♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

„Wie Du mir, so ich Dir?! Unser Verhalten gegenüber anderen“

Ich lasse ein wenig das Jahr 2013 Revue passieren und gehe in mich, wie mein Verhalten am Anfang des Jahres war, und wie es sich zum Ende desselbigen Jahres verändert hat. Einige, die meinem Blog und meine anderen Internet-Aktivitäten verfolgen, werden möglicherweise einige Veränderungen in meinem Wesen, insbesondere gegenüber anderen Menschen, aber auch mir selbst gegenüber, festgestellt haben.

Zwar mache ich mir seit Jahren regelmäßig Gedanken, ob ich mich anderen und mir selbst gegenüber einigermaßen korrekt verhalte, dennoch ist der Unterschied im letzten Jahr, dass ich mich bewusster mit mir selbst, aber auch mit den mir nahe stehenden Menschen beschäftigt habe. Zudem wurde mir durch diese Selbstkritik und oftmals selbst auferlegte Disziplin klar, wie weit weg ich doch oft von meinem Schöpfer war, und das lag hauptsächlich an meiner Einstellung und am Verhalten gegenüber Ihm, meinen Mitmenschen und mir selbst.

Herzblatt

 

 

 

 

 

Viele von uns setzen sich meiner Meinung nach nicht mit sich selbst auseinander. Wir bemerken oftmals nicht, wie wir andere mit unseren Worten und Taten rühren, aber auch verletzten können. Vielleicht kommt das dadurch, dass wir alle mit unserem Ego, mit unserem Nafs, zu kämpfen haben. Manchen ist dies bewusst, aber vielen auch nicht. Sich mit sich selbst auseinanderzusetzen ist eine der größten Herausforderungen überhaupt. Man hat Angst, dass man Fehler bei sich findet und sich diese womöglich auch noch eingestehen muss. Fehler einzugestehen macht natürlich keiner von uns gerne, denn wir würden es als Schwäche sehen. Aber der Mensch besteht nicht nur aus Stärken und positiven Eigenschaften. Er ist auch mit negativen Verhaltensweisen ausgestattet, die nur seiner Disziplin ausgesetzt sind, ob er diese frei und aktiv sein lässt, oder ob er diese unter Kontrolle halten kann.

„Wahrlich, ich bin gesandt worden, um die edlen Charaktereigenschaften zu vervollkommnen.“ (Sahih Tirmidhi)

Hier geht es um den Propheten Muhammad saw, der in seinen Charaktereigenschaften hoch gelobt wird und dem man – auch heute noch – Folge leisten und ihm in seinem edlen Verhalten nacheifern sollte.

Ibn Qayyim wiederum war gehört worden, indem er gesagt haben soll:

„Der eigentliche Kern einer jeden Pflicht (Fard) ist das gute Benehmen.“

Gutes Benehmen habe ich, insbesondere in der virtuellen Welt, oftmals vermisst. Warum können wir einander nicht, wie es schon im Qur’an steht, respektieren und „auf gute Weise miteinander streiten“? Aber auch im realen Leben sind die Erfahrungen im vergangenen Jahr mit einigen Menschen nicht unbedingt die Friedfertigsten und Schönsten gewesen. Ich bin mir sicher, dass es vielen ebenso geht, wenn sie dieses lesen.

prayer beads

 

 

 

 

Jakub Asipi schreibt in seinem Buch „Notizen für die Islamische Erziehung“ folgendes:

„Das gute Benehmen (achlaq) führt zur gegenseitigen Liebe, und Zuneigung unter deinen Mitmenschen und anderen Geschöpfen. Und das schlechte Benehmen bringt Hass und Zank. Es führt dich dazu andere zu beleidigen, zu verachten und macht dich zum Verachteten. Es führt zur Entfernung und bringt große Polarisierungen in dein Leben.“

Wer hat es letztes Jahr nicht erlebt, dass ihm nahe stehende Menschen auf einmal sehr fremd geworden waren. Wer hat es nicht erlebt, dass sich Menschen in ihrem Verhalten schneller als Du schauen kannst ändern, und das nicht unbedingt zu deren oder Deinem Vorteil. Eher ist es so, dass die eigene Unzufriedenheit dazu führt, dass man sich voneinander entfernt und entfremdet, und das obwohl man einmal ähnliche Gedanken und Glaubenseinstellungen besaß, die nunmehr ein Schatten ihrer selbst sind.

Wir Musliminnen und Muslime sind weit weg davon perfekt zu sein. Uns wird immer wieder nahe gelegt, sei es von anderen oder wir ermahnen uns tatsächlich selbst, dass das gute Benehmen uns nur Vorteile und weiterbringt, denn das schlechte Verhalten zeigt sich unerbittlich mit Konsequenzen. Manche lernen daraus, andere allerdings wiederum nicht. Es liegt meines Erachtens an einem selbst, wie sehr man sich mit den eigenen Schwächen auseinander setzt, und versucht diese in Stärken umzuwandeln.

Do good

 

Als Muslime sind wir nicht nur gefragt andere Muslime zu respektieren und zu lieben, nur weil sie den gleichen Glauben haben. Wir sind zudem verpflichtet, auch laut dem Qur’an, jeden Menschen, egal ob oder welcher Religion er oder sie angehört, und alle anderen von Gott geschaffenen Geschöpfe, anständig und mit Respekt zu behandeln.

 

„Der Gläubige, der sich unter die Menschen mischt und geduldig mit den schlechten Eigenschaften der Menschen ist; er erhält mehr Belohnung als der Gläubige, der sich nicht unter die Menschen mischt und nicht geduldig mit den schlechten Eigenschaften der Menschen ist.“ (Tirmidhi)

Das bedeutet im Klartext die Aufforderung und Empfehlung, dass wir uns nicht abschotten dürfen, sondern unters Volk mischen sollten, um voneinander zu zehren und zu lernen. Es gibt viele von uns Muslimen, die lieber unter Muslimen bleiben. Wenn man einen starken Glauben hat, dann frage ich mich, warum die Angst vor dem „Anders-Sein“ der „Anderen“. Die „Anderen“ sind gar nicht so anders, wie man glaubt. Wir haben sehr viele Ähnlichkeiten und Gemeinsamkeiten, die einander gezeigt werden sollten. Nicht umsonst steht doch im Qur’an:

Quran„O Menschen! Siehe, Wir haben euch alle aus einem Männlichen und einem Weiblichen erschaffen, und haben euch zu Nationen und Stämmen gemacht, auf dass ihr einander kennen lernen möget. Wahrlich der Edelste von euch in der Sicht Gottes ist der, der sich Seiner am tiefsten bewusst ist. Siehe, Gott ist allwissend, allgewahr.“ (Qur’an 49:13)

 

„Wie Du mir, so ich Dir?!“

Ich habe gemerkt, dass das eigene Verhalten gegenüber anderen wie ein Echo zu einem zurückkommt. Es heißt nicht umsonst: Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es auch wieder hinaus. Nun ja, zumindest passiert das den meisten von uns, und die Konsequenzen müssen wir alle auf unsere Art und Weise tragen. Andere sind abgestumpft und merken leider nicht, dass sie sich mit ihrem Verhalten unbeliebt machen. Vor einigen Monaten schrieb ich über Zweigesichtigkeit. Es gibt Menschen, die haben gespaltene Persönlichkeiten. Auf der einen Seite werden sie von so genannten „Anhängern“ angehimmelt und schon fast verehrt, und auf der anderen Seite benehmen sie sich gegenüber den Menschen, die sie nicht anhimmeln, oftmals in unfeinster Manier. Auf Dauer kann solch ein gespaltenes Verhalten nicht gut gehen, und wird sich irgendwann auf unschön rächen.

Um diesem vorzubeugen, sollte man versuchen ein ehrlicher und aufrichtiger Mensch zu sein. Es wird immer schöne und weniger schöne Situationen geben, nur sollte man bei letzterem nicht anfangen sich dementsprechend zu verhalten, sondern lieber ein offenes Buch zu sein. Nicht zu vergessen, dass Gott sowieso alles weiß, bevor Du selbst zur Tat (sei es in Gedanke, Wort oder Handlung) schreitest. Gott ist Dein Zeuge in allem, was Du tust. Dessen sollte man sich, zumindest wenn man sich als gläubig einschätzt, bewusst sein.

Fels

 

Man kann also vielem vorbeugen, indem man einiges Grundlegende beachtet:

 

1. Dein Verstand und auch Deine Vernunft ist das größte Kapital, welches Du besitzt…nutze es weise, lehre nur das, was Du wirklich kennst, und lerne das, was Du noch nicht weißt. Übrigens: Man lernt nie aus, sondern sein Leben lang, jeden Tag, von einer Situation zur nächsten.

2. Dein Benehmen liegt eigens in Deiner Verantwortung, und nur Du kannst kontrollieren, ob es ein gutes Benehmen ist, oder nicht. Allerdings: Gutes Benehmen muss vorhanden sein, insbesondere gegenüber Deinen Mitmenschen, und lasse Dich nicht von Fehlern beirren, sondern lerne aus ihnen.

3. Gehe ein auf die Bedürfnisse anderer, egal welchen Glauben sie haben. Sie sind Menschen, wie Du und ich, und haben gleiche oder ähnliche Wünsche, Sehnsüchte, Erwartungen und Hoffnungen. Denke also nicht nur an Dich selbst.

Gehe mit einem Lächeln auf die Menschen zu.

Lächeln ist sadaqa, es ist eine gute Tat.

Sei aufrichtig und ehrlich, sei gerecht und weise.

Denke nach, bevor Du sprichst oder schreibst.

Diese Ratschläge gehen zuallererst an mich, denn ich bin nicht fehlerfrei, sondern nur ein Geschöpf Gottes mit Schwächen und Fehlern. Mögen meine Stärken mich daran hindern Falsches zu tun, und obige Verhaltensweisen in guten wie in weniger guten Situationen anzuwenden, so wahr mir mein Schöpfer helfe.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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