Beschneidung – Ein strafbares Ritual?

Hallo und Salam Alaikum,

Das Kölner Landgericht kämpft mit seinem Beschneidungsurteil für intakte Geschlechtsorgane. Es stellt aber auch die Frage, wie anders man sein darf. Religionsfreiheit oder Körperverletzung und Verstoß gegen das Selbstbestimmungrecht?

„Das Kölner Gericht hatte einen Arzt, der einen muslimischen Jungen beschnitten hatte, zwar freigesprochen – allerdings mit der Begründung, dass der Mediziner von der Strafbarkeit nichts gewusst habe. Tatsächlich müssten religiöse Beschneidungen als „rechtswidrige Körperverletzung“ betrachtet werden, die das Selbstbestimmungsrecht der Kinder verletzten, urteilte das Landgericht.

„Das Urteil ist für andere Gerichte nicht bindend, es dürfte allerdings eine Signalwirkung entfalten“, erläuterte der Strafrechtler Prof. Holm Putzke von der Universität Passau. Der Kölner Arzt habe noch einmal Glück gehabt, aber von jetzt an könne kein Mediziner mehr behaupten, er habe nicht gewusst, dass das verboten sei.“

Die Beschneidung, also die Entfernung der Vorhaut, hat im Judentum und im Islam eine große religiöse Bedeutung. Im Judentum erinnert das Ritual an den heiligen Bund, den Gott mit dem Stammvater Abraham geschlossen hat.

Im Islam kommt die Beschneidung nicht im Qur’an, sondern nur in den Überlieferungen vor. Dennoch wird die Beschneidung unter Muslimen mehrheitlich als Pflicht (aus der Tradition und Sunnah heraus) verstanden.

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/398#/beitrag/video/1673474/Beschneidung—ein-strafbares-Ritual?

Hier kollidiert das Recht auf Religionsfreiheit (inklusive der Ausübung von religiös begründeten Ritualen) mit diesem Gerichtsurteil. Es muss seitens des Gesetzgebers Klarheit geschaffen werden.

LG und Salam

Hannibal-Nur

Mission Konversion

Hallo und Salam Alaykum,

hier ist ein interessanter Beitrag von Qantara über das derzeitige Phänomen der Massenkonversion in Deutschland durch salafi-orientierte Daw’ah:

„Vor drei Jahrhunderten pflegte man in Deutschland den Brauch, Konversionen von Muslimen – wie etwa türkischen Gefangenen oder Bediensteten – zum christlichen Glauben in Kirchen öffentlich zu feiern.

Nach einem ganz ähnlichen Muster verfahren heute in umgekehrter Richtung arabische Salafisten: Sie filmen Übertritte vor allem junger Deutscher zum Islam und stellen die Videos als Zeichen des Sieges der „einzigen wahren Religion“ ins Internet. So geschehen etwa vor einigen Wochen in der Tauhid-Moschee in Wiesbaden. Dort widmete sich zwischen dem 6. und 9. April eine mit angereisten, namhaften salafistischen Predigern aus Ägypten und Kuwait besetzte Tagung dem Thema „Die Jugend im Westen. Hoffnungen und Sorgen“.

Einen der Höhepunkte, den ein auf Youtube gestelltes einstündiges Video dokumentiert, bildete der Übertritt des 26-jährigen „deutschen Bruders Fabian“ zum Islam – welcher Glaubensgemeinschaft dieser bis dahin angehörte oder ob er religionslos war, blieb unklar.“

http://de.qantara.de/Mission-Konversion/19351c500/index.html

LG und Salam

Hannibal-Nur

Tuchgeflüster

Hallo und Salam Alaikum,

heute möchte ich einen Film über das Kopftuch tragen und die Thematik ‚Islam in Deutschland‘ vorstellen.

„10 Frauen in Hamburg: Individuell. Muslimisch. Deutsch“ veranschaulicht und ergänzt den eher poetischen – und absichtlich irreführenden – Titel. Der Film versucht, sich der Problematik, die sich in Deutschland mit dem Tragen eines Kopftuchs verbindet, zu nähern. Aber im Gegensatz zu den gängigen Assoziationen mit kopftuchtragenden Frauen, zeigt der Film zehn selbstbewusste Akademikerinnen, die sich rhetorisch versiert und kritisch mit ihrer Lebenssituation auseinandersetzen.

http://www.tuchgefluester.de/home

Filmvorführung am kommenden Dienstag:
26. Juni 2012
18 Uhr
Hamburger Uni, Asien-Afrika-Institut, Raum 221
Edmund-Siemers-Allee 1-Ost

Nach der Vorführung wird er online verfügbar gestellt…

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂