(F)Eiertagsgrüße

Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern wunderschöne und besinnliche (F)Eiertage.

Osterei

 

Mögen diejenigen, die Ostern feiern, sich auf ihre religiösen und familiären Pflichten besinnen, zusammen kommen und einander Gutes tun.

Allen anderen wünsche ich ruhige Tage der Besinnlichkeit, Einkehr, Eingebung, Zufriedenheit und Glück.

 

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Salam Alaikum,

Cuma

 

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

Karfreitag und die Kreuzigung im Islam!

Was bedeutet der Karfreitag im Christentum? Viele von uns Gläubigen, sei es, dass wir Christen, Juden, Muslime sind oder anderen Religionen angehören, wissen wenig über die Feiertage anderer, aber auch oftmals wenig über unsere eigenen, und zudem ist es immer wieder überraschend, wie viele Parallelen und Gemeinsamkeiten unsere Religionen aufweisen.

KarfreitagDer Karfreitag ist einer der höchsten Feiertage im Christentum. An diesem Tag gedenken die christlichen Gläubigen an den Tod von Jesus, in Erwartung seiner Auferstehung. Nach der christlichen Lehre starb Jesus durch die Kreuzigung und nahm durch seinen Tod die Erbsünde und Schuld aller Menschen auf sich. Zudem ist es wichtig zu wissen, dass im Christentum der Tod und die Auferstehung Jesu gleichbedeutend mit der Sündenvergebung ist und die Errettung aus dem Tod wie auch ewiges Leben ermöglicht.

Die Kirchen begehen diesen Feiertag unterschiedlich und nehmen ihn auch dementsprechend unterschiedlich wahr:

In der katholischen Kirche werden keine festfreudigen Sakramente an diesem Tag gefeiert. Es ist vielmehr ein Gottesdienst zur Feier vom Leiden und Sterben Jesu. Dieser beginnt in der Regel um 15 Uhr (der überlieferten Todesstunde von Jesus) und wird in drei Teilen durchgeführt: Es gibt einen Gottesdienst mit einem Vortrag der Passion und großen Fürbitten, welche aus römischer Tradition übernommen worden sind, dann gibt es die Erhebung und Verehrung des Kreuzes, eine Sitte aus Jerusalem, und anschließend gibt es eine Kommunionsfeier, welche nach einem Brauch Konstantinopels getätigt wird.

In der evangelischen Kirche ist der Karfreitag lange Zeit wichtigster Feiertag in der Lutherischen Orthodoxie gewesen. Gepredigt wurde aus dem Solus Christi und der Theologie des Kreuzes. Gelesen wird aus den Psalmen, aus Jesaja, den Korintherbriefen sowie die Passionsgeschichte aus dem Johannesevangelium. Die großen Fürbitten werden, ähnlich wie im Katholizismus, gestaltet und ausgeübt. Hauptgottesdient am Karfreitag findet in der Regel in evangelischen Kirchen am Morgen statt oder werden in Form einer Liturgischen Feier zur Todesstunde Jesus ausgeübt.

BlümchenWarum erzähle ich all das als Muslima? Weil ich vor meiner Konvertierung zum Islam Christin gewesen bin, in einer christlich-dominierten Gesellschaft ausgewachsen bin und noch immer lebe, und ich es wichtig finde, dass man sich trotz, dass man sich für einen anderen Glauben entschieden hat, mit diesen Traditionen, Bräuchen und religiösen Ritualen beschäftigen sollte. Denn wie bei vielen Dingen, gibt es sehr viele Zusammenhänge und Gemeinsamkeiten, die man auf den ersten Blick gar nicht wahrnimmt.

KreuzigungenWenn wir Muslime an das Wort „Kreuzigung“ denken, dann nehme ich ganz stark an, dass die meisten von uns höchstwahrscheinlich an die christliche Lehre, also die Kreuzigung vom Propheten Jesus, denken. Kaum jemand würde denken, dass es Kreuzigung auch ein Bestandteil des Islams ist, oder dass es in den religiösen Quellen zu finden sei. Fakt ist, dass Kreuzigung sehr wohl einen sehr kleinen, aber absolut nicht unbedeutenden Teil des Islams ausmacht, wenn auch diese in einem ganz anderen Zusammenhang verwendet und verstanden wird.

Mit meinem begrenzten Wissen bin ich immer wieder erstaunt, wenn ich auf Neues im Islam stoße und dazulerne. Man lernt nie aus, egal was oder wem man sich widmet. Das Leben, innerhalb und außerhalb religiöser Umstände, ist sehr spannend, und sehr lehrreich. Der Heilige Qur’an lehnt die Kreuzigung des Propheten Jesus nach christlichen Verständnis ab. So heißt es in Sure An-Nisa (4), Aya 157-158:

„Und weil sie sprachen: „Siehe, wir haben den Messias Jesus, den Sohn der Maria, den Gesandten Allahs, getötet“ – doch weder haben sie ihn getötet, noch gekreuzigt, sondern es erschien ihnen nur etwas Ähnliches. Und siehe, diejenigen, die darüber uneins sind, sind wahrlich im Zweifel über ihn. Sie wissen nichts davon, sondern folgen nur Vermutungen. Und sie töteten ihn mit Gewissheit nicht! Ganz im Gegenteil: Allah erhöhte ihn zu Sich; und Allah ist mächtig und weise.“

Aber kommen wir allgemein zurück zum Thema „Kreuzigung im Islam“. Was hat es damit auf sich?

Der Heilige Qur’an erwähnt die Kreuzigung als schwere Bestrafung an mehreren Stellen. Zum Beispiel heißt es in der Sure Al-Ma’ida (5), Ayat 33-34:

„Es ist nur eine rechte Vergeltung für jene, die Krieg führen gegen Gott und Seinen Gesandten und sich bemühen, Verderbnis auf Erden zu verbreiten, dass sie in großer Anzahl getötet oder in großer Zahl gekreuzigt werden oder ihnen, infolge ihrer Verdrehtheit, ihre Hände und Füße in großer Zahl abgeschlagen werden oder sie (völlig) von (der Oberfläche) der Erde verbannt werden: das ist ihre Schmach in dieser Welt. Aber im kommenden Leben erwartet sie (noch) schrecklicheres Leiden – bis auf solche (von ihnen), die bereuen, ehe ihr (o Gläubige) mächtiger werdet als sie: denn ihr müsst wissen, dass Gott vielvergebend, ein Gnadenspender ist.“

Hier ist die Kreuzigung als Strafe für diejenigen Muslime und Nichtmuslime gedacht, die den Glauben aktiv bekämpfen. Gemäß aber der letzten Ayat sind diejenigen nicht zu bestrafen, die zum Guten umkehren. Denn Gott ist die Barmherzigkeit, die Allvergebung. In der Encyclopaedia of Islam heißt es, dass die Hadithwissenschaft Ahadith (Überlieferungen) zeigt, welche berichten, dass der Prophet Muhammad (saw) die Kreuzigung von Mördern und Kameldieben angeordnet haben soll. Ob diese wirklich der Wahrheit entsprechen oder authentisch nachvollziehbar sind, vermag ich nicht zu sagen.

Islamische Gelehrte haben den obigen Qur’anvers 5:33 so ausgelegt, dass nur Hadd-Vergehen als solche bestraft werden dürften. Diese involvierten Mord, Raubmord, und Diebstahl. Manche Gelehrte nahmen auch die Apostasie zum Anlass, um die Kreuzigung als Strafe durchführen zu können, was hier wiederum einen indirekten Zusammenhang zu den Kreuzigungen von Jesus und anderen Verurteilten seiner Zeit steht. Im Islam gibt es sehr berühmte Todesurteile wegen angeblicher Apostasie (Abfall vom Islam). So wurde z.B. der Mystiker Mansur al-Halladsch im Jahre 922 in Bagdad zum Ketzer verurteilt und gekreuzigt.

Noch heute ist die Kreuzigung ein Bestandteil des islamischen Strafrechtes, in einigen Ländern mit islamischer Mehrheitsgesellschaft bekannt und wird auch bei sehr ernsten Vergehen, wenn auch sehr selten, angewandt.

Barmherzigkeit

Obige Worte dienen heute nur der Information und geben keine persönliche Meinung von mir wieder.

Ich möchte lediglich damit aufzeigen, dass die Kreuzigung keine alleinige christliche Bestrafung ist, sondern auch im Islam bekannt ist, wenn auch unter anderen Voraussetzungen und Bedingungen verstanden wird bzw. werden sollte.

Allerdings halte ich weder von der Kreuzigung Jesu noch von der Kreuzigung als Vollstreckung einer Bestrafung etwas. Ob es abschreckend ist oder nicht, muss jede(r) für sich entscheiden. Letztendlich gilt Gott als Richter, nicht der Mensch. Und würde Gott einen Menschen derart hinrichten wollen? Ich kann es mir nicht vorstellen. Denn Gott ist die Barmherzigkeit und Allvergebung in Sich Selbst.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Salam Alaikum,

Cuma

 

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

Miteinander, anstatt gegen einander oder über einander, reden!

Unsere Kommunikation miteinander lässt zu wünschen übrig. Wir alle wissen das, und doch tun wir nichts dagegen. Stattdessen schüren wir nur weiter das Feuer, gießen Öl hinein und bereiten uns einen Haufen Probleme mit Streitereien, Auseinandersetzungen, Diskussionen, Missverständnissen und ewiger Besserwisserei, dass wir gar nicht merken, wie schön und friedlich wir es haben könnten, wenn wir all dem aus dem Weg gehen würden,…und eben miteinander, anstatt gegeneinander oder übereinander zu reden.
Kommunikation
Zugegeben, in dieser Kommunikation bin leider auch ich nicht unschuldig. Wir alle simsen, tippen, daddeln und schreiben, was das Zeug hält, obwohl jede(r) von uns weiß, dass wir immer auf der Hut sein müssen, was wir wie und wann schriftlich von uns geben, aber wir sind eben sehr bequem geworden, und doch isolieren wir uns gleichzeitig.

Die schriftliche Kommunikation hat von ihrer mündlichen Schwester das Zepter übernommen, und wir Menschen haben uns darauf eingelassen. Auf der einen Seite ist es sehr viel einfacher geworden, aber auch der anderen Seite auch sehr viel schwerer, denn seitdem wir diese Kommunikationsmöglichkeiten haben, ziehen wir uns immer weiter von anderen zurück.
Laptop Handy Tablet
Warum schotten wir uns eigentlich so ab, anstatt dass wir mehr miteinander machen und letztendlich miteinander sprechen? Ich möchte nicht sagen, dass früher alles besser war…vielleicht werde ich auch älter und sehe die Dinge einfach wieder anders als in den Jahren, wo ich Mitte 20 war.

Erst gestern machten mein liebster Gatte und ich einen Spaziergang durch eine Parzellenanlage, und ihm fiel auf, dass es unsagbar ruhig war. Keine spielenden und lärmenden Kinder, keine älteren Herrschaften, die ihre Anlage pflegten, und all das, aus Erinnerung von meinem Mann, vor 20-30 Jahren schon zu dieser Jahreszeit in diesen Kleingärten mächtig was los war. Wo also sind alle hin? Sie sind zuhause, entweder vor der Flimmerkiste, vor dem PC, oder am Handy.

Spiele-Fest

Wir glauben Menschen zu kennen, dabei tun wir das nicht im Geringsten. Kennen tun wir nur dann einen Menschen, wenn wir ihn persönlich getroffen und uns auch wirklich mit ihm auseinandergesetzt und beschäftigt haben bzw. es auch weiterhin tun. Das Internet ist eine vortreffliche Ursache, weshalb wir uns voneinander entfernen.

Natürlich hat das Internet auch sehr viele Vorzüge und man sollte, wenn es möglich ist, die Vorteile des Internets zu seinen eigenen Gunsten, aber auch denen anderer, nutzen. Allerdings ist die Kommunikation über das Internet auch sehr gefährlich und schadet uns mehr als es uns gut tut. Wie obig schon gesagt, auch ich bin „Opfer“ dieser Last, die ich mir der Einfachheit halber angeeignet habe. Man muss nur ein paar Worte schreiben, sei es per SMS, WhatsApp, oder Email. Es braucht nur wenige Worte, um einen Artikel oder ganz einfach nur einen Kommentar zu schreiben.
LösungDas Problem an dieser ganzen schriftlichen Kommunikation ist, dass leider nicht nur bei Diskussionen mit Fremden, sondern auch mit uns nahe stehenden Menschen, Missverständnisse sehr schnell auftauchen, man sehr schnell beleidigt ist und sich zurückzieht.

Oder…wenn es wirklich ausartet, dann hilft man sich, indem man andere, mit denen man nicht so kann, „auslöscht“, „blockiert“, oder ignoriert. Hätte man sich im Mündlichen des Problems angenommen, dann wäre es eventuell meist nicht so gekommen. Aber wir machen es uns ja einfach, obwohl wir es uns gleichzeitig erschweren.
Miteinander kommunizierenVon der beruflichen Kommunikation abgesehen, was wäre, wenn wir uns für einen bestimmten Zeitraum unseres Handys, unseres Smartphones, unseres iPads (oder anderem Tablet), unseres Laptops, und unseres PCs entledigen würden, und unsere Kommunikation – wie es irgendwann früher einmal war – auf das ganz normale Haustelefon und persönliche Treffen „einschränken“ würden.

Wie viel Positives würden wir wohl daraus schöpfen? Es beinhaltet sehr viel Mut, Kraft und Überwindung, viele Eigenschaften, die wir letztendlich durch die „moderne“ Kommunikation verlernt haben.

Analoges Telefon Kaffeekränzchen

Wenn von einer Gemeinschaft gesprochen wird, und dass diese gepflegt bzw. wieder aufgebaut werden soll, dann müssen wir an unserem Kommunikationsverhalten Stück für Stück etwas ändern, so dass wir uns wieder näher kommen. Man muss nicht in allem einer Meinung sein, man kann durchaus unterschiedliche Interessen, Gedanken, und Einstellungen pflegen, aber Kommunikation – insbesondere die der persönlichen Art – ist der Schritt zum Miteinander.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

„Gesicht Zeigen!“

Hallo und Salam Alaikum,

gerade eben bin ich auf diese wunderbare Kampagne gestoßen:

„Gesicht Zeigen! – Für ein Weltoffenes Deutschland“

„Pünkt­lich zum 21. März, dem inter­na­tio­na­len UN-Tag gegen Ras­sis­mus prä­sen­tie­ren wir unsere neue Kampagne. In Zei­ten, die geprägt sind von der müh­sa­men Auf­ar­bei­tung des NSU-Skandals, einer teils dif­fa­mie­rend geführ­ten Beschnei­dungs­de­batte und ste­tig wach­sen­der Isla­mo­pho­bie, ist ein Soli­da­ri­täts­be­kennt­nis der Mehr­heits­ge­sell­schaft drin­gend notwendig.

Auf ins­ge­samt neun unter­schied­li­chen Moti­ven zei­genPro­mi­nente Unter­stüt­zer unse­res Ver­eins ihr Gesicht -gegen Aus­gren­zung und Diskriminierung.“

Ich bin Muslima

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

Die Lust am Glauben

GelüsteEs gibt viele Gelüste im Leben, aber die Lust den Glauben so ausleben zu können,
dass es einen befreit, freut und glücklich macht, diese Möglichkeit haben die Wenigsten von uns.

Wenn der Geliebte ruht am Herzen, was sehnt es da nach Andrer Liebe sich?

DITIB startet Talkshow

Hallo und Salam Alaikum,

DITIB Talk

 

„Als größter islamischer Dachverband startet die Ditib eine eigene Talk-Show zu religiösen Themen. In den Studios eines türkischen Kanals werden Fragen zum Islam aufgegriffen und mit Theologen diskutiert.“

 

Hier zum Weiterlesen:

http://www.dw.de/muslimischer-tv-talk-der-ditib-gestartet/a-16681514

Zunächst wird die Sendung auf einem türkischen Kanal erscheinen, jedoch ist Bekir Alboga nicht abgeneigt, diese oder eine ähnliche Sendung auf Deutsch zu moderieren:

„Doch die Frage drängt sich auf, warum dem in Deutschland lebenden Publikum eine Sendung auf türkisch präsentiert wird?

„Wenn mir ein deutscher Fernsehsender einen Sendeplatz für solch eine Sendung über den Islam anbietet, mache ich das sehr gerne auch auf Deutsch“, kokettiert Alboga…“

Ein kleiner Einwurf von mir: Vielleicht wäre so etwas in der Zukunft möglich, jedoch wäre es einladender wenn auch deutschstämmige MuslimInnen daran beteiligt sein würden, sonst würde selbst eine deutschsprachige Talkshow über den Islam dem Zuschauer fremd erscheinen.

Aber: Nichts ist unmöglich 🙂

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

„Halal“ Nagellack?!

Hallo und Salam Alaikum,

Ingloteine bessere Überschrift ist mir leider auf die Schnelle nicht eingefallen, aber Aufmerksamkeit wird sie dennoch von allen bekommen, und genau das ist meine Absicht. Persönlich bin ich nicht der Typ für das „Halal und Haram“-Denken, weil es für mich zu schwarz-weiß ist, und unsere Welt, egal ob wir, islamisch gesehen, religiös sind oder nicht, praktizierend sind oder nicht, auf der einen Seite zu viele Grauschattierungen hat und auf der anderen Seite sehr bunt ist. Unsere Welt ist nicht dunkel, sondern sehr farbenfroh, und um uns selbst glücklich und fröhlich zu machen, sollten wir uns auch mit den unterschiedlichsten Farben umgeben. Für jede Laune gibt es eine Farbe.

Wussten Sie/ wusstest Du, dass selbst unterschiedlich farbliche Blumen eine Laune, eine Situation oder gar einen Charakterzug beschreiben? Nehmen wir die gelbe Rose: In ihrer Einfachheit wunderschön, aber in ihrer Bedeutung charakteristisch stark, da sie die Eifersucht symbolisiert. Was eine rote Rose hingegen symbolisieren soll, weiß fast jedes Kind, nämlich die Liebe. ♥

Die meisten Frauen lieben Kosmetik. Sie lieben es sich zu schminken, sich herzurichten, gut zu duften, und…sich die Finger- und Fußnägel lackieren. Ich kann nicht leugnen, dass gepflegte und lackierte Nägel sehr schick aussehen und wenn gut aufgetragen, sie sich durchaus sehen lassen können und dem ganzen Aussehen eine Eleganz verleihen, die natürliche Nägel oftmals nicht hinbekommen. Klar, es bedeutet auch einen Haufen Arbeit, dass die Finger- und Fußnägel so gut aussehen, dass der Lack auch nicht abgehalftert aussieht, somit ist die Pflege das „A“ und „O“, bevor die Frau überhaupt über das Auftragen nachdenken sollte. Manche lackierten Nägel sehen so aus, als hätte mein nicht vorhandener Hamster sie an- oder abgefressen, und das wollen wir nun auch nicht. Wenn also Finger- und/ oder Fußnägel lackiert werden, dann sollten sie auch einigermaßen aussehen, sonst hilft der beste Lack nicht das über zu tünchen, was schon missraten ist.

Ich trage Nagellack, wenn auch viel weniger seit meiner Konvertierung. Aber ich lasse ihn nicht gänzlich weg, denn ich liebe es mich damit zu schmücken. Die Herausforderung mit dem Nagellack habe ich aber seit meiner Konvertierung gehabt, denn mir wurde beigebracht, dass ich nicht mit Nagellack auf meinen Finger- und/ oder Fußnägeln beten könnte. Mittlerweile hat sich das etwas relativiert. Ich bin kein Welpe in Sachen Konvertierung und habe einige Jahre Muslim-sein auf dem Buckel – Gott sei Dank :), und als rebellierende Konvertitin bin ich den Sachen immer auf den Grund gegangen, warum was wie sein müsste, oder ob ich nicht meinen eigenen Verstand noch einsetzen könnte. Fakt ist, dass ich, und ich nehme an, dass es vielen anderen Musliminnen, seien sie als Muslim geboren oder konvertiert, genauso geht/ ging wie mir, dass man sich mit der Reinlichkeit beschäftigt, was alles zur rituellen Waschung dazu gehört, was dabei erlaubt und dabei verboten ist, usw.

Es wird einem beigebracht, dass die rituelle Waschung, sei es die kleine Waschung (Wudu/ Abdest) oder die große Waschung (ghusl), nur „ordnungsgemäß“ und „korrekt“ durchgeführt werden kann, wenn sich weder Make-up auf dem Gesicht noch Nagellack auf den Finger- und/ oder Fußnägeln befindet. So weit, so gut! Anfangs wurde mir auch noch beigebracht, dass man nicht mit Make-up und/ oder Nagellack beten dürfte, und selbstverständlich wurde ich auch bei Gemeinschaftsgebeten oder auch in Moscheen zur Seite genommen (oder ganz offensichtlich, damit jede es sehen und mithören konnte), damit man mir nahe legen konnte, bei nächsten Gebet ohne Make-up und/ oder Nagellack vor Gott zu treten. Gott sei Dank 🙂 hat mein Gehirn aber schnell geschaltet, und ich habe nur noch wenige Male diesen Unfug angehört und mir dazu Informationen gesucht und bin zu dem bisherigen Fazit gekommen:

Ich kann und darf natürlich mit Make-up und mit Nagellack vor Gott treten und zu Ihm beten.

Was soll und wer darf mich daran denn hindern? Letztendlich zählt doch meine Absicht, nicht wahr? Zudem hatte ich gelernt, dass wenn ich nach der rituellen Reinigung Make-up und/ oder Nagellack auftrage und mein ritueller Zustand bis zum nächsten Gebet „rein“ bleibt, dann kann ich auch mit gutem Gewissen, inklusiver dieser Kosmetik, mein „Date mit Allah“ haben. Ich bin somit der von mir gelernten Pflicht die rituelle Reinigung ohne Kosmetik durchzuführen nachgegangen, habe erst danach die Kosmetik aufgetragen und erst im Anschluss gebetet.

Deutschland ist aber, und da müssen wir mal ehrlich sein, ein sehr empfindliches Pflaster, was die Einhaltung von islamischen Regeln, Geboten und Verboten angeht. In vielen Ländern mit islamischer Mehrheitsgesellschaft wird das viel lockerer gesehen. Im Vergleich haben wir MuslimInnen in Deutschland, einen Stock im Popo, weil ja alles nach einem genauen Regelwerk funktionieren muss. „Aye aye, Schwester/ Bruder“…oder wie auch immer. 😉 Hierzulande ist es schwer seinen Glauben auf einfache Art und Weise zu leben, denn obwohl der Glaube wirklich einfach ist (wenn man ihn denn zu praktizieren versteht), machen wir es uns und anderen verdammt schwer, wobei dass völlig unnötig und kompletter Unfug ist. Es wird sich an Kleinigkeiten aufgehängt und seine Zeit vergeudet, dabei sollte man sich doch dem Besten von allem widmen. Bei mir ist es schon ein paar Jahre her, dass ich auf das Tragen von Nagellack persönlich angesprochen wurde, aber ich erinnere mich an ein Iftar (Fastenbrechen) in 2009, bei dem ich Klarlack, also durchsichtigen Nagellack, trug, der Gruppe vorbetete, nur um nach dem Gebet von einem Gast wegen des Lackes gerüffelt zu werden. Dieses Kleinliche mag ich nicht besonders, denn meine Absicht war die Intention das Fasten an dem Tag erfolgreich mit dem Gebet zu beenden und mich nicht auf solche Kleinigkeiten beschränken wollte. Wichtig ist ja letztendlich die Absicht, der Glaube, und was man dafür macht, und nicht, ob man Nagellack trägt oder nicht.

Jetzt habe ich aber etwas richtig Cooles entdeckt, und zwar einen Nagellack, der sogar während der rituellen Waschungen auf den Nägeln drauf bleiben darf.

Es gibt viele, die das mit dem Nagellack sehr ernst nehmen, deshalb an alle, die das für etwas klein kariert halten, bitte vergessen Sie/ vergiss nicht, dass es viele Musliminnen gibt, die ihren Glauben ihrer Ansicht nach auf die bestmöglichste Art und Weise praktizieren wollen, und das muss respektiert werden. Viele haben sich vom Nagellack losgesagt, und benutzen stattdessen Henna, denn das ist eine natürliche Färbung der Nägel und Haut, und somit „erlaubt“ auf dem Nagel und/ oder der Haut zu sein, wenn man die rituelle Waschung vornimmt. Glauben Sie /glaube mir, dass aber auch viele (und da schließe ich mich mit ein) Henna einfach furchtbar finden, und besonders auf heller Haut ist das nicht immer attraktiv ;). Es gibt Musliminnen, die lackieren sich die Nägel, während der Zeit, in der sie die rituellen Gebete nicht durchführen (können), allerdings ist das oftmals etwas blöd, denn wir Frauen sind ja auch nicht doof: Wenn wir bei einer Schwester Nagellack auf den Nägeln sehen, zählen wir eins und eins zusammen, und das ist dann doch eher unangenehm.

Wir müssen davon ausgehen, wie mit dem Thema Nagellack unter Musliminnen in Deutschland umgegangen wird. Viele von uns, die schon öfter mal im Ausland waren bzw. es sind, können durchaus davon berichten, dass in Ländern mit muslimischer Mehrheitsgesellschaft dieses Thema eher eine Lappalie/ Nebensache, oder gar völlig uninteressant ist, da so viele Musliminnen tagtäglich mit Nagellack herumlaufen (ja, auch die, die Kopftuch tragen, Abayas, Niqab etc.). Ich selbst habe in den Frauengebetsräumen der Shoppingmalls in den Vereinigten Arabischen Emiraten Frauen mit lackierten Nägeln getroffen, und das war keine Seltenheit. Aber hier in Deutschland tickt man, pardon Frau, etwas anders, und genau deshalb soll von mir nur angestoßen werden, dass es die Möglichkeit nun gibt, als praktizierende Muslimin Nagellack zu tragen, den man auch vor den rituellen Waschungen nicht von den Nägeln entfernen muss.

Okay, von was für einem Nagellack erzähle ich hier eigentlich? Ich stelle Ihnen/ Euch mal das gute Stück bzw. die Marke vor:

Der Nagellack wird von der Firma INGLOT COSMETICS hergestellt:

http://inglotcosmetics.com/o2m.nail.enamel/products/141/565

Hier ein paar Fakten:

O2M Nail enamel

Name – O2M Breathable Nail Enamel.

Preis – (leider happige) €14,00.

Erhältlich ist dieser Nagellack leider nicht in Deutschland, aber kann im Internet bestellt werden. Dies ist allerdings auch nur unter Einschränkung möglich. Wenn Sie/ Ihr beispielsweise auf der „UK“-Shopseite bestellen wollen/ wollt, dann müssen Sie/ müsst Ihr eine britische Lieferadresse angeben, denn außerhalb des Landes wird noch nicht verschickt.

Shops, in die man hineingehen, und das Produkt kaufen kann, sind hier zu finden:
http://inglotcosmetics.com/inglot/stores

Vielleicht fragen Sie sich/ fragt Ihr Euch, warum ich aus solch einer Kleinigkeit wie das Tragen von Nagellack einen solchen Zirkus veranstalte? Nun ja, es werden sich einige sicherlich kritisch fragen, wie es möglich sein soll, einen Nagellack herzustellen, der wasserdurchlässig sein soll, also somit auch jeden Tag des Monats getragen werden kann. Wie ist das möglich?

Durch meine Recherchen habe ich eine englischsprachige Webseite entdeckt. Sie heißt:
http://www.suhaibwebb.com.

Auf dieser Webseite stieß ich auf diese Überschrift:

„Is breathable nail polish sufficient for wuḍu?” Wer Englisch kann, der/ die kann es hier nachlesen:
http://www.suhaibwebb.com/personaldvlpt/worship/prayer/is-breathable-nail-polish-sufficient-for-wu%E1%B8%8Du/

In Kurzfassung auf Deutsch für alle anderen:

Die Aussage ob Nagellack halal oder haram ist, ist falsch, da nichts dagegen spricht Nagellack zu tragen. Der herkömmliche Nagellack ist wasserundurchlässig, deshalb kann die rituelle Waschung im Islam nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden. Um diese korrekt durchzuführen, müsste der Nagellack entfernt werden. Seit 2012 gibt es eine Lösung zu diesem Problem, denn die polnische Firma Inglot Cosmetics hat eine neue Nagellack-Linie auf den Markt gebracht – O2M Breathable Nail Enamel – deren Zutaten eine Abdeckschicht beinhaltet, welche auch bei manchen Kontaktlinsen verwendet wird, die Luft und Feuchtigkeit zum Nagel durchlässt. Eine Muslimin hat die Firma kontaktiert, um herauszufinden, ob dem wirklich der Fall sei und kam zu dem Schluss, dass es erlaubt sei diesen Nagellack auch während der rituellen Waschungen tragen zu können, da dieser Wasser auch an den Nagel heranlassen würde, allerdings auch schrieb, dass wenn Frau sich nicht sicher sei, es doch lieber unterlassen sollte. Letztendlich wäre es in Ordnung, aber man müsse selbst entscheiden. Eine Studentin machte einen Test mit herkömmlichen Nagellack und diesem O2M Nagellack auf einem Kaffeefilter, um herauszufinden, ob Wasser durch den Lack fließen kann. Das Ergebnis kann man auf dem oben genannten Link sehen.

Das Ergebnis ist, dass es nach wissenschaftlicher wie auch fiqh-Analyse (islamisches Recht) legitim ist diesen expliziten Nagellack tragen zu können, egal wann, egal wo, egal wie. 🙂

Wer dennoch unsicher ist, kann sich ja daran orientieren, was sie selbst für sicher hält.
Es müssen ja nicht unbedingt die grellsten Farben sein. Dezente Farben tun es auch.

Ob dieser Nagellack wirklich großartig ist, kann ich zurzeit noch nicht behaupten, aber ich werde es Sie/ Euch wissen lassen.
Bestellt habe ich ihn und werde ihn nächste Woche, so Gott will, ausprobieren können. 🙂

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂