mich mit den Verhältnissen in den Todestrakten auseinanderzusetzen und einzelne zum Tode Verurteilte und deren Prozesse in den USA zu verfolgen.

BriefeIn 2006 entschied ich mich Brieffreundschaften mit zum Tode Verurteilten zu pflegen. Warum? Aus dem ganz einfachen Grunde, dass auch diese Menschen Grundbedürfnisse haben, die gestillt werden wollen. Wenn man die Situation in den Todestrakten kennt, weiß man, dass diese Brieffreundschaften oftmals der einzige Kontakt zur Außenwelt sind – abgesehen von anwaltlichen Schreiben oder, was selten ist, Familienkontakt. Man wendet sich von diesen Menschen ab. Ganz gewiss ist das zum Teil nachzuvollziehen, allerdings halte ich nichts davon, wenn man sie noch weiter bestraft, indem man sie komplett ignoriert und ihrer Zelle isoliert versauern lässt. Ein Brief oder eine Karte ist oftmals der einzige Lichtblick am Tag.

deth rowIn 2007 stand ich das erste Mal vor der Situation, dass eine Brieffreundin hingerichtet werden sollte. Ihr Hinrichtungsdatum wurde zweimal verschoben, im Abstand von zwei Wochen, und dann ausgesetzt. Sie lebt heute noch, alhamdulillah, aber wohnt noch immer im Frauentodestrakt von Texas. Wie es um ihre Zukunft steht, ist bis heute ungewiss. Eine andere Brieffreundin, auch aus Texas, hat ihre Todesstrafe mittlerweile in lebenslang umgewandelt bekommen. Nach 8 Jahren Isolationshaft in ein normales Gefängnis zu kommen, bedarf einer Umstellung, mit der sie zuerst überhaupt nicht klarkam. Sie wurde weder darauf vorbereitet noch gewarnt und musste sich erst ganz langsam an ihr neues „Zuhause“ gewöhnen. Es dauerte fast ein Jahr, bis ich wieder von ihr hörte. Ähnlich ging es einem deutschen Inhaftierten, mit dem ich mich seit 2006 schreibe. Auch er war im Todestrakt, allerdings 22 Jahre in Arizona. Aufgrund seiner geistigen Schwäche – in den USA dürfen Menschen, die durch ein psychisches Gutachten weniger als 70 IQ besitzen, nicht hingerichtet werden – wurde seine Todesstrafe in lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Wir schreiben uns noch immer.

Mittlerweile schreibe ich mich mit drei Frauen, die zum Tode verurteilt worden sind, und zwei Frauen wie einem Mann, die lebenslänglich sitzen.

Michelle ByromEiner der zum Tode Verurteilten Frauen, Michelle Byrom, steht nun vor der Ungewissheit, ob sie demnächst hingerichtet wird oder nicht. Die Medien und einschlägigen Webseiten, die über die Hinrichtungen berichten bzw. die Listen der Todeskandidaten aktualisieren, haben ihren Namen nun auf die Liste gesetzt und den 27. März als „Hinrichtungstermin“ bestätigt. Allerdings ist noch gar nichts bestätigt, denn wie Michelle selbst schreibt, scheint dieses Datum nur dafür zu sein, dass das Gericht bis dahin entscheidet, ob es einen Termin festlegt, oder nicht. Ich urteile nicht darüber, was sie verbrochen haben soll, und ich bin auch niemand, die sagt, dass eine Todesstrafe gerechtfertigt ist. Ich bin eher der Meinung, dass der Staat nicht über das Leben eines Menschen entscheiden darf, denn nur Gott entscheidet bzw. gibt und nimmt Leben.

Hier kann ich alle Leserinnen und Leser nur bitten, dass sie an Michelle Byrom denken und für sie beten.

Die Todesstrafe wird im Qur’an erwähnt, geht aber in Richtung ihrer Abschaffung. Er kennt mögliche Todesstrafen, aber keine in dem Sinne zwingende gesetzliche Todesstrafen. Es ist eher so, dass er verlangt „dem Besten der Schrift“ zu folgen, was bedeutet geduldig zu sein und von solch einer Strafe abzusehen bzw. diese auf einen Betrag festzulegen. Man muss dazu sagen, dass es damals keine Gefängnisse wie heute gab.

Quran“Deshalb haben Wir…verordnet, dass, wenn jemand einen Menschen tötet, ohne dass dieser einen Mord begangen hätte, oder ohne dass ein Unheil im Lande geschehen wäre, es so sein soll, als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, es so sein soll, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen mit deutlichen Zeichen zu ihnen; dennoch, selbst danach begingen viele von ihnen Ausschreitungen im Land.” (Qur’an 5:32)

 

Eine der schwersten Sünden ist es, jemandem vorsätzlich das Leben zu nehmen. Der Qur’an drängt aber die Familien und Opfer zur Vergebung und dazu, Gnade zu zeigen, auch unter den entsetzlichsten Umständen:

Koran 1“In der Wiedervergeltung ist Leben für euch, o ihr, die ihr einsichtig seid! Vielleicht werdet ihr Allah fürchten.”         (Qur’an 2:179)

 

Im islamischen Recht besteht keine Einigkeit darüber, wann und ob die Todesstrafe heute anzuwenden ist, denn in den islamischen Rechtskreisen und Gesellschaftsschichten gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Verhängung der Todesstrafe. Mögliche Schuldsprüche und Todesurteile müssen unter strengsten Auflagen erfolgen, so dass die Todesstrafe eine außergewöhnliche Strafe ist und bleibt:

Erhobener Zeigefinger

 

„…nimm nicht das Leben, das Gott unverletzlich gemacht hat, außer auf dem Wege der Gerechtigkeit und des Rechts. So hat Er euch gebietet, auf dass ihr Weisheit lernt.“ (Qur’an 6:151)

 

Im Qur’an steht, dass vorsätzlicher Mord oder schwere Körperverletzung durch Hinrichtung oder Verstümmelung, oder aber auch durch die Bezahlung eines Bußgeldes an die Familie des Opfers gesühnt werden kann. Allerdings ist es auch so, dass die Familie oder Verwandten darauf bestehen könnten, dass der Täter/ die Täterin hingerichtet wird. Im Qur’an steht jedoch auch, dass Vergebung und Barmherzigkeit im Vordergrund stehen müssen:

prayer beads„Darum, wenn ihr auf einen Angriff (im Streit) antworten müsst, antwortet nur im Maße des gegen euch gerichteten Angriffs; aber euch mit Geduld zu betragen, ist fürwahr besser für (euch, da Gott mit) jenen (ist), die geduldig in Widrigkeit sind.“ (Qur’an 16:126)

Die religiösen Quellen machen häufig darauf aufmerksam, dass Gott vergebend und barmherzig ist, deshalb sollte auch bei der Anwendung des Gesetzes Vergebung und Erbarmen im Vordergrund stehen. Der Qur’an sagt:

Quran 2„Und nehmt keinem Menschen das Leben – (das Leben) das Gott heilig zu sein gewollt hat – außer in (der Ausübung von) Gerechtigkeit Darum, wenn irgendjemand unrechtmäßig getötet worden ist, haben Wir die Verteidiger seiner Rechte ermächtigt (eine gerechte Vergeltung zu üben); aber selbst dann sollte er die Grenzen der Gerechtigkeit im (vergeltenden) Töten nicht überschreiten. (Und was den angeht, der unrechtmäßig getötet worden ist -) siehe, ihm wird fürwahr (von Gott) beigestanden.“ (Qur’an 17:33)

Da Irren menschlich ist und da die Gefahr eines möglichen Missbrauchs besteht, entspricht deshalb schon beim leisesten Zweifel an den Beweisen Erbarmen und Barmherzigkeit eher dem rechten Glauben als eine Hinrichtung anzufordern:

Quran 1„Aber überdies, wenn einer geduldig in Widrigkeit ist und vergibt – dies, siehe, ist fürwahr etwas, sein Herz daran zu hängen.“ (Qur’an 42:43)

 

TodesstrafeDie Krux an der ganzen Angelegenheit ist, dass selten aus qur’anischer Perspektive die Todesstrafe beleuchtet und erörtert wird. Der Qur’an schreibt vor, dass man Zweifel anmelden muss, was die derzeitige Umsetzung der Todesstrafe angeht, denn diese ist aus Sicht des Qur’ans an etliche Bedingungen geknüpft, die jedoch gegenwärtig kaum Beachtung finden.

Natürlich gibt es auch in den USA (hier als Beispiel, weil ich es obig erwähnte) ein ausgeklügeltes Rechtssystem, was die Todesstrafe angeht, und es sind auch dort etliche Bedingungen damit verbunden, bevor solch eine Strafe überhaupt verhängt werden kann. Nur hängt die Frage im Raum, ob damit wirklich Gerechtigkeit ausgeübt oder nur Vergeltung ausgeübt wird?!

Gerechtigkeit kennt der Mensch im Todestrakt kaum noch. Wie will man einem solchen Menschen gerecht werden, wenn dieser jahrzehntelang in der Todeszelle sitzt, bevor er überhaupt seiner zugesprochenen Strafe ins Auge blicken muss? In diesen Todestrakten zu sitzen ist in sich selbst schon fast Höchststrafe, da scheint die Hinrichtung für manche schon fast eine Erlösung zu sein – siehe die beiden Brieffreunde, die aus dem Todestrakt gekommen sind und nun als lebenslang Inhaftierte, die sich erst einmal an eine halbwegige Zivilisation wieder gewöhnen müssen, ihr Dasein fristen müssen.

Die Folgenreichste von allen Strafen ist letztlich die Todesstrafe und deswegen muss man sich dafür einsetzen, dass diese so lange ausgesetzt wird, bis wirkliche Gerechtigkeit geübt werden kann. Als gläubige Menschen sollten wir uns gegen die Anwendung der Todesstrafe engagieren.

Das Thema „Todesstrafe“ ist hier wirklich nur angeschnitten worden, allerdings macht es einen wichtigen Teil unseres Lebens aus, sei es direkt oder indirekt, denn wenn wir uns mit dem Glauben, aber auch mit uns Menschen beschäftigen, kommen wir nicht umhin zu überlegen, wie wir einzeln zu ihr stehen und was wir von ihr halten. Da ich es mir zur Aufgabe gemacht habe postalischen Kontakt mit zum Tode Verurteilten zu haben – denn jede Person hat ein Recht auf Kontakt mit anderen (Isolation ist schon eine grausame Strafe in sich selbst) – halte ich es für wichtig sich mit dem Thema zu beschäftigen, denn hier geht es um Menschenleben. Nur Gott ist erlaubt Leben zu geben und zu nehmen.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen nachdenklichen, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur

Nur Gott darf Leben Geben und Nehmen

Hallo und Assalamu Alaykum,

Auch wenn diese Petition in englischer Sprache ist, bitte ich Euch diese zu unterschreiben.

Todesliege

 

 

 

 

 

 

Michelle ByromMichelle Byrom is derzeit im Todestrakt von Mississippi, seit fast zwei Jahren meine Brieffreundin, und soll am 27. März – heute in einer Woche – hingerichtet werden.

 

Damit das nicht passiert, solidarisiert mit ihr und helft mit Eurer Unterschrift.

Denn nur Gott ist erlaubt Leben zu geben und zu nehmen.

Vielen Dank und seid Gott anvertraut.

https://www.change.org/petitions/gov-phil-bryant-stop-the-execution-of-michelle-byrom

LG und Salam

Hannibal-Nur

Sufis in Bremen

Hallo und Assalamu Alaykum,

Rose

 

es gibt sie tatsächlich:

Die Sufis in Bremen. 🙂

 

 

Lange habe ich gesucht, und heute gefunden. Das Warten und meine Geduld wurden belohnt.

Wer in Bremen oder Umgebung wohnt und Interesse hat, der bzw. die kann unterschiedliche Sufi-Aktivitäten besuchen.

Unter anderem gibt es folgende Veranstaltungen:

– Meditationsabende
– Heilkreise
– Gesprächsabende zum Sufismus
– Tänze des Universellen Friedens
– Universelle Gottesdienste (3-4x im Jahr)

Die meisten Veranstaltungen finden in Bremen-Findorff statt.

Weitere Aktivitäten und Treffen sind sicherlich nachzufragen.

Kontakt:
Jan Alim Mütinga
Tel. 0421 370575
Email: j.muentinga@web.de

Dem Einen entgegen,
der Vollkommenheit

von Liebe, Harmonie und Schönheit,
dem einzig Seienden,
vereint mit all den erleuchteten Seelen,
die den Meister verkörpern,
den Geist der Führung.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂