Wer war Lady Evelyn Cobbold?

Lady Evelyn Cobbold Obwohl es viele muslimische Konvertiten gibt, so heben sich doch nur wenige aus der Masse hervor und sind dazu in der Lage, den Islam den Menschen so nahe zu bringen, dass diese entweder selbst zum Islam konvertieren möchten oder Muslime von den neuen Gläubigen inspiriert werden. Auch ist es möglich, dass sie vielleicht einfach nur auf der Suche nach alternativen Konfessionen sind.

Zu diesen Personen zählte auch Lady Evelyn Cobbold, die sich in den Islam, die arabische Sprache und Welt verliebte. Ihr Vater, der 7. Graf von Dunmore, war ein renommierter Reisender und Entdecker, der seine Familie auf seine Ausflüge mitnahm. So besuchte Lady Evelyn Länder wie Ägypten und Algerien; Orte, die später ihre Gedanken und Handlungen beeinflussten. Nie konnte sie die Frage beantworten, wann genau sie sich dazu entschied zum Islam überzutreten. Vielmehr entgegnete sie, sie wäre im Herzen schon immer Muslimin gewesen:

„Ich werde oft gefragt, wann und wieso ich zur Muslimin geworden bin. Ich kann nicht wirklich beantworten in welchem Moment genau die Wahrhaftigkeit des Islam mir klar wurde. Es scheint als wäre ich schon immer Muslim gewesen. Das ist gar nicht einmal so außergewöhnlich, denn der Islam ist so etwas wie die natürliche Religion, die ein Kind für sich entwickeln würde, wenn es auf sich selbst gestellt wäre. Wie es ein westlicher Kritiker einmal ausdrückte: ‚Der Islam ist die Religion des gesunden Menschenverstands’“ (Jawad, 2012:46).

Lady Evelyn Cobbold heiratete während ihres Aufenthaltes in Kairo einen Engländer. Danach kehrten die beiden nach Großbritannien zurück und bekamen dort drei Kinder. Sie kümmerte sich gewissenhaft um ihre Pflichten als Ehefrau und Mutter, aber ihr Interesse für die arabische Kultur und den Islam ließ nicht nach. Sie reiste im Jahr 1914 mit einer Freundin nach Nord-Afrika und schrieb darüber später das Buch Reisender in der libyschen Wüste.

Ihre muslimische Identität kam immer mehr zum Vorschein, als sie regelmäßig den Mittleren Osten bereiste, arabische Freundschaften schloss und später, laut Jawad, dem britischen Marmaduke Pickthall näher kam, der selbst zum Islam übergetreten war. Aus ihrer Ehe wurde eine einvernehmliche Übereinkunft, auf emotionaler Ebene aber löste sie sich von ihrem Ehemann. Als dieser schließlich verstarb entschloss sie sich im Jahr 1933 dazu, an einer Wallfahrt nach Mekka teilzunehmen.
Lady Evelyn Gruppenbild

 

 

 

 

 

Sie wird als erste Engländerin betrachtet, die Mekka betreten hat und veröffentlichte ihre Eindrücke 1934 in dem Buch Wallfahrt nach Mekka.

Zwar galt sie zu ihrer Zeit wohl nicht als einflussreich, doch Lady Evelyn Cobbold zeigt eine bedeutende Person als muslimische Konvertitin, die “den Weg für gegenseitiges Verständnis zwischen zwei Welten, von denen sie Teil war, ebnete”.

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