Glaubensfreiheit im Qur’an

Hallo und Assalamu Alaykum,

Tor

 

im Qur’an ist die Glaubensfreiheit eines jeden Einzelnen verankert.

 

Er lehrt die absolute Glaubensfreiheit und verbietet Strafen jeglicher Art gegenüber Nichtmuslimen oder denjenigen, die sich vom Islam abwenden:

Und sprich: „Es ist die Wahrheit von eurem Herrn.“ Darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will. (Qur’an 18:29)

Die Aussage dieses Verses ist unmissverständlich: Die Frage der religiösen Zugehörigkeit muss von jedem Menschen für sich selbst entschieden werden und es gilt das Gebot, diejenigen ungläubig zu lassen, die das vorziehen. Der obige Qur’anvers ist Beweis genug, um die immer wieder vorgebrachte falsche Behauptung zu widerlegen.

Kein Muslim darf Zwang in Glaubenssachen ausüben (siehe Qur’an 2:256), egal ob innerhalb der islamischen Gemeinschaft – nur weil man unterschiedlich religiöser Meinung ist – oder gegenüber anderen – nur weil man nicht den gleichen Glauben besitzt.

Bitte somit nicht davon ausgehen, dass jeder denkt und glaubt wie der Nächste,
sondern werdet der im Qur’an verankerten Glaubensfreiheit gerecht.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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4 Gedanken zu “Glaubensfreiheit im Qur’an

  1. Yusuf schreibt:

    Salam,
    es gibt sehr wohl diesen Vers, aber ihn dafür zu benutzen „persönliche“ Sichtweisen über den Islam zu rechtfertigen, ist gefährlich. Letztendlich wird diese Methode nur von Extremisten benutzt (sowohl gläubig als auch religionsfeindlich). Diese Art des Bestimmens von religiösen Grundlagen ist ebenso gefährlich. Der Islam hat nunmal Gebote und Verbote, was nicht heißt, dass er nur darauf beschränkt werden muss. Der Islam legt Muslimen nunmal Pflichten auf, was nicht heißt, dass er nur auf diese Pflichten beschränkt werden darf. Der Islam ist vielfältig, aber er ist kein Wunschkonzert. Man kann nicht sagen, Unzucht ist verboten, aber nur für Frauen. Das ergibt ja auch zu Ende gedacht gar keinen Sinn. Genauso wenig aber darf man behaupten, der Islam sei eine Religion der Barmherzigkeit. Das ist sogar noch gefährlicher, schließlich ist Barmherzigkeit nicht der Mittelpunkt des Glaubens. Es ist ein angestrebtes ZIel, aber die Muslime zeigen eben einen ganz anderen Islam.

    Das liegt nicht daran, weil sie nur in die MOschee gehen, beten und arbeiten, sondern daran, dass sie mit dem Islam nicht aufgewachsen sind und dass unsere Heimatländer 300 bis 400 Jahre lang kolonialisiert wurden. Außerdem gibt es immer Leute, die sagen sie seien besser als andere, weil… Das hat aber nichts mit dem Islam zu tun. Der Islam wird nur als Mantel eines Chauvinismus benutzt.

    Und zu Glaubensangelegenheiten: Wie sehr und ob jemand glaubt, kann man nicht beurteilen, aber Glaube hat viel mit Denken zu tun und Denken bedarf der Logik. Außerdem gibt es eine Sphäre, die nicht fassbar ist. Die Sphäre des Verborgenen. Ich muss auch dazu sagen, dass ich es sehr unreif finde von Dir, dass Du Koranverse so respektlos benutzt, und glaubst mit nicht mal 200 Wörtern das Thema gut begründet zu haben. Du machst genau das, was die Leute, die zu Dir kommen, tun, und die Dich über den Islam belehren wollen. Du spielst mit den Heiligen Versen. Nein, vielmehr spielst Du mit deiner Seele. Schwester, nimm mir das bitte nicht übel, aber ich bin mir sicher, dass Du zu mehr fähig bist als diese Art esoterischen Glaubens und Lebens. Du projizierst zuviel von deiner Persönlichkeit auf den Islam.

    Wenn das nicht stimmt, dann entschuldige bitte, aber achte demnächst besser auf deine Schreibe.

    Wa salaam

    • hannibalnur schreibt:

      Assalamu Alaykum Yusuf,

      Vielen Dank für Deinen offenen Kommentar und Deine Kritik an meinen Überlegungen zum Thema Glaubensfreiheit im Islam. Ich bin mir bewusst, dass meine Gedanken nicht bei jedem Leser/ jeder Leserin auf positive Augen stoßen, muss dazu jedoch schreiben, dass es auch nicht meine Absicht ist allen Menschen in Glaubensdingen gerecht zu werden. Ich bin keine Gelehrte, sondern nur eine Lernende, die ihre religiösen Gedanken frei mitteilt. Das kann man annehmen oder ablehnen. Es steht jedem frei zu entscheiden, ob ihm oder ihr meine Gedankenansätze zu- oder entsagen. Ich bilde mir kein Urteil über andere, sondern nur darüber, wie ich mit den heiligen Schriften umgehe. Wenn Du das unreif und respektlos findest, so sei es Deine Meinung. Es tut mir somit leid, dass ich Dir in diesem Sinne nicht gerecht werden kann, nichtsdestotrotz bitte ich Dich zu akzeptieren, dass nicht jeder wie Du denkt und nicht jeder wie Du schreibt oder praktizierst. Es ist sehr einfach jemanden in der Öffentlichkeit zu kritisieren, nur weil er oder sie eine andere Meinung oder Herangehensweise an Glaubensangelegenheiten hat wie einer selbst. Viel schwerer ist es jedoch dies in Worte zu verpacken und mitzuteilen ohne den Gegenüber zu verletzen. Worte haben eine Macht, derer die meisten von uns nicht bewusst sind. Dies ist mein persönlicher Blog, lieber Bruder Yusuf, in dem ich meine Gedanken frei offen lege, wie ich bestimmte Dinge sehe, verstehe und interpretiere. Dieser Blog ist kein Ratgeber, keine Stelle, in der man sich in Stein gemeißelte religiöse Gedanken suchen kann. Er dient wirklich nur dazu, dass man lesen und verstehen kann (wenn man möchte), dass es unterschiedliche Muslime und Musliminnen gibt, die ihre Sicht des Glaubens auf individuelle Art und Weise verstehen und praktizieren kann. Nicht jeder erfreut sich meiner progressiven Denkweise, aber es ist auch nicht mein Ziel, wie obig schon erwähnt, jeden Menschen damit zu überzeugen. Es sind nur meine Gedanken, die ich mitteile, und Rechenschaft muss ich letztendlich nur Dem Einen gegenüber ablegen. Gott sei Dank. Dir einen gesegneten Freitag, inshaAllah.

      LG und Salam, Hannibal-Nur

  2. Marcel schreibt:

    Was bringt es eigentlich einem selbst und anderen, wenn man den Koran völlig uminterpretiert? Wenn man Koranverse verkürzt zitiert und aus dem Kontext reißt?

    Sure 18, Vers 29 ist einer der brutalsten und widerlichsten Koranvers überhaupt.

    „Und sprich: „Es ist die Wahrheit von eurem Herrn.“ Darum laß den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will. Siehe, Wir haben für die Frevler ein Feuer bereitet, das sie wie eine Zeltdecke umschließen wird. Und wenn sie um Hilfe schreien, so wird ihnen mit Wasser gleich geschmolzenem Metall, das die Gesichter verbrennt, geholfen werden. Wie schrecklich ist der Trank, und wie schlimm ist die Raststätte!“

    Dieses angebliche Bekenntnis zu Glaubensfreiheit ist ein vergiftetes. Wer Wahrfreiheit mit einer Drohung verbindet, der zeigt dass er an einer echten Wahlfreiheit nicht interessiert ist. Dazu kommen zig Verse die auf heuchlerisch-rethorische Spielerein verzichten und noch deutlicher sagen was Sache ist. In Sure 4 Vers 47 werden Christen und Juden umissverständlich aufgefordert zum Islam zu konvertieren, oder es werden Köpfe rollen („Gesichter vernichten und sie auf ihre Rücken werfen“).

    „O ihr, denen die Schrift gegeben wurde, glaubt an das, was Wir herabgesandt haben und welches das bestätigt, was euch schon vorliegt, bevor Wir manche Gesichter vernichten und sie auf ihre Rücken werfen oder sie verfluchen, wie Wir die Sabbatleute verfluchten. Und Allahs Befehl wird mit Sicherheit ausgeführt. “

    Auch in Sure 9 Vers 5 wird NIchtmuslimen nur die Wahl zwischen Konvertierung oder Tod gelassen, mit Glaubensfreiheit hat das nichts zu tun.

    „Und wenn die heiligen Monate abgelaufen sind, dann tötet die Götzendiener, wo immer ihr sie findet, und ergreift sie und belagert sie und lauert ihnen aus jedem Hinterhalt auf. Wenn sie aber bereuen und das Gebet verrichten und die Zakah entrichten, dann gebt ihnen den Weg frei. Wahrlich, Allah ist Allvergebend, Barmherzig ; “

    Ein weiter Vers aus Sure 4, Vers 89 zeigt ähnliches Gedankengut.

    „Sie möchten gern, ihr wäret ungläubig, so wie sie (selber) ungläubig sind, damit ihr (alle) gleich wäret. Nehmt euch daher niemand von ihnen zu Freunden, solange sie nicht (ihrerseits) um Allahs willen auswandern! Und wenn sie sich abwenden (und eurer Aufforderung zum Glauben kein Gehör schenken), dann greift sie und tötet sie, wo (immer) ihr sie findet, und nehmt euch niemand von ihnen zum Beschützer oder Helfer! “ Sure 4, Vers 89

    Wie kann man all das ausblenden? Wie kann man den Kontext des Korans so ignorieren? Wie kann man so einseitige Rosinenpickerei betreiben?

    • hannibalnur schreibt:

      Hallo lieber Marcel,

      vielen herzlichen Dank für die Mühe und Gedanken, die Du Dir bei der Zusammensetzung Deines Kommentars gemacht hast. Deinen Unmut kann ich ein wenig nachvollziehen, jedoch möchte ich dazu nur kurz etwas anmerken, eben auch das, was ich Deinem Vorgänger Yusuf schon versucht habe zu vermitteln. Selbst Ihr beide habt sehr unterschiedliche Ansätze, wie Ihr jeweils mit dem Begriff „Glaubensfreiheit“ im Islam umgeht. Er sieht es aus einer etwas traditionelleren muslimischen Perspektive, und Du verstehst es aus, wie ich glaube zu verstehen, nichtmuslimischer Sicht. Ich wiederum als Bloggerin vertrete eine offene und progressiv-muslimische Sicht dieser Thematik, die vielleicht auch nicht jedem gefällt.
      Auf Deine Frage, wem es etwas bringt, wenn man den Qur’an völlig uminterpretiert, Qur’anverse verkürzt zitiert und aus dem Kontext reißt, so kann ich nur folgendes dazu schreiben:

      1. Der Qur’an ist ein Text, der zur individuellen Interpretation einlädt und den Menschen, der ihn liest, gerade zu dazu auffordert, selbst nachzudenken und sich ein eigenes Bild vom Inhalt zu machen. Es gibt konservative Menschen, die meinen, dass es nicht erlaubt sei selbst zu interpretieren und man sollte die Interpretation den Gelehrten überlassen, aber als 0815-Muslim wäre man dazu nicht in der Lage. Dem widerspreche ich, denn der Qur’an spricht alle Menschen an ihren Verstand anzuwenden, nicht nur Gelehrte oder Wissende, die ein Studium der islamischen Lehre hinter sich haben. Der Qur’an macht dabei keinen Unterschied, jedoch die Menschen. Das aber ist nicht die Absicht des Qur’ans. Wichtig ist, dass sich der Mensch vom Qur’an angesprochen fühlt, sich mit ihm nicht nur wissenschaftlich, sondern auch mit dem Herzen beschäftigt. Das Wort Gottes, zumindest aus muslimischer Sicht, ist spirituell verankert und sollte dementsprechend verstanden und dann auch angewendet werden. Wer aber keinen spirituellen Zugang zur heiligen Schrift hat, dem wird das, was der Qur’an versucht einem zu vermitteln, für immer im Verborgenen bleiben.

      2. Verkürzte Qur’anverse kommen oft vor, wenn der Mensch versucht etwas zu vermitteln. Natürlich hast Du Recht, dass man vieles im Ganzen sehen und verstehen muss, und nicht nur häppchenweise etwas versuchen sollte an den Mann bzw. die Frau zu bringen. Sicherlich ist das eine Schwachstelle, jedoch ist es nicht meine Absicht gewesen, sondern das Hauptaugenmerk eben auf die Glaubensfreiheit zu legen. Wie gesagt, es ist nur meine Interpretation, wie ich damit umgehe und was ich darunter verstehe. Ich bin ja nicht dafür verantwortlich, wie andere die Verse im Qur’an verstehen und interpretieren, sondern nur dafür, wie ich es verstehe und wiedergebe und darüber meine Gedanken mitteile. Das kann man teilen, muss man aber nicht. Für mich besteht eben „kein Zwang im Glauben“. Aber zu diesem Punkt zu gelangen war selbst für mich ein langer Weg, denn die Menschen erzählen einem etwas ganz anderes, jedoch sollte man im Glauben versuchen sich nicht allzu sehr auf die Gedanken anderer zu konzentrieren, sondern was Gott vielleicht von einem wünscht.

      Die übrigens von Dir angeführten Qur’anverse zur Aufforderung der Tötung von Ungläubigen müssen ebenfalls (zumindest meiner Meinung nach) in einem bestimmten Kontext verstanden werden. Für mich sind diese Verse NICHT als Aufforderung in dieser Zeit, sondern in einem historischen Kontext zu verstehen. Nicht alles im Qur’an kann auf die heutige Zeit projiziert werden. Viele Verse wurden im Zusammenhang mit bestimmten Situationen zur Zeit des Propheten Muhammad offenbart und müssen in deren Kontext auch verstanden werden. Sie sind somit nicht auf die heutige Zeit übertragbar.

      Rosinenpickerei und Ignoranz ist das meines Erachtens nicht – auch wenn es das durchaus gibt (und leider auch nicht zu wenig) – sondern eine differenzierte Herangehensweise an den Qur’an. Als Muslimin achte und schätze ich den Qur’an über alle Maßen und je länger ich mich mit ihm beschäftige, desto mehr lerne ich, dass man bestimmte Verse im historischen Kontext verstehen und interpretieren muss, welche nicht in die heutige Zeit übertragbar sind, und andere Verse aber für alle Zeiten und alle Gesellschaften übertragbar und annehmbar sind, weil sie zum Guten dessen zu verwenden sind und zur Verbesserung des einzelnen Menschen und im Ganzen der Gesellschaft dienen. Das muss man aber auch erst einmal verstehen lernen, und das geht weder von heute auf morgen, noch ohne Hilfe.

      Mit freundlichen Grüßen

      Hannibal-Nur

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