Forum am Freitag über liberale Muslime

Hallo und Salam Alaikum,

gerne möchte ich meine LeserInnen heute Abend darauf aufmerksam machen, dass am kommenden Freitag

– den 1. Juni 2012 – um 8 Uhr (morgens)

das ZDF Forum am Freitag auf ZDF Info eine Sendung über liberale MuslimInnen in Deutschland zeigen wird:

„Abdul-Ahmad Rashid über liberale Muslime in Deutschland“

http://forumamfreitag.zdf.de/ZDF/zdfportal/web/ZDF.de/Forum-am-Freitag/2942196/5989636/e4be4a/Forum-am-Freitag-.html

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

„Ich lebe nur für Allah“

Hallo und Salam Alaikum,

ich möchte heute meinen LeserInnen eine Lektüre empfehlen, die Ihnen doch teils die Augen öffnen, teils überraschen, teils wundern, aber auch teils die Information geben wird, welche Sie dringend benötigen, um den Salafismus, besonders in Deutschland, zu verstehen.

– „Ich lebe nur für Allah“ – Argumente und Anziehungskraft des Salafismus-

Diese Lektüre ist von 2011. Herausgeber ist das Zentrum Demokratische Kultur, u.a. mit Claudia Dantschke, Ahmad Mansour, Jochen Müller und Yasemin Serbest.

Inhalt ist folgender:

1. Einleitung – Salafismus als Herausforderung für Pädagogik und politische Bildung
– Geschichte und Strukturen des Salafismus in Deutschland

2. Zielgruppen des Salafismus
– Was macht den Salafismus attraktiv…?
– Wie sprechen Salafiten Jugendliche an?

3. Themen und Argumente des Salafismus
– Die „Wahrheit“ der „Gelehrten“
– Opfer- und Feindbilder…
– Angst vor Gott…
– „Das moralische System des Islam“…
– Ablehnung von Demokratie etc.
– Terror und Jihad

Diese Lektüre ist wahrlich nichts für welche, die sich mit dem Salafismus identifizieren, auch wenn in diesem Heft durchaus zwischen moderaten und extremen Salafis bzw. Salafi-„Gelehrten“ differenziert wird. Sie zeigt sehr deutlich, wie sich der Salafismus in Deutschland entwickelt hat und wie ein regelrechter Kult um ganz bestimmte Salafi-Prediger entstanden ist. Bekannte Namen wie Abdul Adhim, Abu Jibriel (die missionarisch überzeugen möchten), Pierre Vogel (Ideologie der Ungleichwertigkeit) und Ibrahim Abu Nagie und Abu Dujana (Vertretung von radikalen und gewaltbereiten Positionen) werden hier ausführlich beschrieben. Auszüge aus Vorträgen und Predigten geben teilweise den Ton im letzten Drittel der Lektüre an, welcher meiner Meinung nach unumstritten beängstigend und auch gefährlich bzw. gefährdend für unsere freiheitlich-demokratische Rechtsordung ist.

Wer Interesse an der Lektüre hat, kann sie sich bei Claudia Dantschke bestellen:
http://www.exit-deutschland.de/Startseite/Islamismus-/-Ultranationalismus/Neue-Handreichung/Neue-Handreichung-E1299.htm

LG und Salam

Hannibal-Nur

Viele gute Taten im Monat Rajab

Hallo und Salam Alaikum,

Hier eine erfrischende Erinnerung von Native Deen: die gute Absicht zählt 🙂 🙂 🙂

Hier ist auch eine Liste von guten Taten, die ihren Zweck in unserem Zusammenleben, so Gott will, auch erfüllen 🙂 :

– einer Moschee einen Quran in deutscher Übersetzung schenken
– eine Bitte mit einem Lächeln einem gerne erfüllen, im Gedenken an Allah
– ein Kakao-Herz auf dem Morgen-Kaffee oder der Morgen-Milch für unsere Lieben
– Besuch von Muslimen in der Psychiatrie (Kontaktaufnahme mit der katholischen Seelsorge)
– Blutspenden
– Verkauf von unseren alten Sachen z.B. Kleider auf einem Trödelmarkt und mit dem Erlös eine größere Spende für eine gute Sache.
– sich beherrschen, wenn man wütend wird
– über die Worte anderer nachdenken, bevor man sie kritisiert
– älteren Leuten in der Bahn/im Bus Platz geben
– Spenden an arme Leute (z. B. via Islamic Relief)
– Freunde/Bekannte zu sich einladen und sie speisen
– versuchen kein Geld zu verschwenden (z. B. für eine 20. Jeanshose..)
– in Moscheen beten
– Dem Gebetsruf lauschen und antworten, nach der Sunna des Propheten (http://www.diesuessedesglaubens.de/…/ … hgebet.pdf)
– Die Duaa im letzten Teil des Gebetes vor dem Salaam… mitnehmen
– Am Freitag zu Fuß zur Moschee gehen (bei der Heimkehr einen anderen Weg wählen), davor Rusl (Ganzkörperwaschung) verrichten. Frühzeitig ankommen. 2 Rakaa für die Moschee beten. Während der Khutba nicht reden. Suratu-l Kahf lesen.
– Pünktlich beten bzw. das Gebet nicht (bis zum Ende der Zeit) verschieben
– Pünktlich zu den Terminen kommen
– Krankenbesuch (zu Hause, KKH, Reha)
– Helfen
– Die Steckdosen in der Moschee mit Kinderschutz versehen
– freiwilliges Fasten (Mo und Do)
– versuchen seinen Tagesrhythmus nach den Gebeten zu verrichten
– Koran lesen
– für die Schwestern da sein (Ideen, Engagement; nicht denken, die eigenen Ideen wären nicht gut genug)
– abgeben von dem was man liebt (z.B.: Lieblingskleidungsstück, Lieblingsessen, Wissen) – man bekommt noch besseres zurück.
– gutes Reden (üben seine Zunge zu zügeln, zuerst nachdenken, die guten Eigenschaften eines Menschen hervorheben – gute Übung für den Ramadan, denn auch die Zunge soll fasten!
– Verzeihen lernen (es geistig üben): die Sache mit der Person klären, reflektieren/sich selber in Frage stellen – es kann jeden Moment zu spät sein! Hochmut kann vieles zerstören…
– Du3a (Bittgebete) – Wie ALLAh das doch liebt / Mittel um die Seele zu reinigen.
– sogar das Bittgebet neu entdecken und lernen, mit ALLAh im Gespräch sein – immer Allahs Namen (2) erwähnen und dann die Bitte anschließen
– aufrichtig bitten und genau wissen, dass man es von ALLAH bekommen wird
– Sich über den Regen freuen, denn er ist Segen und jedes Mal Bittgebete sprechen
– Stets Duaa machen: zwischen Adhan und Iqâma, am Freitag während der Khutba u/o nach Asr (Stunde vor Maghreb), bei Regen, im letzten Drittel der Nacht, wenn möglich, beim Fasten, … denn sie werden dann erhört
– Bittgebete für seine Brüder und Schwestern bei deren Abwesenheit sprechen (z.B. für die Schw. aus der Gruppe, um Vergebung und Eintritt in den Firdaus, bitten)
– Wissen erwerben und vermitteln
– Freundlich lächeln (ist eine Sadaqa!)
– Gegen die eigene Nafs/schlechten Eigenschaften und Tendenzen kämpfen/wirken
– Das Beste aus jeder Situation/jedem Tag machen
– Seine Prioritäten richtig setzten: zuerst kommt alles was Hassanat bringt!
– Keine Angst haben, denn es wird immer alles gut, wenn man auf Allah vertraut
– So spenden, dass die linke Hand nicht weiß, was die Rechte gegeben hat
– Verschwenderisch mit guten Taten sein
– Darauf achten kein Essen weg zu schmeissen (Teller nicht überfüllen! Sachen, die im Kühlschrank sind aufbrauchen, bevor man Neues kauft, usw.)
– Seine Zeit nicht (für/mit Unnutz) verschwenden
– Mit den Mitmenschen gerecht und auf gute u. schöne Weise umgehen
– Die eigenen schlechten Gedanken kontrollieren, denn sie führen zu schlechten Worten
– Reue zeigen und sich bemühen die Sünde nie wieder zu tun, Allah um Unterstützung bittend
– Allah DANKBARKEIT ERWEISEN für seine Gesundheit, körperliche Funktionen, Arbeit, Geld, Familie/Freunde…, wenn man jemand in einer Prüfung sieht…
– Zuvorkommend sein
– Alles zu einem Anlass sehen Allah zu Gedenken (Tiere, Blumen, Menschen, Bücher…) – im Gedenken an Allah finden die Herzen Zufriedenheit/Trost
– Sich bemühen z.B. am Wochenende im letzten Drittel der Nacht zu beten und Duaa zu machen
– Das Duha-Gebet beten (freiwilliges Gebet zwischen ca. 30 min nach Fajr und „kurz“ vor Dohr) – Allah liebt das
– Probieren vom 13. bis 15. eines MOND-Monats zu fasten („weisse Tage“)
– Sich gleich nach einer Sünde und jeweils abends „um Rechenschaft ziehen“ -> Reue
– „Authu biLlahi mina shaitani-rajiim“ sagen, wenn man genervt ist
– Wenn man verärgert ist, sich sagen: „Ist doch unwichtig“ und die Sache/den Ärger vergessen – um Allahs Willen
– Vergeben und um Vergebung bitten
– Versuchen einen guten Einfluss auf seine Mitmenschen zu haben, besonders wenn man merkt, dass jemand etwas tun, was nicht so schön ist
– Sich bemühen taktvoll und lieb mit den Menschen umzugehen
– Quran/Hadith(e)/Duaa/die arabischen Buchstaben lernen… oder lehren
– GEDULD mit den anderen und mit sich selbst haben… aber gleichzeitig stets kritisch zu sich selbst sein, in Bezug auf das Benehmen, usw. (in gesundem Maße)
– Ihsan (Gott + den Mitmenschen gegenüber, und in den eigenen Taten) anstreben
– Die Suren, die man schon lange auswendig kann, auf (Ausprache)fehler überprüfen
– Die Suren/Versen, die man mal konnte aber vergessen hat, wiederholen/neu lernen!!
– Seine Beziehung zu Allah stärken/vertiefen
– Großzügig sein, in jeder Hinsicht – Leute beschenken
– Stets auf sein Benehmen achten – Vorbild / Dawa
– Ein Hindernis vom Weg entfernen
– Besonders nett zu den Eltern sein; die Familie öfters anrufen
– Suratu-l Kahf am Freitag schön lesen – und sich mit dem Inhalt beschäftigen; verstehen
– Suratu-l Mulk abends (vor dem Schlafengehen) lesen
– Suratul- Bakara alle 3 Tage komplett lesen – „treibt den Shaitan aus dem Haus“ für 3 T.
– (Dusch)Wasser sparen
– Das Licht ausschalten, wenn man aus dem Raum geht – nicht verschwenderisch sein
– Einem Waisenkind über den ‚Kopf streicheln
– Moscheeputz
– Verpackung von der Str. aufheben und in den Mülleimer schmeissen
– Einem Durstigen zu Trinken geben
– Einer neuen Moschee den/einen Teppich spenden
– Ein schönes Wort J
– Angehörige von behinderten Kindern unterstützen („Babysitting“) – erfahren wie es ist/ wie viel Mühe und Geduld…

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

P.S. Die Liste der guten Taten habe ich aus einem Schwesternforum, welche es von einem Tafsirkurs hat.

Heute Nacht ist Regaib-Nacht

Hallo und Salam Alaikum,

Hannibal-Nur wünscht allen eine gesegnete und besinnliche Regaib-Nacht ♥ Möge Gott unsere Gebete erhören und unsere Träume und Wünsche wahr werden lassen.

Hannibal-Nur wishes everyone a blessed and thoughtful night of Regaib ♥ May God accept our prayers and fulfil us our dreams and wishes.

Amin.

„IMANzipation“ – Bremen

Hallo und Salam Alaikum,

am Sonntag, den 3. Juni 2012, findet um 13:30 Uhr ein Vortrag von Frau Dunya Adigüzel im Bürgerzentrum Neue Vahr in Bremen statt.

„Selam aleikum liebe Schwestern,

das Leben als Muslima in Deutschland birgt viele Facetten mit sich. Der Spagat zwischen Beruf, Selbstverwirklichung, Pflichten in Ehe und Familie lässt unseren Alltag manchmal im dunkeln stehen….

… wir Bremer Schwestern rufen auf zur IMANzipation und möchten mit euch in unserem Vortrag lernen wie wir trotz stetigen Gegenwinds selbstbewusst im Leben stehen.

Dunya Adigüzel aus Berlin wird insA am 03.06. ab 13:00 Uhr zeigen wie wir nicht mehr gegen den Strom schwimmen, sondern unser eigener Fluss werden!

Mehr Information erhält ihr auf unserer Facebook Veranstaltung „Imanzipation“.
Bei Fragen könnt ihr euch gern per Mail bei ummah2.0-schwestern@mjd-net.de melden.

Wir freuen uns auf euch,
Wa selam wa rahmatullahi,

das Ummah 2.0 Schwestern-Team.“

Imanzipation_1.6.

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

Christen und Muslime – Engagement und Kompetenz im Dialog

Grüß Gott und Salam Alaikum,

ich bin auf die Organisation “ Die Christlich-Islamische Gesellschaft e. V.“ gestoßen und möchte sie meinen LeserInnen ein wenig näher bringen.

http://www.christenundmuslime.de/index.php

„Die Christlich-Islamische Gesellschaft e. V. (CIG) ist die größte und älteste Organisation des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland. Wir betreiben das Kompetenzzentrum Dialog mit dem Islam in Nordrhein-Westfalen.

Wir verfügen über mehr als 25 Jahre Erfahrung im partnerschaftlichen Dialog zwischen Angehörigen verschiedener Religionen, Konfessionen und Glaubensrichtungen sowie Menschen mit säkularem Hintergrund. Muslime und Christen treten in der CIG gemeinsam und gleichberechtigt ein für ein besseres Miteinander:
„Das Gemeinsame soll herausgestellt, das Trennende nach Möglichkeit so erklärt werden, dass die gegenseitige Verständigung fortschreitet.“ (Grundsatzerklärung der CIG)

Die Christlich-Islamische Gesellschaft ist ein eingetragener gemeinnütziger Verein.Wir setzen uns seit 1982 ein für die Verständigung, den Dialog und die Zusammenarbeit von Muslimen und Christen sowie Kirchen und islamischen Organisationen. Von einem gelingenden Miteinander profitieren nach unserer Auffassung nicht nur Muslime und Christen, sondern alle Menschen.

Unsere Mitglieder sind Muslime und Christen, Männer und Frauen. Dem Reden übereinander setzen wir das Arbeiten miteinander entgegen. Unser Vorstand besteht aus zwölf Menschen. Muslime und Christen sind darin zu gleichen Teilen vertreten.

Institutionen können Fördermitglieder der Christlich-Islamischen Gesellschaft werden.

Gegenseitige Achtung, der Respekt vor der Würde jedes einzelnen Menschen und das Wissen um die Bedeutung der Religionsfreiheit bestimmen unsere Arbeit. Aus dieser Haltung erwachsen Vertrauen und Verbindlichkeit.

Unser Ziel ist die positive Gleichberechtigung der Religionsgemeinschaften in Deutschland, Europa und in der Weltgemeinschaft. Daher treten wir ein für die gegenseitige Anerkennung der berechtigten Ansprüche der Religionsgemeinschaften und der einzelnen Gläubigen in Deutschland und im Ausland.

Die Christlich-Islamische Gesellschaft ist Gründungsmitglied des Koordinierungsrats des christlich-islamischen Dialogs in Deutschland.

Mehr über uns erfahren Sie hier: http://www.chrislages.de/menue/cig.html

(Auszug aus „Über uns“ von ihrer Homepage)

Vielleicht stöbern Sie ein wenig und finden Gemeinsamkeiten und Ideen, wie man den Dialog intensivieren kann.

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

Bonner Friedensmarsch – 20. Mai 2012

Hallo und Salam Alaikum,

hier ein Aufruf zum Friedensmarsch aller Liebenden der Menschlichkeit:

„Meine allerliebsten Freunde und Geschwister in der Menschlichkeit,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

für den kommenden Sonnatg, dem 20.05.2012 habe ich einen Friedensmarsch von 14:00 Uhr bis 17:00 Uhr organisiert. Dieser Friedensmarsch ist unter dem Motto:

… „WIR lassen uns Hetze und Haß NICHT gefallen!- Bonn für Frieden und Gewaltlosigkeit!“

Dieser Friedensmarsch ist nicht nur für die Bonnerinnen und Bonner, sondern für die ganzen Bürgerinnen und Bürger der BRD. Zusammen, Seite an Seite, als gewaltlose und friedliche Menschen werden wir Hass, Hetze und Spaltung in der Gesellschaft die Stirn bieten. Genug zugeschaut. Genug weggeschaut! Lasst uns gemeinsam einen Marsch des Friedens umsetzen, der die Herzen zum bebt bringt und wieder Vertrauen und Sicherheit in diese bringt. Aber was bin ich ohne EUCH/Sie?

Darum bitte ich euch/Sie von Herzen: Macht/Machen Sie Werbung dafür (E-Mail, SMS,Facebook, etc. …), unterstützt/en mich! Lasst/Lassen Sie uns gemeinsam die 100 Marke brechen. Stellt/en euch/sie sich vor: 100 Personen, Hand in Hand als eine Menschenkette gegen Rassismus, Hass, Hetze von allen Seiten, Spaltung und Gewalt!

Treffpunkt: Ecke Honneferstr./ Ellesdorfer Str. 13
53179 Bonn (am Penny)
Route: Von da aus in Richtung König Fahd Akademie.

Warum dorthin? Um ein Zeichen zu setzen, den Opfer unser Mitgefühl auszusprechen und um den Nachbarn DANKE zu sagen, denn die meisten haben die Stadt Bonn kontaktiert und gesagt: „Wir hassen Muslime nicht. Das was vorgefallen ist, ist ein Problem. Aber wir hassen unsere muslimische Mitmenschen nicht.“

Was wird gebraucht?
Weiße Fahnen: Um den Frieden zu signalisieren, gerne auch weiße Armbinden.
weiße Rosen/Blumen und Plakate mit FRIEDLICHEN Parolen, Wasser-und Plätzchenspenden für den Erfrischungsstand sind mehr als Willkommen.

Was wird NICHT gebraucht:
Hasserfüllte, fanatische und gewalttätige Menschen. Auf dass sie ihre Herzen von all diesen schlechten Dingen heilen lassen. Dann wären sie mehr als willkommen, um mit uns Hand in Hand ein Zeichen der Menschlichkeit und der Gewaltlosigkeit zu setzen.

Bei Fragen: saloua50@hotmail.com

Ich bitte vorallem Familien mit ihren Kindern zu kommen, um ein Zeichen der Zuversicht und der Liebe zu setzen. Begleitet werden wir von der Polizei Bonn.

Mit friedlichen Grüßen!

Saloua Mohammed

Menschenrechts- und Friedensaktivistin“

Treffpunkt: Ecke Honneferstr./ Ellesdorfer Str. 13, 53179 Bonn (am Penny)
Route: Von da aus in Richtung König Fahd Akademie.
Uhrzeit: 14 bis 17 Uhr

Ausschreitungen in Solingen und Bonn

Hallo und Salam Alaikum,

manchmal ist Reden silber und Schweigen gold. Ich habe ein paar Tage überlegt, ob ich nun wirklich Stellung nehmen sollte oder nicht, aber angesichts der Ereignisse vergangener Tage komme ich nicht drum herum mich zumindest auf meinem Blog davon offiziell zu distanzieren.

Seit den Ausschreitungen am 1. Mai, vergangene Woche Dienstag, gibt es nicht nur Auseinandersetzungen in Bezug auf ProNRW, aber auch Streitereien unter MuslimInnen, was die Aktionen einiger Muslime am 1. Mai in Solingen, und am vergangenen Samstag, dem 5. Mai, in Bonn, angehen.

Mir fehlen die Worte, dass seitens einiger MuslimInnen diese provokanten Aktionen gebilligt und unterstützt werden. Das inhaltliche wie auch aktive Verhalten dieser dazu beitragenden Muslime hat meiner Meinung nach nichts mit Islam, dem Glauben an sich oder gar menschlichem Verhalten zu tun.

Das in der Nacht zum Samstag, dem 28. April, abgetrennte Schweineköpfe vor der Moschee am Neuköllner Columbiadamm abgelegt worden sind, zeugt für mich nicht von besonderer Klugheit, sondern ist eine Provokation, derer manche Muslime nicht gewachsen sind bzw. waren, und es dementsprechende Konsequenzen gab. Man muss dazu allerdings erwähnen, dass nicht allein ProNRW daran Schuld ist, sondern, dass es auch EinzeltäterInnen gibt, die in der rechten Szene aktiv sind und an solchen Aktionen entweder beteiligt sind oder auf eigene Faust handeln.

Die Provokationen werden gezielt auf Muslime gerichtet, somit werden einige so weit verunsichert, dass sie in Folge von Verunsicherung ihren niedrigsten Instinkten folgen und genau das entstehen lassen und zeigen, was von solchen Gegnern ohnehin schon provoziert wird. Es wird geradezu darauf hingearbeitet, dass bestimmte Muslime aus der Fassung geraten und sich im Endeffekt öffentlich durch ihr eigenes Verhalten erniedrigen, und somit alle anderen MuslimInnen in Verruf bringen.

Die Schlägereien in Solingen am 1. Mai können von mir weder gutgeheißen noch unterstützt werden, denn auch wenn diese aus einer Provokation der ProNRW durch Zeigen von islamischkritischen Karikaturen entstanden sind, so ist es ein Armutszeugnis derer, welche sich haben provozieren lassen. An der Kundgebung Pro NRW nahmen ungefähr 25 Personen teil. Spontan meldete eine Solinger Privatperson eine Demonstration unter dem Motto “Gegen Pro NRW” an. An dieser Versammlung, die von der Solingen Camii an der Konrad-Adenauer-Straße zum Rathausplatz führte, nahmen lautstark ca. 60 Personen teil, die der salafistischen Szene zuzuordnen seien. Wären diese Personen hinter ihrer Absperrung geblieben, wie es zu Anfang auch noch war, dann wäre es nicht zu gewalttätigen Ausschreitungen gekommen. Mitgebrachte Steine zeigen die Gewaltbereitschaft, die wohl im Vorfeld schon mit eingeplant worden war, eine Aktion, die nicht zu akzeptieren ist, weder als MuslimInnen noch als NichtmuslimInnen.

Das salafi-orientierte Muslime aus der Aktion in Solingen nichts gelernt und gleich darauf erneut zu einer Gegendemo aufgerufen haben, die im Endeffekt noch schlimmer ausartete als was in Solingen passiert ist, kann ich als Muslima und Mensch, der andere achtet und respektiert, nicht nachvollziehen. In diversen Netzwerken und auf unterschiedlichen Islamseiten wurde auf die Organisation dieser Gegendemo hingewiesen. Es ist allerdings traurig zu sehen, dass genau diese Aufrufe so viele Menschen erreicht haben, obwohl gleichzeitig für die Öffentlichkeit lesbar war, dass die Organisatoren von Gewaltausschreitungen (schon vor der Gegendemo) ausgingen, und Musliminnen dazu aufriefen zuhause zu bleiben. Ich habe nichts gegen Schutz einzuwenden, aber wenn zu dem im gleichen Atemzug von Bereitschaft zu Gewalt geraten wird, dann kann etwas nicht stimmen.

Wie man mittlerweile erfahren hat, sind Steine, Schlagstöcke, eine Steinschleuder sowie ein Messer sicher gestellt worden. Es sind alles Waffen, die vor der Demo organisiert und mitgebracht worden sind. Laut Medienberichten sollten weniger als 50 ProNRW Demonstranten anwesend gewesen sein, während eine bestimmte muslimische Gruppierung über 600 Demonstranten mobilisiert haben soll. Wie viele letztendlich da waren, kann ich nicht beurteilen, aber die Übergriffe, die ich im Fernsehen anschauen habe müssen, verschlugen mir die Sprache. Eigentlich fehlen mir die Worte mich höflich auszudrücken, doch möge Gott mich davor bewahren, mich in meiner Geduld alleine zu lassen, denn ich weiß nicht, wie ich dann reagieren würde. Diese Gewaltbereitschaft ist kein islamisches Verhalten. Es ist brutale Realität eines Fanatismus, dem man Einhalt gebieten muss.

Enttäuschung und teilweise auch ohnmächtige Wut breiten sich in mir aus, denn „sie wissen nicht, was sie tun“ (um es mal so salopp zu formulieren). Die ständigen Diskussionen vergangener Tag mit Musliminnen, welche diese Taten unterstützen, können einen mürbe machen und ein Friedensfähnlein schwenken lassen, aber aufgeben und mich mundtot machen lasse ich nicht zu. Viele MuslimInnen schämen sich für diese Aktionen der salafi-orientierten Geschwister. Es ist ein permanentes Fremdschämen, wo man sich fragt, was es denn endlich aufhören möge.

Von islamischem Verhalten, oder gar Menschlichkeit, war in diesen Aktionen und den Nachwehen nichts zu bemerken. Es ist leider wieder einmal geschafft worden, dass weiterhin und sogar vertieft Muslime negativ und mit Abwehr betrachtet und teilweise auch dementsprechend behandelt werden, auch wenn sie sich von diesen Aktionen der salafi-orientierten Muslime ausdrücklich distanzieren.

Eine kleine Gruppierung hat es mal wieder einmal geschafft all uns Muslimen, zumindest in Deutschland, einen negativen Ruf aufzudrücken, weil sie selbst nicht in der Lage dazu waren sich im Zaum zu halten und sich gemäß nach dem Vorbild des Propheten saw zu verhalten. Dieser hat sich, trotz übelster Beleidigungen nicht aus der Ruhe bringen lassen, sondern hat immer zu sanftem Benehmen angemahnt. Daher ist folgendes Sprichwort auch passend:

Wer mit Steinen beworfen wird, der werfe mit Brot zurück.

Ich kann solche Aktionen weder gutheißen noch unterstützen und schon gar nicht entschuldigen. Was haben sich diese Menschen dabei gedacht? Haben sie nicht von vorneherein den Gedanken mal aufgebracht, dass sie vielleicht nicht nur allen anderen Muslimen, aber auch sich selbst damit schaden? Hier gibt es keinen Krieg, von daher muss man sich noch nicht einmal verteidigen – und schon gar nicht tätlich. Gewaltanwendung ist im Islam nur als Verteidigungsmittel erlaubt, wenn man selbst als Muslim tätlich angegriffen wird, um sich dann im Namen der Religion zu verteidigen. Hier aber greift dieses Instrument nicht. Die Gewaltbereitschaft ist seitens der muslimischen Front initiiert und im Vorfeld organisiert worden. Diese Muslime sollten sich auf ihren Glauben zurückbesinnen und sich den Unterschied zwischen dem großen und dem kleinen Dschihad vor Augen halten.

Für solch ein Verhalten gibt es keine Entschuldigungen. Auch wenn der Wunsch nur Vater des Gedankens ist, so wäre eine öffentliche Entschuldigung seitens der an den Gegendemos teilnehmenden Muslime angebracht, denn solch ein Verhalten kann nicht akzeptiert, toleriert oder gar einfach hingenommen werden.

Mit enttäuschten, aber dennoch friedlichen Grüßen

Hannibal-Nur