♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Dialog und Offenheit statt Vorurteile und Überheblichkeit

Wir alle verspüren den Wunsch in Frieden zu leben. Dieser Wunsch ist so alt wie die Entstehung der Welt und des Menschen, denn seitdem es den Menschen gibt, ist der Frieden leider in ständiger Gefahr und einer der Ziele, die am schwersten vom Menschen erreicht werden kann, da dieser sich selbst Hürden stellt und Steine in den Weg legt. Warum ist das eigentlich? Es ist doch nur menschlich, dass wir alle in Ruhe und Frieden leben wollen, und dennoch schaffen wir es nicht, da niedere Instinkte und Gelüste unser Verhalten steuern, bzw. wir es nicht genügend kontrollieren…und das, obwohl (!) wir es können.

Vorurteile

Einer der Hauptgründe ist das Vorhandensein von Vorurteilen; auch, und insbesondere leider unter uns Musliminnen und Muslimen. Solange wir nicht damit untereinander aufräumen und uns gegenseitig ein wenig mehr schätzen und respektieren lernen, wie wollen wir uns gegen andere, die Vorurteile gegen uns Musliminnen und Muslime hegen, wehren?

Vorurteile entstehen, weil man seine Mitmenschen nicht kennt, oder auch nicht kennen lernen möchte. Es liegt oft an einem selbst, dass diese Vorurteile überhaupt präsent sind. Nicht immer kann man sagen, dass man diese von jemandem anderen gehört, gelesen und einfach übernommen hat. Letztendlich ist es ja so, dass jeder Mensch selbst Entscheidungen trifft, wie er oder sie mit seinen Mitmenschen umgeht, sei es im Guten wie auch im weniger Guten. Warum treten diese Vorurteile auf? Oftmals, weil wir nicht imstande sind aus unserer Haut zu kommen und mit anderen Andersdenkenden in den Dialog zu treten, und infolgedessen selbst Glaubensgeschwister als Fremde sieht.
Wie oft bemerkt man als Muslimin und Muslim, dass man von anderen Glaubensgeschwistern entweder geschätzt und geachtet wird, leider aber auf der anderen Seite auch geringschätzt und verachtet wird? Ich kann mir gut vorstellen, dass einige von uns diese Gefühle und Situationen kennen, ein jeder von uns auf seine Weise mit den persönlichen Erfahrungen, die man im Laufe seines (religiösen und weltlichen) Lebens macht. Es ist für viele ein regelrechter Spagat sich damit auseinanderzusetzen und dennoch zu versuchen seinen eigenen Mittelweg zu finden und zu gehen.

Was sagt der Qur’an?

Koran1„…helft einander bei der Förderung von Tugend und Gottesbewusstsein, und helft einander nicht bei der Förderung von Übel und Feindschaft; und bleibt euch Gottes bewusst: denn siehe, Gott ist streng im Vergelten.“ (Qur’an 5:2)

Als Musliminnen und Muslime, die in Europa sesshaft sind, wissen wir doch ganz genau, was Vorurteile sind, denn es präsent und aktuell sind viele Vorurteile, Annahmen und pauschale Urteile bezüglich des Islams und uns, den AnhängerInnen dieses Glaubens. Leider ist es nun auch so, dass diese mit der Zeit immer weiter zunehmen, und Fremden- wie auch Islamfeindlichkeit unser friedliches Zusammenleben enorm erschweren. Warum also machen wir es uns gegenseitig innerhalb unserer islamischen Gemeinschaft so schwer, wo wir doch nach Außen hin eine gemeinsame Front und liebevolle Stärke zeigen sollten?

Sind wir nicht irgendwie dazu verpflichtet, dass wir unsere Religion anderen, egal ob unter uns Glaubensgeschwistern, aber auch Andersgläubigen gegenüber, in bester Weise näher bringen?

Sind wir nicht irgendwie dazu verpflichtet, unseren Glauben so darzustellen, wie wir uns selbst sehen?

Innere Vorbereitung

Dazu bedarf es vielerlei Überlegung und auch innere Vorbereitung, ganz gleich wem man gegenüber tritt oder steht. Mit dem Kopf durch die Wand anderen unsere Einstellung und unsere Praxis nahe zu bringen, hilft der Gelegenheit oftmals nicht, ganz im Gegenteil: Die Menschen wenden sich von einem ab.

 

Sobald man versucht einem anderen Menschen etwas aufzudrücken oder aufzuzwingen, wird man feststellen, dass man nicht selten auf Widerstand stößt. Verwunderlich ist dann allerdings, dass die Menschen, die einem versuchen einem genau das in dieser Art und Weise einzuklopfen, genau das gar nicht bemerken und weiterhin glauben, dass man selbst auf dem Holzweg ist und deren Weg aber der einzig wahre und beste von allen ist. Aber nun ja, wer hat schon die Wahrheit gepachtet? Keiner…außer Gott natürlich.

Ich kenne Glaubensgeschwister, die meinen, dass ich keine Muslimin sei (ich würde den Islam ja so drehen und verbiegen, wie es mir gerade in den Kram passt – fragt sich nur, wer das nicht macht 😉 ), somit „bringen sie es nicht übers Herz „…beim besten Willen nicht“ mich mit dem islamischen Friedensgruß zu begrüßen. Andere Glaubensgeschwister wenden sich ab, weil ich ihrer religiösen Praxis nicht folge und mich für einen anderen Weg entschieden habe, um die Nähe Allahs zu erlangen. Wiederum andere aber finden einen Mittelweg, um in den Dialog zu treten oder auch wahlweise zu bleiben, denn nur wenn wir mit Höflichkeit, Respekt und Achtung miteinander kommunizieren – auch wenn wir unterschiedliche religiöse Ansichten, Einstellungen und Praxen haben – werden wir auch gemeinsame Elemente finden, auf denen wir aufbauen können.

Schnelllebigkeit

 

 

 

 

Wir leben in einem Zeitalter, in dem alles so schnelllebig ist. Für viele scheint alles irgendwie ein Muss zu sein, insbesondere in der Ausübung der Religion, aber solch eine Qual macht doch kein Mensch auf Dauer mit, außer er oder sie steht auf Selbstgeißelung und ständigem unter Stress und Druck stehen. Wir haben viele Pflichten, keine Frage, aber wir haben die Möglichkeit sie uns so aufzuteilen und anzuwenden bzw. auszuführen, dass wir weder uns selbst noch andere dabei bedrängen.

Während all unserer Bemühungen anderen unseren Weg im Guten und maßvollem Rahmen darzustellen, sollten wir den guten, respektvollen Dialog unter uns Musliminnen und Muslimen nicht vernachlässigen. Mir scheint leider, als ob es ein wachsender Infekt ist, indem innerhalb des Glaubens Muslime anderen Muslimen Vorhaltungen, Ermahnungen, aber auch teilweise Beleidigungen machen, anstatt von dieser unsäglichen Überheblichkeit mal runterzukommen und sich selbst anzuschauen, ob man wirklich so perfekt ist, wie man versucht sich – besonders öffentlich – darzustellen.
Wenn wir von Dialog und Kommunikation sprechen, meine ich das respektvolle, tolerante und im Guten wetteifernde Miteinander. Dieses Miteinander fördert den gemeinsamen Einsatz für das Gute und die Abkehr von allem Schlechten:

Koran1„Sie glauben an Gott und den Letzten Tag, und gebieten das Tun dessen, was recht ist, und verbieten das Tun dessen, was unrecht ist, und wetteifern miteinander im Tun guter Werke: und diese sind unter den Rechtschaffenden.“ (Qur’an 3:114)

Heutzutage ist es kaum möglich, dass man sich vollkommen von der Welt abschottet und nur für sich lebt. Mittlerweile ist die Welt komplett miteinander vernetzt, und wir Menschen sind schon fast gezwungen zusammenzuleben, ob wir nun wollen oder nicht. Genau deshalb ist es unsere Aufgabe, uns, trotz allen Unterschieden die wir untereinander – auch im Glauben – haben, für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit einzusetzen. Dass das nicht durch Zwang, sondern nur durch Dialog und Kommunikation miteinander machbar ist, scheint einleuchtend.

Wir sollten uns selbst anschauen und sagen, dass wir zu jenen gehören wollen, die nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sind bzw. sein wollen. Denn wer nicht Teil der Lösung ist, der ist Teil des Problems.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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