„Burkini: Stoff-Tatsachen ins Auge blicken“ Ein Beitrag von mir im DTJ

Hallo und Assalamu Alaykum,

hier ein Beitrag von mir zu aktuellen Burka-Burkini Debatte:

Und all das für ein Stück Stoff?

Man ist langsam der Debatte müde und wo man hinschaut, liest man von jedem, sei es aus muslimischer oder nichtmuslimischer Seite, dass diese Burka-Debatte weder einen sinnvollen Anfang hatte noch ein kluges Ende finden wird. Wenn man realistisch ist, bemerkt man, dass es sich hierbei um eine Scheindebatte handelt, die aufgrund von anti-muslimischen Ressentiments in der europäischen Bevölkerung geführt wird, und in der es eigentlich um Muslime und ihren Glauben, und nicht um ein Stück Stoff, geht. In Konsequenz fühlen sich die Muslime, insbesondere Musliminnen durch solche Diskussionen ausgegrenzt. Fakt ist, dass es in der Debatte um die Burka und den Burkini nicht um innere Sicherheit, Frauenrechte oder Religionsfreiheit geht, sondern darum, eine Religion zu diffamieren und gegen ihre Anhänger, insbesondere in diesem Fall Anhängerinnen, Stimmung zu machen…“

Hier der Link zum Weiterlesen:

Burkini: Stoff-Tatsachen ins Auge blicken

Herzliche Grüße

Caroline

Offene Koran-Runde in Bremen

Hallo und Assalamu Alaykum,

es ist wieder soweit:

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Die nächste offene und informelle Koran-Runde findet diesen Freitag im Infopoint Islam Bremen statt.

 

 

Thema: „Der Umgang mit den sozialen Medien im Kontext und Verständnis des Korans.“

In entspannter Atmosphäre tauschen wir uns aus.

Jeder ist herzlich willkommen. 🙂

Bis Mittwoch, den 03. August, bitte anmelden. Vielen Dank.

LG und Salam
Caroline

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Infopoint Islam
Obernstraße 16
28195 Bremen
http://www.caroline-neumueller.de

Warum die beste Zeit zur Begleichung der Zakat direkt nach dem Fastenmonat Ramadan ist

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Die jährliche Pflichtabgabe – Zakat – ist kein freiwilliges Almosen, sondern eine rituelle und von Muslimen willentlich und bewusst geleistete, gottesdienstliche Pflichthandlung, die außerdem ein Recht der Armen und Bedürftigen ist. Interessant in diesem Kontext zu wissen ist, dass diese Pflicht so ernst genommen wird, dass theologisch betrachtet das Einbehalten dieser 2,5% Diebstahl bedeutet.

Zakat bedeutet, dass das eigene Vermögen von dem Anteil gereinigt wird, der der Allgemeinheit zusteht. Wichtig zu wissen ist, dass Vermögen nicht gehortet werden soll, sondern für alle Mitmenschen ein Nutzen ist.

Ab einer bestimmten Vermögensgrenze sind Musliminnen und Muslime dazu verpflichtet, jährlich 2,5% – 1/40 – ihres Vermögens, welches nicht zum täglichen Leben benötigt wird (Gespartes, Einkünfte, Erbe o.ä.) an Bedürftige abzugeben, auch wenn das Kapital insgesamt damit abnimmt.
Die Zakat leistet aus muslimischer Sicht einen wichtigen Beitrag dazu, den Menschen vor Geiz und Habgier zu schützen, denn auch wenn Einkünfte und Besitz im Islam legitim sind, so verpflichtet Eigentum aus islamischer Perspektive mit anderen zu teilen.

Wenn folgende Bedingungen eingehalten werden, ist man in der Pflicht die Zakat zu zahlen: 1. Wenn man Muslimin bzw. Muslim ist; und 2. Wenn man in Vollbesitz ist und volle Verfügungsgewalt über Besitz hat, das entsprechend seiner Art die verpflichtende Abgabegrenze zum Zakat-Geben erreicht, während der Dauer eines Jahres. (Reidegeld, S. 527).

Die Empfängergruppen der Zakat sind im Koran bestimmt:

„Die Almosen sind nur für die Armen, die Bedürftigen, diejenigen, die damit beschäftigt sind, diejenigen, deren Herzen vertraut gemacht werden sollen, (den Loskauf von) Sklaven, die Verschuldeten, auf Allahs Weg und (für) den Sohn des Weges, als Verpflichtung von Allah. Allah ist Allwissend und Allweise.“ (Koran, 9:60)

Laut Reidegeld sind folgende Personengruppen damit gemeint (Reidegeld, S. 543):

1. Die absolut Armen, die gar nichts besitzen, auch nicht einmal das Existenzminimum, welches Nahrung, Kleidung und Unterkunft betrifft.
2. Die Armen und Bedürftigen mit Existenzminimum, jedoch auch diejenigen, die mehr brauchen, dadurch, dass sie ungewollt verschuldet sind etc.
3. Diejenigen, die mit der Sammlung und Verteilung der Zakat beschäftigt sind.
4. Die, deren Herzen gewonnen werden sollen; damit sind Menschen gemeint, die Muslime werden möchten, aber durch ihren Eintritt möglicherweise Verluste erleiden könnten.
5. Die Sklaven und Unfreien – geschichtlich bedingt. Diese Gruppe gibt es heute nicht mehr.
6. Diejenigen, die durch Schuldenaufnahme zu erlaubten Zwecken bedrückt werden.
7. Diejenigen, die auf dem Wege Gottes kämpfen, d.h. die die Muslime gegen Angriffe im echten Kampf verteidigen.
8. Diejenigen, die sich auf Reisen befinden, die zu erlaubten oder guten Zwecken stattfinden.

Es gibt unterschiedliche Standpunkte, wie die Zakat gegeben werden soll. Findet man jemanden von jeder oben genannten Gruppe, so sollte ihnen allen etwas von der Zakat gegeben werden. Hierzulande leben wir in keinem islamischen Rechtsstaat, deshalb ist es des Einzelnen Pflicht nach bestem Gewissen und Gewissen seine Zakat abzugeben. Es ist nicht notwendig, innerhalb einer Gruppe etwas zu geben, sondern es sollte nach wirklich akuten Bedürfnissen entschieden werden. Wer aus dieser Pflichtabgabe unterstützt wird, ob Muslim oder nicht, ob in Notlagen vor Ort oder in der Ferne, ist nicht vorgeschrieben, denn einzig und allein entscheidend ist, dass jemand bedürftig ist.

Es gibt verschiedene Meinungen zum bestmöglichen Zeitpunkt des Begleichens der Zakat, da es sich immer um die individuelle finanzielle Situation sowie sein Beruf und/ oder sein Handwerk handelt. Meiner Meinung nach ist es für jemanden in der Landwirtschaft oder auch in der Viehzucht wichtig den Abgabetermin der Zakat so zu terminieren, dass es wahlweise nach einem Verkauf, nach einer Schlachtung, nach einer Ernte und Verkauf am Sinnvollsten erscheint die Berechnungen des Einkommens und Vermögens mit Abzug der Zakat zu leisten, während jemand, der sich im kaufmännischen, wissenschaftlichen und medizinischen Bereich etabliert hat, seinen Abgabetermin freier aussuchen und festhalten kann.

Nachdem ich mich eigenständig mit der Zakat beschäftigte, was sie für mich bedeutet und wie ich mit ihr umzugehen habe, entschied ich mich nach nicht allzu langer Überlegung, dass der bestmögliche Zeitpunkt meiner jährlichen Pflichtabgabe zum Ende oder kurz nach Ende des Fastenmonats Ramadan sein würde. Da der Ramadan eine Reinigung von Körper und Seele ist, fällt es mir nicht schwer die Reinigung meines Besitztums vorzunehmen und damit meiner Pflicht der Abgabe der Zakat nachzukommen. Es ist, als ob sich der Kreis der Reinigung damit schließt und in Einklang gerät, wenn Körper, Geist und Vermögen sich gereinigt haben und zum Guten verwendet werden.