♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Ein freundliches Wort/ ein freundlicher Blick genügt

Eine Woche waren mein Mann und ich in der Ferne; eine Zeit, in der wir einander fast 24 Stunden am Tag nahe waren. Auf der einen Seite etwas absolut Wunderbares, denn es ist die Zeit der Zweisamkeit, die im Alltag untergeht, aber im Urlaub durchaus ausgekostet werden kann. Wie geht man mit soviel Nähe, soviel Zweisamkeit um, wenn man doch im Alltag oft nicht so viel Zeit miteinander verbringt? Kann es etwas Positives bewirken, einen einander näher bringen oder kann es sein, dass man nach kurzer Zeit von zu viel Nähe gereizt und genervt ist, weil man es einfach nicht mehr gewöhnt ist? Wir haben es geschafft, diese Zeit sinnvoll für uns zu nutzen, uns gegenseitig zu zeigen, aber auch anderen, wie sehr wir einander lieben und respektieren. Das kann durch freundliche Worte, Zuneigung, Gesten, aber auch schon allein die Anwesenheit geschehen. Nach außen hin ein Zusammengehörigkeitsgefühl vermitteln können viele mit äußerlichen Gesten, aber die internen sind viel gewaltvoller, intensiver und beeindruckender als man es sich als Außenstehende(r) je vorstellen kann.

Boote

 

Es liegt ganz klar an einem selbst! Können wir einander Liebe und Nähe geben, ohne dass es zur Anstrengung wird? Ganz klares Ja, aber auch nur, wenn man in der Lage ist selbstlos Liebe zu geben, so kann man Liebe empfangen.

 

Es ist ein Geben und ein Nehmen. Wenn man selbst Liebe und Freundlichkeit erleben möchte, dann ist es wichtig, dass man sich eingesteht, dass man diese auch geben sollte.

Es gibt einen wunderbaren Vers aus dem Qur’an, welchen wir uns immer wieder vor Augen führen sollten, denn dieser lehrt uns unseren Glauben durch unseren Charakter und unser Handeln anderen zu zeigen. Dieser lehrt uns, wie wir nach dem Vorbild Gottes, dem Propheten Muhammad saw, selbst sein sollten:

Gelbrote Rose

 

„Wir haben dich (o Muhammad) lediglich als Barmherzigkeit für alle Welten entsandt.“ (Qur’an 21:107)

 

Gefühle wie Liebe, Freundlichkeit, Respekt und Achtung beruhen nur auf Gegenseitigkeit und können nicht nur die Einbahnstraße nehmen. Was aber heißt das denn genau? Wenn ich anderen Menschen keine Liebe, keine Freundlichkeit, keinen Respekt und keine Achtung entgegen bringe, kann ich kaum erwarten, dass man mir dieselbige zurückgibt, wenn sie nicht einmal von mir ausgegangen ist, oder? Richtig!

Der Mensch verzweifelt heutzutage in so vielen Situationen und hat das Geben der Liebe, der Barmherzigkeit, der Freundlichkeit, der Höflichkeit, des Respekts, und der Achtung verlernt und glaubt durch Direktheit oder gar Ignoranz besser und einfacher zum Ziel zu gelangen. Ich bin gerne eine stille Beobachterin, wie manche Menschen miteinander umgehen, sei es Freunde untereinander, Familienmitglieder, Arbeitskollegen, im Angestelltenverhältnis ChefIn-ArbeitnehmerIn, im Lokal zwischen Gast und KellnerIn, und ich bemerke, wie schroff wir doch miteinander geworden sind. Ganz selten bemerkt man echte Herzlichkeit, und wie besonders zu beobachten ist, strengen sich manche Menschen mehr an als andere dem Gegenüber alles Recht zu machen und die Etikette der Höflichkeit und Sanftmut erkennen zu lassen.

Do good

Es ist so wichtig, dass wir wieder beginnen mit unseren Herzen zu sprechen und miteinander zu kommunizieren. Nur mit Herz lässt sich das Wahre und Gute erreichen, jedoch mit Härte und Schwermut kann es nur eine einseitige Kommunikation geben, die letztendlich nicht nur im religiösen, sondern auch im sozialen Sinne zu einer Zweiklassengesellschaft (wieder) führen kann. Anzeichen dafür sieht man leider schon überall.

 

Dabei ist es nicht schwer bei den einfachsten Kommunikationssituationen auf ein wenig Herz, Höflichkeit und gleiche Augenhöhe zu achten und dabei nicht zu vergessen auch mal einen Satz mit „bitte“ oder „danke“ zu beenden. Das ist nicht schwer und ganz ehrlich, Hand aufs Herz: Es kommt soviel weicher und freundlicher rüber als ein kaltes und hartes NEIN oder JA.

Nicht umsonst heißt es:

Gelbrote Rose

 

„Es sind nicht die Augen, die erblinden, sondern die Herzen.“ (Qur’an 22:46).

 

Einer Überlieferung von Bukhari soll der Prophet Muhammad saw folgendes gesagt haben:

Einzigartigkeit„Es gibt einen Teil unseres Körpers, dessen Gesundheit bedeutet, dass auch der Rest des Körpers gesund ist, und dessen Krankheit bedeutet, dass auch der Rest des Körpers krank ist. Es ist das Herz.“

 

Nach Prof. Dr. Mouhanad Khorchides Deutung würde es heißen, dass es sich hierbei nicht um die körperliche Verfassung, sondern rein um den seelischen und geistig gesundheitlichen Zustand handelt, denn der Ausgleich kann nur durch „innere Ausgeglichenheit im Charakter und Handeln des Menschen“ stattfinden und hervorgehoben werden.

Außerdem gibt die Überlieferung von Muslim folgendes wieder:

 

EinzigartigkeitDer Prophet saw soll gesagt haben: „“Gewöhnlich findest du die Gläubigen in ihrer Barmherzigkeit, Zuneigung und Mitleid zueinander wie der Körper: Wenn ein Teil davon leidet, reagiert der ganze Körper mit Schlaflosigkeit und Fieber!”

 

Viele von uns bemerken gar nicht, wie unfreundlich und unhöflich wir uns gegenüber anderen verhalten. Oftmals werden Gedanken in einem beleidigenden oder einfach nur harschen Ton verfasst und entfliegen unserer Zunge, ohne dass wir darüber weitere Zeit verschwenden. Viele von uns leiden unter unserem eigenen Verhalten, und wir wissen gar nicht, wie wir uns ändern können und was zu tun ist, um diesen Zustand ins Positive zu gestalten, um warmherziger und zugänglicher für Menschen zu werden. Das wir insbesondere uns eigentlich Nahestehende immer wieder verletzen, fällt uns oftmals nicht auf, oder erst, wenn es zu spät ist. Darunter leiden nicht nur die anderen, sondern man selbst auch.

In vielen Fällen wünscht sich sicherlich der Eine oder die Andere, dass man die Zeit zurückdrehen könnte, dass die Schroffheit oder Unfreundlichkeit in Liebe und Barmherzigkeit umgewandelt würde, oder auch Entschuldigungen angenommen werden. Sich bei jemandem für sein eigenes schlechtes Verhalten zu entschuldigen ist ein wahrer Kraftakt, der manchmal einen monate-, wenn nicht sogar jahrelangen Anlauf benötigt. Ob diese dann auch angenommen wird, liegt in der Liebe und Barmherzigkeit des Gegenübers, je nachdem wie sehr dieser mit seinem eigenen Herzen und dem anderer verbunden ist. Man darf sich auch nicht auf einer Entschuldigung ausruhen, denn damit ist es nicht getan.

Rosige Sonne

Taten müssen danach folgen, indem man beweist, dass man es auch wirklich ernst gemeint hat. Süße, freundliche, liebevolle und barmherzige Gedanken, Worte und Handlungen zeigen den Menschen, wie man einem zugetan ist.

Freundliche Worte sind wie Honig: süß für den Gaumen und gesund für den ganzen Körper. Es ist wahrlich nicht einfach und für jeden von uns eine Herausforderung, aber dass man auf jedes Wort, dass man von sich gibt, achtet, ist eine Voraussetzung dafür, dass das Herz rein ist, wird und bleibt. Wir Musliminnen und Muslime haben zu einem sehr großen Teil vergessen, dass es unsere Zunge ist, die uns ausmacht und einem Teil unseres (religiösen und gesellschaftlichen) Wesens ausmacht, wie wir mit uns selbst und mit anderen umgehen. Es wird sich vieles angemaßt über andere zu urteilen, aber über sich selbst richten möchte so gut wie keiner, denn genau das bereitet Angst und Sorge. Wer von uns kann in den Spiegel schauen und mit wirklich gutem Gewissen sagen: „Ja, ich bin ein(e) Liebende(r).“; „Ja, ich bin barmherzig, auch den Ungerechten gegenüber.“; oder „Ja, ich bin höflich und freundlich“.

Liebe und Barmherzigkeit

Wir sollten uns durch Freundlichkeit auszeichnen.

Wir sollten uns durch Barmherzigkeit ausweisen.

Wir sollten Liebe geben, um Liebe zu empfangen.

Wir sollten einander Respekt und Achtung erweisen.

 

„O ihr, die ihr Glauben erlangt habt! Wenn ihr jemals euren Glauben aufgebt, wird Gott beizeiten (an eurer Stelle) Leute hervorbringen, die Er liebt und die Ihn lieben – bescheiden gegenüber den Gläubigen, stolz gegenüber allen, welche die Wahrheit leugnen: (Leute) die sich hart anstrengen für Gottes Sache und die nicht fürchten getadelt zu werden, der sie tadeln mag: das ist Gottes Gunst, die Er gewährt, wem Er will. Und Gott ist unendlich, allwissend.“ (Qur’an 5:54)

Gott hat uns allen Verstand, Gefühle und Sensibilisierung für bestimmte Situationen geschenkt, auf dass wir diese sinnvoll nutzen. Es liegt nicht an Gott, dass wir uns ändern; wir müssen es selbst zu unserem eigenen Besten und Wohlbefinden wollen. Nur dann können wir im Guten und für das Gute für Veränderung sorgen. Deshalb vergesst nicht liebevoll und barmherzig, milde und freundlich zu Euch selbst, aber auch zu anderen zu sein.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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