Eine interreligiöse Ehe (ZDF)

Hallo und Assalamu Alaykum,

Ehe

 

„Eine Muslimin heiratet

einen christlichen Mann“

 

Naheed Ashraf ist Muslimin, Dominik Frank ist evangelischer Christ. Ihre Familie stammt aus Pakistan, er ist das aus Indien stammende Adoptivkind einer deutschen Familie. Sie stammt aus Offenbach, er aus Frankfurt – der vielleicht größte Gegensatz, wenn man den regionalen Animositäten Glauben schenken darf.

Haben die verschiedenen Religionen bei der Heirat ein Problem dargestellt?

„Forum am Freitag“-Moderator Abdul-Ahmad Rashid hat das Paar am Tag seiner Hochzeit begleitet und gleich drei Eheschließungs-Zeremonien miterlebt.

Mediathek -> http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1993048/Dreifach-geheiratet-haelt-besser#/beitrag/video/1993048/Dreifach-geheiratet-haelt-besser

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

P.S. Bei Fragen oder Kommentaren, gerne hier schreiben oder mir eine Email unter nur.humanrightsinislam@googlemail.com zukommen lassen. Das Thema „Interreligiöse Ehe“ liegt auch mir als Bloggerin sehr am Herzen, da ich als Muslimin selbst mit einem Nichtmuslim verheiratet bin, in standesamtlicher wie auch islamischer Ehe. Es ist deshalb ein sehr angespanntes Thema, wo sich die religiösen und gesellschaftlichen Geister voneinander scheiden und es viel Positives, aber auch viel Kontra gibt. Wer Fragen hat, sich selbst in solch einer Situation befindet und Fragen dazu hat, kann mich gerne anschreiben und ich werde mein Bestes tun, so ehrlich und gewissenhaft wie möglich darauf zu antworten. Bitte nur ernst gemeinte Mails und Kommentare. Vielen Dank. 🙂

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8 Gedanken zu “Eine interreligiöse Ehe (ZDF)

  1. admuslima schreibt:

    So, jetzt bin ich aber verwirrt, war doch mein jetztiger Wissensstand: Eine muslimische Frau darf auch nur einen muslimischen Mann heiraten. (Ein muslimischer Mann darf durchaus eine christliche oder jüdische Frau heiraten).
    Ich folge einer Rechtsschule, also bin ich vom strengkonservativen „Salafi/Wahabi-Gedankengut“ nicht betroffen, dennoch weiß ich von keiner Fatwa oder einem nachlesbaren Beweis, dass es für muslimische Frauen erlaubt ist, einen nichtmuslimischen Mann zu heiraten.
    Bitte kläre mich auf.

    lg Susann

    • hannibalnur schreibt:

      Assalamu Alaykum liebe Susann,

      vielen herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Deine Nachfrage.

      Der Qur’an legt klare Leitlinien für die Ehe fest, die nach folgendem Prinzip interpretiert werden können: Es ist generell ratsam, einen Ehepartner, der die eigenen religiösen Auffassungen und Praktiken teilt, zu wählen. Obwohl die ‚Eignung’ nicht auf religiöse Ansichten allein reduziert werden sollte, da andere Punkte ebenso wichtig sind, so scheint es empfehlenswert, innerhalb des gleichen Glaubens zu heiraten, dass bspw. ein Muslim einen anderen Muslim heiratet. Qur’an 2:221 ist bei dieser Empfehlung deutlich:

      “Es ist besser eine Frau zu heiraten, die keine weiteren Göttlichkeiten als den einen Gott anbetet, als eine Frau, die zu weiteren Göttlichkeiten betet, auch wenn dir diese sehr zusagt ( …).”

      Es gibt Umstände, in denen es einem Muslim erlaubt ist, einen Nicht-Muslim zu heiraten, also Menschen, bei denen es um das so genannte „Volk des Buches“ geht, die Mitglieder aller drei monotheistischen Religionen aufgrund ihrer Erkenntnis sind, da sie ähnliche religiöse Ansichten haben und da nach dem traditionelle islamischen Verständnis, die Nachkommen von diesen Verbindungen als Muslime geboren werden. Qur’an 5:5 zeigt, dass eine solche Verbindung zulässig ist, wie im Folgenden beschrieben wird:

      “(…) Und Recht sollst du erfahren, wenn du bist in der Ehe, mit Frauen, die an den einen Gott glauben und Frauen, die Offenbarung wünschen. (…).”

      Der Grund für das Verbot, dass muslimische Frauen nicht außerhalb ihres Glaubens heiraten dürfen, liegt in der traditionellen islamischen Fiqh und in der Angst begründet, dass ein nicht-muslimischer Mann seine muslimische Frau beeinflussen und vom rechten Weg ihres Glaubens abringen könnte, rechtfertigt jedoch keinen Absolutismus.

      Traditionelle muslimische Gelehrte beziehen sich oft auf Qur’an 2:221, um dieses Verbot zu rechtfertigen. Nach Ansicht der Mehrheit der traditionellen muslimischen Gelehrten, scheint es bei einem muslimischen Mann weniger wahrscheinlich zu sein, dass er in seinem Glauben, bei seinen Ansichten und Praktiken beeinflusst wird, als es bei einer muslimischen Frau der Fall wäre, die im Gegenteil anscheinend leichter beeinflusst und in die Irre geführt werden kann. Daher verweisen sie auch auf die im Qur’an enthaltene Erlaubnis für muslimische Männer, Frauen außerhalb ihres Glaubens, die ihnen den deutlichsten Beweis lieferten, zu heiraten. Dennoch ist es wichtig zu beachten, dass ein muslimischer Mann entweder eine christliche oder jüdische Frau heiratet. Er muss ihren religiösen Glauben respektieren und ihr erlauben, ihren Glauben zu praktizieren. Sie darf weder von der Durchführung ihrer religiösen Pflichten noch von der Lektüre der religiösen Schriften abgehalten werden.

      Der Islamwissenschaftler Prof. Khaleel Mohammed behauptet, mehrere wissenschaftliche Aussagen in Bezug auf diese Einschränkung seien problematisch, da der Qur’an – aus seiner Sicht – für Männer, und nicht für Frauen ausgelegt sei. Diese wichtigen Faktoren waren zum Zeitpunkt dessen Verbreitung üblich. Er argumentiert, dass die Aussage aus dem Qur’an direkt an den Mann gerichtet ist, z. B. „wenn Sie sich von Frauen scheiden lassen wollen (…)“ oder „es ist euch erlaubt in eure Frauen zu gehen, in der Nacht vor der schnellen (…)“ (Mohammed, 2006). Dies sind nur zwei Beispiele, die Mohammed benutzt hat, um zu erklären, dass dies an Männer gerichtet ist, als sie zu jener Zeit in Stämmen organisiert waren und die Frauen den Männern untergeordnet waren, nachdem sie verheiratet worden sind. Dieser Ansicht zu Folge, haben muslimische Frauen heute eine bessere Stellung als zu der Zeit, wenn die Lehren des Qur’ans verbreitet wurden.

      Die traditionell ausgerichteten Gelehrten stimmen dieser Interpretation des Qur’ans sicherlich weniger zu. So sind sich auch moderne Wissenschaftler einig, dass der Qur’an überwiegend an Männer gerichtet ist. Die verbreitete Ansicht ist, dass der Qur’an sowohl Männer als auch Frauen anspricht.

      Es gibt immer mehr Muslime, die modern und positiv gegenüber Ehen zwischen muslimischen Frauen und nicht-muslimischen Männer stehen, die der Auffassung sind, dass der Qur’an nicht nur wörtlich, sondern auch mit einem zeitgenössischen Ansatz auszulegen ist. Viele verstehen, dass der Qur’an einem Nicht-Muslim keine Schuld dafür gibt, ein Christ oder ein Jude zu sein, sondern unterscheidet zwischen denen, die an Jesus glauben, als den Sohn Gottes oder einen Propheten Gottes. Dies bezieht sich auf die Unterscheidung zwischen Kufr und Schirk, die für muslimische Frauen, die einen nicht-muslimischen Mann heiraten wollen, von Bedeutung sind. Es gibt einen weiteren Vers im Qur’an, der erläutert, dass Christen und Juden, die gute Taten vollbringen, das Recht zum Paradies gewährt werden muss. (Qur’an 2:111-112) Daher betont Mohammed, dass Christentum und Judentum gleichermaßen für Männer und Frauen gelten, aber fragt, wie der Qur’an eine Ehe mit einer Christin, aber nicht mit einem christlichen Mann ermöglichen kann. KM argumentiert, dass eine multireligiöse Ehe als solche stattfinden kann, wenn keiner der Ehegatten dazu gezwungen wird, den Glauben des anderen Partners anzunehmen (Mohammed, 2006).

      Die Sorge von einigen muslimischen Gelehrten ist, dass multireligiöse Paare, durch die Art ihrer Beziehung, ihre Religion oft nicht nach Lehrbuch praktizieren. Stattdessen werden einige Punkte des einen Glaubens und einige Punkte des anderen Glaubens praktiziert. Ein sehr wichtiger Ratschlag wird hinsichtlich multireligiöser Beziehungen gegeben, nämlich, dass, wenn in der Ehe eine offene Kommunikation berücksichtigt wird, viele Probleme vermieden werden können. Im Vergleich zu multikonfessionellen Ehen, wird es in einer multireligiösen Ehe mehr Herausforderungen, die über religiöse Grenzen und über moralische Werte hinweg gehen, zu finden sein.

      Es ist somit kein explizit geschriebenes qur’anisches Verbot, sondern lediglich eine Interpretation dessen, die vielfältig ausgelegt werden kann. Meiner Meinung nach gibt es in einer interreligiösen Ehe weitaus wichtigere Themen, die zu beachten sind, insbesondere, was den kulturellen Hintergrund der Ehepartner angeht, denn oftmals wird eher darauf Acht gegeben, als auf die religiösen Unterschiede.

      InshaAllah konnte ich Dir damit ein wenig weiter helfen.

      LG und Salam

      Hannibal-Nur

    • Sarajlija87 schreibt:

      auch der aktuelle weg folgt der hanbalitischen rechtsschule, ich meine die salafis. aber hier hast du eine erklärung:

      http://www.islam-wissen.com/?p=5546

      Darf eine muslimische Frau einen Juden oder Christen heiraten?

      Sep 28, 2015

      Frage:

      Eine Freundin von mir (Muslima) möchte einen nicht-Mmslimischen Mann (gläubiger Christ, der ihre Religion respektiert und ihre alle Freiheiten einräumt) heiraten. Sie sagt, dass es Gelehrte gibt, welche die Meinung vertreten, dass dies möglich ist. Gibt es tatsächlich eine islamisch korrekte Art, diese Art von Meinung herzuleiten? Außerdem: Warum dürfen muslimische Frauen keinen gläubigen Christen/Juden heiraten, obwohl dies für die Männer erlaubt ist? Gibt es eine andere Begründung als: Weil der Mann die Religion an die Kinder weitergibt und für die Frau die Ausübung ihrer Religion gewährleistet ist? (Im Falle meiner Freundin trifft diese Argumentation nämlich nicht zu; ihr Verlobter hat keinerlei Einwände dagegen, dass seine Kinder Muslime werden.)

      Antwort:

      Mit dem Namen ALLAAHs, Des Gnadenden, Des Allgnädigen!
      Alles Lob gebührt ALLAAH, Dem wahren Herrn und Schöpfer! Seine Gnade und Sein Frieden mögen dem Gesandten Muhammad zuteilwerden, dem Gesandten der Milde und der Barmherzigkeit zu allen Geschöpfen.

      Bezüglich der Eheschließung einer Muslimah mit einem Nicht-Muslim sind sich alle Gelehrten aller Fiqh-Schulen einig, dass dies haraam ist und einer Zina-Beziehung gleichkommt. Folgende Aayah drückt dieses Verbot aus:

      وَلَن يَجۡعَلَ ٱللَّهُ لِلۡكَٰفِرِينَ عَلَى ٱلۡمُؤۡمِنِينَ سَبِيلًا

      Allaah wird den Leugnern gegen die Iimaan-Bekennenden keine (wirkliche) Möglichkeit geben. (Quraan 4:141)

      Als generelles Verbot wird diese Aayah auf alle Lebensabereiche übertragen, somit auch auf die Eheschließung eines Nicht-Muslims mit einer Muslimah.

      Als Grund, weshalb einer muslimischen Frau untersagt ist, einen Mann aus den Reihen der Schriftbesitzer zu heiraten, argumentieren die Fiqh-Gelehrten, dass der muslimische Ehemann als Oberhaupt der Familie die Gesamtverantwortung für Ehefrau und Kinder trägt und somit auch die islamische Erziehung der Kinder grundsätzlich gesichert ist. Außerdem gebietet der Islam dem Ehemann, die Glaubensüberzeugungen seiner nicht-muslimischen Ehefrau und ihre Frömmigkeit zu respektieren und diese nicht anzugreifen. Als Muslim verinnerlicht der Ehemann auch den Iimaan an die entsandten Propheten Muusa und ‘Iisa (‘alaihimus-salaam) und wird sich über diese niemals abfällig äußern. Im umgekehrten Falle, wenn der Ehemann aus den Reihen der Schrift-besitzer kommt, trifft dies alles nicht zu. Juden und Christen verleugnen den Gesandten Muhammad (sallal-laahu ‘alaihi wa sallam) als den Gesandten Gottes und sie haben nicht die religiöse Pflicht, die Iimaan-Inhalte ihrer muslimischen Ehefrau und ihre Frömmigkeit zu respektieren, diese nicht anzugreifen und ihr eine islam-konforme Lebensweise zu garantieren. Hier sind weder Respekt noch Toleranz gewährleistet, sondern eher das Gegenteil. So gibt es klare Forderungen z. B. der katholischen Kirche, welche die nicht-getauften Partner in Mischehen zu Handlungen verpflichtet, um das Katholische in der Ehe abzusichern. Damit hat die muslimische Ehefrau kein Bestimmungsrecht über die Erziehung der gemeinsamen Kinder. Dies gefährdet ihre eigene Religiosität und die islamische Erziehung ihrer Kinder.

      Bemerkung:

      Im „Codex des Kanonischen Rechtes“ vom 25. Januar 1983, Titel VII Ehe (Cann. 1055 – 1165), Kapitel VI Mischehen, steht Folgendes: Can. 1124 – Die Eheschließung zwischen zwei Getauften, von denen der eine in der katholischen Kirche getauft oder nach der Taufe in sie aufgenommen worden ist und nicht durch einen formalen Akt von ihr abgefallen ist, der andere Partner aber einer Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft zugezählt wird, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche steht, ist ohne ausdrückliche Erlaubnis der zuständigen Autorität verboten. Can. 1125 – Eine solche Erlaubnis kann der Ortsordinarius gewähren, wenn ein gerechter und vernünftiger Grund vorliegt; er darf sie nur erteilen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind: 1° der katholische Partner hat sich bereitzuerklären, Gefahren des Glaubensabfalls zu beseitigen, und er hat das aufrichtige Versprechen abzugeben, nach Kräften alles zu tun, daß alle seine Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden; 2° von diesen Versprechen, die der katholische Partner abgeben muß, ist der andere Partner rechtzeitig zu unterrichten, so daß feststeht, daß er wirklich um das Versprechen und die Verpflichtung des katholischen Partners weiß; 3° beiden Partnern sind die Zwecke und die Wesenseigenschaften der Ehe darzulegen, die von keinem der beiden Eheschließenden ausgeschlossen werden dürfen.
      (http://www.vatican.va/archive/DEU0036/_INDEX.HTM, 13.10.09).

      Und ALLAAH weiß es am Besten!

      Fatwa- Kommission islam-wissen.com

  2. steinba schreibt:

    Salam,
    soweit ich weiß, ist doch eine der Begründungen, wieso es verboten ist, dass die Erziehung der Kinder/ der Einfluss auf die Kinder beim Mann liegt.
    Zum einen trifft das ja heute nicht mehr zu, zumindest nicht in Deutschland, hier liegt die Erziehung primär in den Händen der Frau.
    D.h., die Gefahr, dass die Kinder christliuch erzogen werden, ist doch viel größer, wenn der muslimische Mann eine christliche Frau heiratet, als umgelehrt.

    Zum anderen stelle ich mir die Frage, was ist wenn eine muslimische Frau einen christlichen Mann heiraten will und von vorneherein klar ist, dass aus keine Kinder geben wird. Dann macht diese Begründung doch auch keinen Sinn, oder?

    Alles in allem denke ich, sollte sich beide respektieren und in ihrem Glauben unterstützen und begleiten.

  3. Somaya schreibt:

    Salam hannibalnur,

    das hast du, finde ich, sehr gut begründet. Ich glaube wirklich, dass viele religiöse Regeln heute zu dogmatisch am reinen Wortlaut ausgelegt werden. Heute ist der Ehemann nicht mehr Herr über seine Frau und Kinder. Und wenn überhaupt jemand Gefahr läuft, um den kleinen Finger gewickelt zu werden, dann er 😉

  4. Sarajlija87 schreibt:

    selam

    ich meine irgendwo hier bei dir gelesen zu haben, dass du mit einem christen verheiratet bist, aber auch, dass du bei amir zaidan gelernt hast.

    hier ist seine aktuelle webseite, wo man auch fragen stellen kann. diese frage dürfte dich interessieren, denke ich mal:

    http://www.islam-wissen.com/?p=5546

    Darf eine muslimische Frau einen Juden oder Christen heiraten?

    Sep 28, 2015

    Frage:

    Eine Freundin von mir (Muslima) möchte einen nicht-Mmslimischen Mann (gläubiger Christ, der ihre Religion respektiert und ihre alle Freiheiten einräumt) heiraten. Sie sagt, dass es Gelehrte gibt, welche die Meinung vertreten, dass dies möglich ist. Gibt es tatsächlich eine islamisch korrekte Art, diese Art von Meinung herzuleiten? Außerdem: Warum dürfen muslimische Frauen keinen gläubigen Christen/Juden heiraten, obwohl dies für die Männer erlaubt ist? Gibt es eine andere Begründung als: Weil der Mann die Religion an die Kinder weitergibt und für die Frau die Ausübung ihrer Religion gewährleistet ist? (Im Falle meiner Freundin trifft diese Argumentation nämlich nicht zu; ihr Verlobter hat keinerlei Einwände dagegen, dass seine Kinder Muslime werden.)

    Antwort:

    Mit dem Namen ALLAAHs, Des Gnadenden, Des Allgnädigen!
    Alles Lob gebührt ALLAAH, Dem wahren Herrn und Schöpfer! Seine Gnade und Sein Frieden mögen dem Gesandten Muhammad zuteilwerden, dem Gesandten der Milde und der Barmherzigkeit zu allen Geschöpfen.

    Bezüglich der Eheschließung einer Muslimah mit einem Nicht-Muslim sind sich alle Gelehrten aller Fiqh-Schulen einig, dass dies haraam ist und einer Zina-Beziehung gleichkommt. Folgende Aayah drückt dieses Verbot aus:

    وَلَن يَجۡعَلَ ٱللَّهُ لِلۡكَٰفِرِينَ عَلَى ٱلۡمُؤۡمِنِينَ سَبِيلًا

    Allaah wird den Leugnern gegen die Iimaan-Bekennenden keine (wirkliche) Möglichkeit geben. (Quraan 4:141)

    Als generelles Verbot wird diese Aayah auf alle Lebensabereiche übertragen, somit auch auf die Eheschließung eines Nicht-Muslims mit einer Muslimah.

    Als Grund, weshalb einer muslimischen Frau untersagt ist, einen Mann aus den Reihen der Schriftbesitzer zu heiraten, argumentieren die Fiqh-Gelehrten, dass der muslimische Ehemann als Oberhaupt der Familie die Gesamtverantwortung für Ehefrau und Kinder trägt und somit auch die islamische Erziehung der Kinder grundsätzlich gesichert ist. Außerdem gebietet der Islam dem Ehemann, die Glaubensüberzeugungen seiner nicht-muslimischen Ehefrau und ihre Frömmigkeit zu respektieren und diese nicht anzugreifen. Als Muslim verinnerlicht der Ehemann auch den Iimaan an die entsandten Propheten Muusa und ‘Iisa (‘alaihimus-salaam) und wird sich über diese niemals abfällig äußern. Im umgekehrten Falle, wenn der Ehemann aus den Reihen der Schrift-besitzer kommt, trifft dies alles nicht zu. Juden und Christen verleugnen den Gesandten Muhammad (sallal-laahu ‘alaihi wa sallam) als den Gesandten Gottes und sie haben nicht die religiöse Pflicht, die Iimaan-Inhalte ihrer muslimischen Ehefrau und ihre Frömmigkeit zu respektieren, diese nicht anzugreifen und ihr eine islam-konforme Lebensweise zu garantieren. Hier sind weder Respekt noch Toleranz gewährleistet, sondern eher das Gegenteil. So gibt es klare Forderungen z. B. der katholischen Kirche, welche die nicht-getauften Partner in Mischehen zu Handlungen verpflichtet, um das Katholische in der Ehe abzusichern. Damit hat die muslimische Ehefrau kein Bestimmungsrecht über die Erziehung der gemeinsamen Kinder. Dies gefährdet ihre eigene Religiosität und die islamische Erziehung ihrer Kinder.

    Bemerkung:

    Im „Codex des Kanonischen Rechtes“ vom 25. Januar 1983, Titel VII Ehe (Cann. 1055 – 1165), Kapitel VI Mischehen, steht Folgendes: Can. 1124 – Die Eheschließung zwischen zwei Getauften, von denen der eine in der katholischen Kirche getauft oder nach der Taufe in sie aufgenommen worden ist und nicht durch einen formalen Akt von ihr abgefallen ist, der andere Partner aber einer Kirche oder kirchlichen Gemeinschaft zugezählt wird, die nicht in voller Gemeinschaft mit der katholischen Kirche steht, ist ohne ausdrückliche Erlaubnis der zuständigen Autorität verboten. Can. 1125 – Eine solche Erlaubnis kann der Ortsordinarius gewähren, wenn ein gerechter und vernünftiger Grund vorliegt; er darf sie nur erteilen, wenn die folgenden Bedingungen erfüllt sind: 1° der katholische Partner hat sich bereitzuerklären, Gefahren des Glaubensabfalls zu beseitigen, und er hat das aufrichtige Versprechen abzugeben, nach Kräften alles zu tun, daß alle seine Kinder in der katholischen Kirche getauft und erzogen werden; 2° von diesen Versprechen, die der katholische Partner abgeben muß, ist der andere Partner rechtzeitig zu unterrichten, so daß feststeht, daß er wirklich um das Versprechen und die Verpflichtung des katholischen Partners weiß; 3° beiden Partnern sind die Zwecke und die Wesenseigenschaften der Ehe darzulegen, die von keinem der beiden Eheschließenden ausgeschlossen werden dürfen.
    (http://www.vatican.va/archive/DEU0036/_INDEX.HTM, 13.10.09).

    Und ALLAAH weiß es am Besten!

    Fatwa- Kommission islam-wissen.com

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