♥ Djuma Mubārakah ♥

 

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

„Der Qur’an – Ein Gelehrtentext oder Wegweiser für alle?“

Das Wort Gottes für sich zu beanspruchen, das ist ein schwerer und steiniger Weg, und doch erlauben sich viele dieses Recht für sich zu vereinnahmen bzw. andere darauf hinzuweisen oder gar zu ermahnen, nicht selbständig den Qur’an zu lesen, zu verstehen oder gar zu interpretieren. Eigentlich weiß man gar nicht, an welchem Qur’anverständnis man sich orientieren soll. Es gibt unzählige sinngemäß übersetzte Qur’anexemplare, inklusive der Qur’anexegese (Tafsire, Kommentare und Erläuterungen), und selbst wenn man sich – sollte man der arabischen Sprache wirklich mächtig sein (rund nur 1/5 aller Muslime ist fließend Arabisch sprechend, was aber nicht gleichbedeutend mit dem Verständnis des Qur’anoriginals ist) – wird man bei einigen Auslegungen Traditionen und Aberglaube in den Meinungen der Qur’angelehrten finden. Deshalb ist es wichtig, dass sich jeder einzelne Mensch, der Interesse an der Wahrheit des Qur’ans hat, mit ihm auch persönlich beschäftigt.

Der Qur’an ist eine göttliche Offenbarung. Er ist Gottes Wort. Er ist unveränderlich. Seine Interpretation ist jedoch vielfältig, und, nicht zu vergessen, das Werk von uns Menschen. Manch einer würde nun sagen, dass es den Menschen nicht erlaubt sei Gottes Wort zu verstehen bzw. zu interpretieren. Diese Aufgabe solle man „gelehrten“ Menschen überlassen und sich dann an deren Meinungen und Verständnis des Wort Gottes orientieren und halten. Natürlich gibt es Menschen, die besser als andere verstehen, deshalb sollte man das Wissen von ihnen nutzen, wenn man selbst etwas nicht versteht und sich aufklären lassen möchte. Es gibt eine Überlieferung von Buchary, die besagt folgendes:

SonnenstralDer Prophet (saw) sagte folgende Worte in seiner Abschiedspredigt: „Mögen die Anwesenden die Abwesenden davon mitteilen, vielleicht sind unter ihnen jene, die es besser verstehen.“

Das bedeutet allerdings im Klartext, dass es nicht die sind, die den Qur’an besser auswendig lernen oder rezitieren, sondern die ihn besser verstehen können. Die Vernunft und das Verstehen wird hierbei ausdrücklich vom Propheten bestätigt. Und was die Vernunft und das Verständnis angeht, liegt, wie man bekanntlich weiß, im Auge des Betrachters.

Der Qur’an ist ein Text, der den Leser (ganz gleich, ob Mann oder Frau) zum Lesen, Sinnieren, Nachdenken bringen soll, und er zeigt das dem Leser in vielen Beispielen, indem er den Leser dazu ausdrücklich auffordert:

Quran„Wollen sie denn nicht versuchen, diesen Qur’an zu verstehen? Wäre er von irgendeinem anderen als Gott ausgegangen, hätten sie darin sicherlich manch inneren Widerspruch gefunden!“ (Qur’an 4:82)

 

oder auch

Quran

„Wahrlich, die schlimmsten aller Geschöpfe in der Sicht Gottes sind jene Tauben, jene Stummen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.“ (Qur’an 8:22)

 

Den Qur’an zeitgemäß, also im Hier und Jetzt, zu lesen, ihn zu reflektieren, und ihn auszulegen ist nicht überall selbstverständlich; auch nicht in Deutschland. Eigentlich ist es sehr schade, dass selbst hier Schranken aufgebaut werden, obwohl Gott zu uns spricht, dass wir alle unseren Verstand nutzen sollen. Die Wurzel der Herausforderung (ich sage nicht Übel, da es auch gute Seiten hat) ist, dass es viele Muslime gibt, die Gelehrten folgen, deren Meinungen aus den Zeiten vorheriger Jahrhunderte stammt. Das muss nicht verkehrt sein, allerdings kann es in mancherlei Hinsicht durchaus fatale Folgen haben, wenn man sich nur „zurückbesinnt“ und nicht in der Gegenwart Gottes Wort mit Verstand und Reflektion begegnet.

Es gibt Qur’anexegesen aus der Zeit des Propheten (saw), aus der Zeit nach seinem Tod, aus der Blütezeit des Islams, sowie dem Mittelalter – sie mögen zum jeweiligen Zeitpunkt passend gewesen sein, jedoch muss das nicht automatisch für unsere Gegenwart gelten.

Das Verstehen und (Er-)Leben des Qur’ans ist meiner Meinung nach dem „normalen“ Muslim von anderen Muslimen erschwert worden. Viele Gelehrte haben den Muslimen die Religion erschwert, indem sie Gebote und Verbote aufgestellt haben (und es noch immer tun), die untragbar und nicht im Sinne von Gottes Wort sind. Der Muslim an sich hat somit schon fast den Durchblick, was den Qur’an angeht, verloren; und was noch viel schlimmer ist: er hat schon teilweise den Mut verloren, sich selbst den Qur’an zu eigen zu machen, um ihn selbständig als Wegweiser zu nutzen, obwohl Gott den Menschen im Qur’an genau dazu aufruft.

Es gibt, wie ich gelesen habe, drei Sorten Islam: a) der Islam im Qur’an, b) der kulturelle Islam, und c) der orthodoxe Islam. Komisch, oder? Eine Religion, und doch mehrere Auffassungen? Da rühren zu viele Köche in einem Brei herum. Irgendwann wird er einfach ungenießbar. Eine schwierige Situation. Ich sage nicht, dass wir keine Gelehrten brauchen. Ich lehne sie auch nicht ab, aber ich denke, dass man sie weise und mit Bedacht auswählen muss. Das bedeutet, auch in dieser Wahl muss der Verstand eingesetzt und genutzt werden. Das wiederum führt uns zurück zum Qur’an, welcher uns andauernd zum Nachdenken auffordert.

Eigentlich nützt einem der Qur’an überhaupt nichts, wenn man ihn nur hin und wieder entstaubt und dann meint damit Gott gedient zu haben. Wenn man das Wort Gottes nicht liest, wird man zu keinen eigenen Erkenntnissen kommen. Die Frage ist, warum nur wird der Qur’an kaum noch gelesen? Weil einem permanent eingetrichtert wird, man dürfe das nicht, man müsse ja den Gelehrten diesen Vorrang geben, schließlich hätten sie das Wissen, der Laie aber nicht. Es sind nicht nur die Gelehrten, die einem indirekt mitteilen, dass man auf sie „hören“ soll. Es sind auch ganz normale Muslime, wie Du, der bzw. die gerade meinen Text liest, die einen versuchen davon abzuhalten den Qur’an selbständig zu verstehen und zu interpretieren. Dabei steht im Qur’an etwas ganz anderes, und zwar das erste Gebot für den Menschen:

Qurantruhe„LIES im Namen deines Erhalters, der erschaffen hat – den Menschen erschaffen hat aus einer Keimzelle! Lies – denn dein Erhalter ist der Huldreichste, der (den Menschen) den Gebrauch der Schreibfeder gelehrt hat – den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste!“ (Qur’an 96:1-5)

Es ist eigentlich ganz interessant, was man alles im Qur’an herausfindet. Es offenbaren sich einem Dinge, die jedem selbsterklärend sind, und bei denen schnell ein „Aha“-Erlebnis zustande kommt. Der Qur’an sagt zum Beispiel das Gegenteil von dem, was so manche Gelehrte lehren (diese müssen sich nämlich eigentlich in ihrer Lehre hüten den Gläubigen irgendetwas von ihrer Meinung aufzuzwingen, sondern nur, wenn gewünscht, präsentieren):

Quran

 

„Sie haben sich ihre Schriftgelehrten und Priester zu Göttern genommen neben Gott…und doch war ihnen geboten, keinen anzubeten als den Einen Gott, außer dem es keine Gottheit gibt. Allzu heilig ist Er für as, was sie (Ihm) zur Seite stellen.“ (Qur’an 9:31)

 

Es ist sicherlich schwierig ganz ohne Gelehrte auszukommen, und wie ich obig schon vermerkt habe, ist es sinnvoll den Gelehrten zu „folgen“, an die man glaubt, die auch wirkliche „Diener Gottes“ sind und nicht nur Meinungen und Fatawa, wie es ihnen beliebt, in die Welt setzen. Ihre Arbeit muss im Sinne des Allmächtigen und Barmherzigen sein. Man muss sich bei ihnen aufgehoben fühlen. Ich kenne derzeit nur eine Handvoll von Gelehrten (inklusive schon verstorbener Gelehrte), denen ich etwas abgewinnen kann. Die meisten sind Menschen ihrer Zeit, ihrer Herkunft, ihrer Umgebung, Kultur und Traditionen. Mir bringt nur ein Gelehrter/ eine Gelehrte etwas, wenn er bzw. sie sich frei von seiner bzw. ihrer Herkunft macht und sich mit Logik, Rationalität aber auch Spiritualität wie Hingabe zu Gott dem Qur’an widmet und damit sein bzw. ihr Wissen mit anderen teilt.

Wer sich etwas im Islam auskennt, weiß, dass der Qur’an keinen Vermittler zwischen Gott und dem Menschen akzeptiert. Genau das hat den Islam und den Qur’an für mich so wahnsinnig attraktiv gemacht. Ich fand es (und finde es immer noch) genial, dass ich mich direkt mit Gott auseinandersetzen und mit Ihm Zwiegespräche – sei es im Gebet oder einfach so – führen kann. Ich brauche keinen Mittelsmann. Niemand „stört“ die Beziehung zwischen Gott und dem/ der einzelnen Gläubigen. Eigentlich…wenn es da nicht Menschen geben würde, die dem einen Strich durch die Rechnung machen wollen, obwohl es dem Qur’an nach nicht korrekt ist:

Qurantruhe„Folgt dem, was zu euch von eurem Erhalter herabgesandt worden ist, und folgt keinem anderen Herren als Ihm.“

(Qur’an 7:3)

 

Wie ich in vielen Gesprächen, aber auch Diskussionen, erlebe, möchten sich die Menschen mit dem Qur’an beschäftigen. Sie möchten ihn kennen lernen, ihn verstehen, ihn lieben lernen, und sie wollen sich nicht immer vorschreiben lassen, was sie in Bezug auf das Lesen und Verstehen des Qur’ans alles angeblich nicht machen dürfen. Deshalb ist es wichtig, dass man die Menschen den Qur’an lesen lässt und ihnen eben nicht andauernd vorschreibt, was sie zu machen und zu lassen müssen.

Schriftgelehrte sind gut, aber die Verehrung der Schriftgelehrten, wie diese teilweise zu finden ist, hat nichts mit dem Verständnis des Qur’ans zu tun. Man darf (und sollte) Gelehrte zu Rate ziehen, wenn man etwas im Qur’an nicht versteht; und wenn es kein bekannter Gelehrter ist, dann zieht man wissende Menschen zu Rate, denen man Vertrauen schenken kann. Aber sich nur auf die Meinungen von Gelehrten zu stützen ist meines Erachtens nicht im Sinne des Qur’ans, und deshalb auch nicht im Sinne Gottes.

Der Qur’an ist ein Wegweiser für alle Menschen. Er ist deutlich, einfach und direkt zu verstehen…sofern man seinen Verstand benutzt:

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„Und also haben Wir von droben diese (göttliche Schrift) in der Gestalt klarer Botschaften erteilt: denn (also ist es,) dass Gott rechtleitet, wer (rechtgeleitet) werden will.“ (Qur’an 22:16).

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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Die 25 namentlich erwähnten Propheten im Qur’an

Rose

 

…sie alle haben eine spannende Lebensgeschichte zu erzählen und ein jeder von ihnen hat eine besondere Bedeutung.

 

 

Friede sei auf ihnen allen (alaihum as-Salam):

1. Adam
2. Idris (Henoch)
3. Noah (Nuh)
4. Hud
5. Salih
6. Abraham (Ibrahim)
7. Lot (Lut)
8. Ismael (Isma’il)
9. Isaak (Is-haaq)
10. Jakob (Ya’qub)
11. Josef (Yusuf)
12. Hiob (Ayyub)
13. Schu’aib
14. Moses (Musa)
15. Aaron (Harun)
16. David (Dawud)
17. Salomo (Suleiman)
18. Jonas (Yunus)
19. Elias (Ilyas)
20. Elisa (Alyasa)
21. Dhu-l-Kifl
22. Zaccharias (Zakariya)
23. Johannes (Yahya)
24. Jesus (‚Isa)
25. Muhammad

Eine Ummah?

Hallo und Assalamu Alaykum,

gemeinsam

 

 

 

 

„Und aus euch soll eine Gemeinde werden, die zum Guten einlädt und das gebietet, was Rechtens ist, und das Unrecht verbietet; und diese sind die Erfolgreichen.“

(Qur’an 3:104)

Es wird viel davon gesprochen und geschrieben, dass die Muslime EINE Gemeinschaft – eine Ummah – sind. Und doch zeigt die Realität, dass viele Entzweiungen stattfinden und die Gemeinschaft zwar auf wundersame Weise durchaus gewisse Solidarität untereinander beweist, jedoch die Muslime sich immer mehr voneinander entfernen. Der Qur’an aber fordert, dass wir uns mehr zusammentun, füreinander da sind, in guten wie in schlechten Zeiten, und nicht nur, wann es uns einzeln „in den Kram passt“. Die Nächstenliebe und das Miteinander braucht einen neuen Schwung sowie Enthusiasmus von allen Seiten.

Erst wenn wir wirklich als EINE Ummah im wahrsten Sinne des Wortes sind, oder uns zumindest in diese Richtung bemühen, werden wir auch von außen respektiert, verstanden und geliebt werden.

(Aber ich glaube, dass das zurzeit nur Wunschdenken sein kann. Ob es irgendwann wirklich eine Gemeinschaft geben wird? Allahu Alleem (Gott weiß es am Besten).)

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

Islam ist ein Lebensgefühl

Hallo und Assalamu Alaykum,

Der Islam darf nicht indoktriniert werden, denn er ist bzw. soll für jeden einzelnen Menschen ein einzigartiges Lebensgefühl sein.

Jetzt höre ich schon im Geiste bzw. in meinem Kopf die Stimmen, die mir sagen möchten, dass man den Islam ohne gewisse Anweisungen, Regelungen und/ oder Riten nicht leben und somit dann von der Praxis her auch kein „richtiger“ Muslim sein kann. Der O-Ton wäre womöglich, dass man ohne das Gebet kein „richtiger“ Muslim wäre; dass man ohne die „korrekte“ Kleidung kein „richtiger“ Muslim sein könnte; dass man ohne die Beherzigung und Ausübung des Fundaments des Islams Schwierigkeiten haben könnte als „richtiger“ Muslim durchzugehen.

Nur…was ist „richtig“ und wer bestimmt das? Und ist es nicht eine Herzens- und Glaubensangelegenheit eines jeden einzelnen Menschen, wie er die Beziehung zu Gott sucht und seinen Glauben praktiziert? Es ist durchaus machbar diese Frage mit einem klaren „Ja“ oder auch „Nein“ zu beantworten. Es kommt darauf an, aus welcher Sicht man die Praxis und das Sein eines Muslims/ einer Muslimin definiert und versteht.

Es gibt Länder, in denen die Einwohner zur Glaubenspraxis, zumindest was die Öffentlichkeit angeht (man hat sonst seinen Ruf zu verlieren), regelrecht genötigt werden. Das bedeutet z.B., dass wenn der Gebetsruf ertönt, die Geschäftsbesitzer ihre Läden schließen und zur nächstgelegenen Moschee eilen müssen, um das Gebet zu verrichten. Das geschieht somit nicht aus freier Hingabe zu Gott, sondern unter Zwang. Es ist schon fast eine gesetzlich-religiöse Indoktrination, welche in manch islamisch geprägten Land den Alltag beherrscht.

quran_rose_paletsHier in Deutschland können wir Musliminnen und Muslime sehr dankbar sein, dass wir Religionsfreiheit haben und unseren Glauben nach unseren Vorstellungen praktizieren können. Wir genießen wirklich viele Freiheiten und können die so genannten Pflichten des Glaubens (eigentlich) fast ohne Probleme ausüben:

Wir können zur Schahada stehen – Das islamische Glaubensbekenntnis (Es gibt keinen Gott außer Gott, und Muhammad ist sein Gesandter) kann ohne Zwang geglaubt werden. Wir rezitieren es, wenn wir beten (tagtäglich). Das Gefühl WIRKLICH zu glauben, ist ein Lebensgefühl.

Wir können das Gebet verrichten – Vielleicht nicht immer pünktlich auf den Gongschlag (was aber auch nicht schlimm ist, denn wir haben ja, Gott sei Dank, Zeitspannen, die uns Raum dafür lassen), aber wir können zuhause, in der Moschee oder bei Freunden das Gebet verrichten. Keiner hindert uns daran, aber auch keiner zwingt uns dazu. Es ist unsere eigene Entscheidung und liegt bei uns.

Wir können Ramadan ausüben – Wenn im Ramadan gefastet wird, können wir dieser Pflicht, wenn wir so wollen, wenn wir in der Lage sind, und wenn wir nicht von dieser Pflicht befreit sind (Kinder, Alte, Kranke, Reisende, Schwangere und stillende Mütter), nachgehen. Ob und wie jede(r) Einzelne das macht, muss man selbst entscheiden. Man wird hier nicht dazu gezwungen, genötigt, allerhöchstens wäre das eigene Gewissen entscheidend.

Wir können die Zakat verrichten – da wir Muslime keine KirchensteuerzahlerInen sind, haben wir dennoch die religiöse Pflicht unser Vermögen mit Armen und Bedürftigen zu teilen bzw. pro Jahr, sofern wir dazu in der Lage sind (nicht alle müssen, nur die, die ein regelmäßiges Gehalt beziehen, Einkommen und/ oder Vermögen haben – Hartz IV und Studenten zählen nicht dazu), 2,5% unseres Ersparten zu spenden. Keiner zwingt uns dazu, Gott sei Dank, aber unser Gewissen sagt uns schon, ob der Gerechtigkeit wegen es vielleicht eine ganz gute Idee ist zu teilen.

Wir können auf den Hadsch gehen – natürlich nur, wenn wir finanziell und gesundheitlich dazu in der Lage sind. Keiner hier sagt, dass man das „muss“, auch wenn es eine so genannte Pflicht ist, diese Reise mindestens einmal im Leben gemacht zu haben. Das einzige Manko an dieser Sache ist, dass es tatsächlich ein bürokratischer Akt ist, wenn man dorthin will und nicht „gebürtiger“ Muslim ist. Dann muss man einen Wisch von der Moschee oder einer anerkannten islamischen Organisation haben, der einen ausweist, dass man tatsächlich Muslim ist. Tja, hier gilt wohl das „Glauben, nicht Wissen“-Prinzip. Hier findet man das von mir obig angesprochene „Islam ist ein Lebensgefühl“ wahrscheinlich erst, wenn man mit dem Papierkram durch ist, und der ist bekanntlich geduldig.

Soweit so gut.

Es ist wichtig, dass man viel nachdenkt, viel liest – und dann seinen eigenen Weg im Islam geht. Man muss sich im Glauben wohl fühlen. Für viele Muslime ist der Glaube sehr schwierig, denn sie kennen den Glauben nicht anders als mit Regeln, Geboten, Verboten, Riten und Traditionen bestückt. Es ist halt die Frage, was davon ist wirklich islamisch und was ist letztendlich Tradition. Ist es wirklich so, dass der Glaube nur gelebt werden kann, wenn man all diesen Dingen folgt, allen Gelehrten, Predigern oder „Wissenden“ Glauben schenkt? Ist es wirklich DAS Seelenheil, wenn man sich stocksteif an alles Gebotene und Verbotene hält, oder ist alles doch nicht so schwarz-weiß, wie einem oft versucht wird weiszumachen?

Islam für alle denkbar: Für die Pragmatiker, die Logiker, die Romantiker, die Mystiker, die Regeleinhalter, die Ordnungsliebenden, die Traditionellen, die Progressiven, die Koleriker, die Weisen, die Frechen, die Wilden, die Rebellen, die Heteros und Homos, die Zyniker und Ironiker: für eben jene, die mitten in der Gesellschaft sind, aber auch für die, welche sich als Außenseiter verstehen. Für alle gibt es ein Plätzchen. Man muss es ihnen nur gewähren. Gott gibt jedem von uns genau das, wer er sich für sich und andere wünscht, wenn von dem- oder derjenigen etwas zu Ihm zurückkommt.

Wer den Islam kennen lernt und studiert (ich rede hier von Musliminnen und Muslimen), ihn beginnt zu verstehen, verinnerlicht ein Gefühl der Lebensfreude, Menschlichkeit, (Nächsten-)Liebe, die nur im Herzen ist. Deshalb der Vers:

Einzigartigkeit

“Wahrlich, im Gedenken Gottes werden die Herzen ruhig.”

(Qur’an 13:28)

 

Wenn man den Glauben beginnt zu verinnerlichen, sich damit auseinandersetzt, ihn in jeder Pore spürt, ihn bei jedem Herzschlag merkt, lebt es sich positiver und bewusster.

KampfMir sieht man nicht auf Anhieb an, dass ich Muslimin bin. Warum? Ich trage kein Kopftuch. Würde ich eins tragen, würde man mich sofort mit dem Islam assoziieren, was auf der einen Seite gut wäre (dann müsste ich mich nicht ständig erklären), allerdings auf der anderen Seite gibt es nicht das lodernde Glaubensgefühl des Islams, welches durch meinen Körper fließt, den ich mit Biegen und Brechen versuche zu verteidigen, richtig (nach meiner Ansicht) zu stellen, was Islam wirklich bedeutet und beinhaltet, wieder. Ein Lebensgefühl ist eine Leidenschaft, die lichterloh brennen kann wie eine Liebe, die vor Sehnsucht nach dem Liebsten explodierend wirken kann, und doch sanftmütig und geduldig dem Gegenüber darstellt.

Islam ist ein Lebensgefühl. Es ist mein Lebensgefühl. Ohne den Glauben bin ich nicht nichts, aber ich bin auch nichts ohne Gott, Der mir alles gibt, wofür ich dankbar sein muss und bin.

Rose

Islam ist die Hingabe zu Gott. Meine Hingabe zu Gott ist mein täglich sich Euch präsentierendes Wesen, mit all seinen guten und weniger guten Seiten; ein Feuer, dass nur durch den Einen entfacht wurde.

 

LG und Salam

Hannibal-Nur

♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

“Islam darf nicht indoktriniert werden. Islam ist ein Lebensgefühl.“

Eigentlich war es, wie jeden Freitag geplant, meinen Djuma-Text um diese Zeit zu schreiben, jedoch werde ich das oben genannte Thema morgen oder übermorgen behandeln, inshaAllah. Der Grund dafür ist, dass mein kleiner Sohn heute seine zweite Impfung erhalten hat und deshalb noch ein bisschen mehr Liebe und Zuneigung von seiner Mama benötigt, und weil es der Mama, also mir, heute nicht besonders gut geht und sie sich heute Abend, nachdem der kleine Professor zu Bett gegangen ist, ausruhen wird.

Dieses Wochenende möchte ich aber meinen Djuma-Text nachreichen und inshaAllah wird er allerspätestens am Sonntag zu lesen sein.

Was ich kurz mit Euch/ Ihnen aber teilen und mit auf den Weg ins Wochenende geben möchte ist folgendes:

Tee

„Wahrlich, im Gedenken Gottes werden die Herzen ruhig.“

(Qur’an 13:28)

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende…und inshaAllah mein Text zum Lesen innerhalb der nächsten 48 Stunden.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

Nicht VON Gott, sondern ZU Ihm sprechen

Hallo und Assalamu Alaykum,

 

Briefmarke

 

„Nicht VON Gott sprechen, sondern ZU Ihm.

Nicht (nur) AN Ihn glauben, sondern IHM glauben.“

 

 

Ein Zitat von einem Pfarrer wie auch einer Bekannten, welches auf den Islam und seine Spiritualität übertragbar ist.

Allen einen wunderschönen und sonnigen Tag. 🙂

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

Qur’an 16:90

Qurantruhe

 

 

 

 

 

„Siehe, Gott gebietet Gerechtigkeit und das Tun des Guten und Großzügigkeit gegenüber (den) Mitmenschen; und Er verbietet alles, was schmachvoll ist, und alles, was der Vernunft zuwiderläuft, wie auch Neid; (und) Er ermahnt euch (wiederholt), auf dass ihr (all dies) im Gedächtnis behalten möget.“ (Qur’an 16:90)