♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

„Liebe nicht nur einen Tag lang.“

Valentinstag ist für Muslime wie Silvester: Er wird weder ganz akzeptiert noch ganz abgelehnt. Jeder sagt zum Valentinstag etwas anderes, und doch wird durch das ganze Gerede das Wichtigste vergessen: Die Liebe!

Dieser Tag ist kein religiöser Feiertag, kommt allerdings aus der christlich-katholischen Tradition (siehe Michael Blumes Artikel: http://www.scilogs.de/natur-des-glaubens/warum-begehen-immer-mehr-menschen-den-valentinstag/ ), somit muss und kann man ihn nicht auf die gleiche Stufe der religiösen Feiertage, egal welcher Religion, stellen. Dennoch hat dieser Tag über die vergangenen Jahrzehnte zunehmend an Bedeutung gewonnen. Fraglich ist halt, zu welchem Zweck und für wessen Vorteil?

rumi rose

 

 

 

 

 

Ich muss gestehen, dass ich über die Jahre unterschiedliche Meinungen zu diesem Tag entwickelt habe. Interessanterweise war es für mich völlig uninteressant und irrelevant, als ich noch in Deutschland gelebt hatte, denn hierzulande wurde diesem Tag vor 20 Jahren nicht soviel Bedeutung wie heute geschenkt. Oder mit meinen damals 15 Jahren habe ich mich damit noch nicht beschäftigt. Zumindest erinnere ich mich nicht, dass es ein wichtiger Tag gewesen sein sollte. Selbst meine Eltern gingen souverän damit um, indem sie sich nicht speziell an diesem Tag, sondern zu anderen Anlässen beglückten.

Die Jahre, die ich in Großbritannien verbrachte, zeigten mir ein ganz anderes Bild vom Valentinstag: Ein regelrechter Konsumwahnsinn; ein riesiger Hype; Werbung bis zum Umfallen Wochen vor dem Tag. Kurzum: Man konnte sich weder gegen den Valentinstag wehren noch sich vor ihm verstecken. Man wurde regelrecht ins Valentinstagchaos mit eingezogen und fast „genötigt“ mitzumachen. Wer gerade in einer Beziehung war, sollte sich am Valentinstag nicht trauen, entweder ohne irgendeinen Liebesbeweis (Karten, Blumen, Teddys, etc.) oder einer organisierten romantischen Aktivität (Essen gehen, gemeinsames Liebeswochenende verbringen etc.) ins Hause des oder der Liebsten kehren. Ich kann ein Liedchen davon singen, denn ich habe den Hype selbst mitgemacht, Valentinstagskarten für den (damaligen) Liebsten selbst kreiert, gebastelt, gemalt und im Gegenzug rote Rosen und andere schöne Dinge bekommen. Da fast jeder in England diesem Hype gefolgt ist (und es höchstwahrscheinlich noch tut), war es für mich normal mitzumischen und dabei zu sein.

Luftballonherz

Liebe ist aber meines Erachtens nicht käuflich! Und der Valentinstag ist selbst in Deutschland zu einem konsumorientierten Tag geworden, an dem es anscheinend wichtig ist, dem oder der Liebsten mit Materiellem zu kommen, um seine bzw. ihre Liebe zu zeigen.

 

Auch wenn es noch nicht solche Ausmaße wie in Großbritannien (von den USA wollen wir gar nicht erst anfangen zu sprechen) hat, so hat man durchaus bemerkt, dass auch hier Wochen vor dem eigentlichen Tag Werbung für Valentinstagsgeschenke, die auch immer ausfallender und vor allen Dingen teurer werden, gemacht wird. Die Menschen werden immer ärmer, weil sie immer weniger Lohn beziehen (auch ein Thema für sich), aber die Gesellschaft ist so konsum-geil geworden, dass es immer mehr, besser und teurer werden muss.

Liebe ist unbezahlbar!

Worauf will ich hinaus, dass es irgendwie mit Islam in Verbindung gebracht wird? Also, Fakt ist, dass keine Religion den Valentinstag verbietet bzw. Gott hat uns diesen Tag nicht verboten. Es sind eher die Menschen, die ein Verbot dessen aufgestellt haben, weil es nichts mit Religion zu tun hat. Aber: Es geht um die Liebe, und die ist in jeder Religion zu finden, und sie wird auch in jeder Religion, auch und insbesondere im Islam, gepriesen, gefördert und zwischenmenschlich befürwortet. Die Menschen sollen sich lieben. Liebe, Frieden, Höflichkeit und Gerechtigkeit sind die wichtigsten Elemente einer jeden Religion, auch des Islams.

Islamisch korrekt oder nicht, unter Muslimen ist auch der Valentinstag ein boomendes Geschäft. Es regnet rote Rosen und (halal) Pralinen für die Liebste, und der Liebste bekommt anderweitigen Kitsch geschenkt. Manche sagen, dass es die Moral des Islams verkümmert, andere wiederum sagen, dass durch diesen Tag die Liebe zu den Menschen im Menschen wieder wachgerufen wird und man geradezu aufgefordert wird sich um die Liebe und Gefühle zu kümmern.

Blume an Tür

Der Tag der Liebenden sollte meines Erachtens nicht auf einen Tag festgelegt, sondern die Liebe, wann immer möglich, dem Partner bzw. der Partnerin gezeigt werden. Letztendlich ist die Liebe, die man anderen zeigt, und die man selbst empfangen und spüren möchte, nicht auf einen einzigen Tag festzulegen.

 

Oder möchte man die Liebe darauf reduzieren? Nein, das glaube ich nicht.

Ein Tag der Liebe im Jahr reicht mir nicht. Dir? Nein, das glaube ich auch nicht.

Man möchte die Liebe immer zu spüren bekommen, dafür braucht es keinen speziellen Tag, nur eine spezielle Person, und die spürbare Liebe von und zu Gott – so zumindest mein Empfinden.

Die Liebe eines Menschen kann man sich nicht erkaufen, weder durch Blumen, Süßkram oder gar teure Geschenke. Blumen verwelken, und bringen nur einen Augenblick der Freude. Süßkram kann zwar den Moment versüßen, ist jedoch schnell verschwunden. Und wer meint, dass teure Geschenke einem die Liebe bestätigen, ist meines Erachtens auf dem Holzweg. Die kleinen, aber feinen Überraschungen des bzw. der Liebsten sind das Sahnehäubchen auf dem Kuchenstück, wenn man diese am Wenigsten erwartet.

Herzen

 

 

 

 

Wahre Liebe fühlt man; sie wärmt einen wie eine wohlig, süße Ummantelung.

Deshalb verfalle nicht dem Konsum, sondern der Liebe.

Liebe nicht nur einen Tag lang, sondern wann immer Du kannst.

„…Sie sind wie ein Gewand für euch, und ihr seid wie ein Gewand für sie.“ (Qur’an 2:187)

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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