Gottesvertrauen

Hallo und Salam Alaikum,

Jeden Tag schlage ich den Qur’an spontan aufs Neue auf und finde eine Aya, die mich berührt und zum Nachdenken verleitet.

Heute ist es Qur’an 4:132 –

„Und Gott gehört alles, was in den Himmeln ist, und alles, was auf Erden ist; und keiner ist so des Vetrauens würdig wie Gott“

Wenn ich den richtigen Bezug zur Aya finde, kann ich dem nur zustimmen, denn im Endeffekt ist wirklich keiner so vertrauenswürdig wie Gott. Kein Mensch kann Ihm das Wasser reichen. Ihm gebührt der Vertrauensvorschuss seit Anbeginn.

Die Menschen hingegen müssen sich dieses Vertrauen erst einmal erarbeiten. Die meisten scheitern dran, und so sieht man wieder einmal, wie sich der Kreis zuzieht:

So höre und vertraue auf Gott mit Körper und Geist. Öffne Dein Herz, und der Geliebte wird kommen.

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Tradition und Pflicht im Ramadan

Hallo und Salam Alaikum,

ich bin auf einen sehr interessanten Artikel von Qantara gestoßen, den ich mit Ihnen teilen möchte:

http://de.qantara.de/wcsite.php?wc_c=16853

Ramadan fängt voraussichtlich heute Abend nach dem Maghreb-Gebet an, somit wäre morgen der erste Fastentag für diejenigen, die sich entscheiden mitzufasten. Dieser Artikel macht darauf aufmerksam, dass fasten nicht gleich fasten bedeutet, und dass man den Ramadan in seiner Vollkommenheit und Individualität kaum kennt, aber man sich einiger Dinge bewusst werden sollte.

Ramadan ist für viele ein sehr wichtiges und persönliches Ritual. Es gibt Muslime, die werden die Tage nach den hiesigen Gebetszeiten fasten. Auch gibt es Muslime, die zu mekkanischen Gebetszeiten fasten werden. Wiederum andere Muslime werden teilweise oder gar nicht fasten, aber sich anderweitig mit Ramadan beschäftigen. So unterschiedlich und individuell die Menschen sind, so unterschiedlich und individuell sind ihre Praktiken, wenn es um den wunderbaren heiligen Monat Ramadan geht.

Jeder für sich, ob er oder sie fastet oder nicht, wird den Ramadan als einen besonderen Monat erleben.

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern einen schönen, besinnlichen und gesegneten Ramadan.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

Kommentar „Im Netz von Salafisten“

Die ARD-Dokumentation „Im Netz von Salafisten – Wie radikale Muslime junge Menschen verführen“ hat einige besonders besorgniserregende, aber auch teils übertriebene Situationen dargestellt.

Abgesehen von den meiner Meinung nach zu recht besorgten Eltern sind viele Kritiken, Ängste und Sorgen zutage getreten, die auf der einen Seite nachvollziehbar sind, jedoch auf der anderen Seite zu einseitig dargestellt worden sind.

Folgende Punkte sind mir aufgefallen:

1. Es wurden mehrere islamische Prediger vorgeführt, die unter Beobachtung stehen, und in der Szene hinreichend bekannt sind…auch unter den nicht Salafi-orientierten Muslimen. Wie diese dargestellt worden sind, und wie sie sich gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen verhalten haben, zeigt meiner Meinung nach ihre Unsicherheit, obwohl sie sich ihrer Worte und Handlungen und deren Tragweite durchaus bewusst sind. Den meisten hier lesenden MuslimInnen sind die Namen von Muhammad Ciftci alias Abu Anas, Abu Abdullah, Ibrahim Abou Nagie und Pierre Vogel bekannt. Ihre Vorgehensweise, auch in den Einzelfällen ist oftmals, wenn auch nicht bei allen, bekannt. Die Kommentare oder auch Ignoranz von Beantwortung berechtigter Fragen lassen auf einiges schließen, nur keine konsequente Sicherheit ihrer selbst. Abu Anas’ Kommentar, was Frauen erlaubt und verboten sei, und wie Gott mit einer Frau, die kein Kopftuch trägt, umgeht und was für Schmerzen sie erleiden wird, grenzte an nicht nachvollziehbaren Wahn, der nicht religiös oder sozial zu verteidigen ist. Auch Abu Abdullahs abfälliger Kommentar zum Israel-Palästina Konflikt über Juden hat nichts mit islamischem oder sozial-moralisch anständigem Verhalten zu tun. Noch bizarrer und unglaubwürdiger ist es, dass er nicht auf die Frage, weshalb er Juden beschimpft, reagiert, sondern stillschweigend im Inneren der Gebetsräume verschwindet.

2. Es wurden speziell zwei Moscheen bzw. Gebetsräumlichkeiten vorgeführt. Zum einen die Al-Barakha Moschee in Pforzheim, sowie die Al-Nur Moschee in Berlin. Von erster Gebetsräumlichkeit wusste ich bis heute nichts, aber die Al-Nur Moschee ist für ihre radikal-salafische Auslegung und Praxis hinreichend bundesweit bekannt. Mir persönlich würden durchaus andere Salafi-Hochburgen einfallen, welche größeren Einfluß als die in Pforzheim haben und pflegen.

3. In Bremen wollte ein Aussteiger aus der Salafi-Szene nicht erkannt werden. Meiner Meinung nach reicht diese Angst schon an die der Scientology-Aussteiger, die oftmals viel zu befürchten haben, wenn sie nicht in den Schoß der Gruppierung zurückkehren. Mich würde es bei den Salafi-orientierten Muslimen nicht wundern, wenn es bei ihnen ähnlich abläuft. Aber bisher gibt es noch keine genauen Rückschlüsse und Erzählungen, als dass man es ihnen nachweisen könnte.

4. In deutsch-sprachigen Islam-Seminaren, die meistens über die Oster- und Weihnachtsfeiertage organisiert sind, wird die Integration in die deutsche Gesellschaft als verboten propagiert. Ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen, allerdings scheinen diese Islam-Seminare durchaus meiner Meinung nach diesen Anschein zu machen, und wirken auf Muslime wie mich nicht förderlich für den Islam und seine Anhänger, sondern eher als Bedrohung.

5. Gut finde ich die Erwähnung von Claudia Dantschke und Ahmad Mansour, auch wenn zu wenig Details ihrer Arbeit in der Sendung gezeigt wurden. Diese können aber bei Interesse aus ihrer Broschüre „“Ich lebe nur für Allah“ – Argumente und Anziehungskraft des Salafismus“ nachgelesen werden.

Ich fühle großes Mitleid wie auch Schmerz für die Mutter, die ihren Sohn in Afghanistan verloren hat. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass diese Dokumentation ein sehr einseitiges Bild gezeichnet hat. Man darf hier nicht vergessen, dass dieser Film ausschließlich von der Gruppierung der Salafi-orientierten Muslime und ihren Methoden, und NICHT von MuslimInnen im Allgemeinen handelt. Deshalb muss beachtet werden, dass hier nicht alle MuslimInnen in einen Topf geworfen werden. Nicht jeder Muslim ist ein Salafi, nur weil er ein Gebetskäppi zum Gebet oder gar im Alltag trägt. Ich kenne wenige, die das tun, aber es gibt sie. Auch ist nicht jede Muslima mit Kopftuch dem Salafismus zuzuordnen. Weit gefehlt.

Die Gruppierung der Salafi-orientierten Muslime ist eine Minderheit, die nur groß erscheint, weil sie sich in der Öffentlichkeit als Einheit präsentieren und dadurch diesen Eindruck vermitteln. Tatsächlich sind sie aber im Vergleich zur restlichen muslimischen Bevölkerung ein kleiner Prozentsatz. Deshalb ist es auch für diejenigen, die Sorge haben, dass ihre Kinder, Freunde, Bekannte, die sich für den Islam interessieren und eventuell auch konvertieren, in diese Szene abrutschen könnten, wichtig zu wissen, dass die Angst zwar berechtigt sein, aber nicht übertrieben werden darf, denn die meisten, die zum Islam konvertieren, schlagen nicht den Weg der salafi-orientierten Auslegung und Praxis ein, sondern entwickeln sich aufgrund von gesunder Neugier und Gebrauch des Verstandes weiter, um sich einen religiösen, aber dennoch persönlichen Weg zu ebnen, der sie näher zum Glauben, somit zu Gott bringt.

„Und DU bist KEIN Muslim (mehr)…“

Hallo und Salam Alaikum,

Unter der Rubrik „Konvertiert und Nachdenkend“ ist ein neuer Text zum Thema: Takfir

Da leider viele Musliminnen und Muslime von anderen Musliminnen und Muslimen teilweise nach Lust und Laune zu Ungläubigen erklärt werden, somit Takfir ohne Hintergrundwissen und Verstand betreiben, sollte dieser Text einen kurzen Einblick in die Thematik „Bezichtigung des Unglaubens“ gewähren. Es sollte erwähnt werden, dass der Inhalt nicht wissenschaftlich, sondern aus persönlichen Recherchen und Gedanken entstanden ist.

Kommentare sind herzlich Willkommen.

https://hannibalnur.files.wordpress.com/2011/02/konvertiert-und-nachdenkend-iii-und-du-bist-kein-muslim-e280a6.pdf

LG und Salam

Hannibal-Nur

Strictly kosher

Hallo und Salam Alaikum,

durch ein muslimisches Forum habe ich diese Doku-Reihe entdeckt und möchte sie gerne mit meinen Leserinnen und Lesern teilen:

Die Kamera begleitet Juden in Manchester in ihrem Alltag, sie erzählen von ihrem Leben, Festen, ihrer Religion – und dass es dabei nicht immer ganz koscher zugeht.

Die Protagonisten sind:

Bernette, die sich selbst als moderne orthodoxe Mutter beziechnet, und 3 inzwischen erwachsene Kinder hat.
Joel, Boutiquenbesitzer, der nicht religiös ist, aber dem die jüdischen Traditionen am Herzen liegen.
Jack, ein Holocaust-Überlebender, der seinen Glauben durch das, was im Holocaust passiert ist, verloren hat.

Ab Folge 2 kommt noch dazu:
Zevi, ein junger Teilzeit-Rabbi, der seine eigene Hochzeit vorbereitet/heiratet.

Folge 1: (Teil 1 von 5 – einfach zu den weiteren Teilen durchklicken)
Vor kommen unter anderem: eine Hochzeit, eine Verlobung, eine Beschneidung, der Sabbat und eine Bat Mizwa.

Folge 2 & 3 (jeweils Teil 1 von 4 – einfach zu den weiteren Teilen durchklicken)
Bernette besucht ihre Tochter in Israel, Jack reist nach Polen und Buchenwald.
Joel reist auf der Suche nach den neuesten Trends nach Paris.
Man sieht das Purim-Fest.
Zevi erklärt ein bisschen was über die Kaschrut (Speisegesetzte), außerdem sieht man seine Verlobungsfeier und seine Hochzeit.
Am Ende feiert Jack, der unter den Nazis keine Bar Mizwa feiern durfte, seine Bar Mizwa.

Viel Spaß beim Anschauen, dazu lernen und amüsieren.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

♥ Jummah Mubarak ♥

Hallo und Salam Alaikum,

ich wünsche all meinen Lesern und Leserinnen einen gesegneten Freitag und ein wunderschönes Wochenende.

Es ist eine Woche vor Ramadananfang (inshaAllah) und somit möchte ich meinen Glaubensgeschwistern, aber auch den ihnen nahe stehenden (nicht-) muslimischen Familien, Verwandten, Bekannten, Freunden und Arbeitskollegen eine schöne, friedliche und liebevolle Vorbereitung auf den Fastenmonat wünschen. Seid einander gut Freund, helft Euch in allen Belangen, sofern es Euch erlaubt ist, geht aufeinander zu und respektiert einander. Auf uns kommt eine sehr schöne, sehr spirituelle, aber auch sehr herausfordernde Zeit, und so ist es gut sich ein wenig, auch ein jeder für sich, darauf vorzubereiten. Im Ramadan geht es nämlich nicht nur ums Hungern und Dürsten, sondern auch um eine Reinigung seiner selbst. Auch diejenigen, die nicht fasten, werden mitbekommen, wie ihre Lieben oder auch Unbekannte sich dem Ramadan hingeben, und aus diesen Erfahrungen lernen, und, so Gott will, auch etwas für sich mitnehmen.

„Fürwahr, in den Geschichten der Propheten ist eine Lehre für jene, die sich des Verstandes bedienen…“ (Qur’an 12:111)

Denkt nicht nur an Euch selbst, sondern auch an Eure Lieben, denn dann wird es Euch die Liebe und Gott danken.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂