♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Assalamu Alaykum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Muslime unterstützen einander UND andere

Wenn ich mir das heute Zeitgeschehen anschaue, sei es die Ereignisse in der realen Welt, aber auch die Aktivitäten im Internet, so muss ich mit Erschrecken feststellen, dass nicht besonders viel von der Umsetzung der Pflicht unter Muslimen und Musliminnen sich einander zu helfen und zu unterstützen übrig geblieben ist. Es ist gerade zu traurig mit anzusehen (obwohl man mittendrin ist), wie viele ihre Geschwister gerade zu noch in ihr Unglück laufen lassen und im Gegenzug teilweise dem sogar noch nachhelfen. Sei es körperlich oder auch verbal.

Charakter

 

 

 

 

 

Man muss sich mal zurücklehnen und das Geschehen in seiner eigenen Umgebung, ob in ‚real life’ oder auch virtuell, beobachten. So wird man relativ schnell bemerken, dass das, was uns Muslime und Musliminnen eigentlich ausmachen sollte, immer weniger wird und wir uns immer weniger an die Pflicht der Unterstützung und der Hilfe, sei es im physischen oder im psychischen Sinne, halten, sondern uns eher darauf konzentrieren, es uns entweder selbst recht zu machen – so nach dem Motto: man steht sich eh selbst am nächsten – oder man sucht sich in dieser furchtbaren Zeit der tatsächlichen Einsamkeit und Isolation so genannte „Verbündete“, mit denen man sich gegen andere letztendlich im kleinen wie im großen Rahmen stellen kann. Dass das nichts mit gegenseitiger Unterstützung zu tun hat, sollte jedem einleuchten, tut es aber nicht, weil wir schon so weit in unserem egoistischen Denken sind, dass uns gar nicht mehr auffällt, wie sehr wir unsere eigentliche Pflicht gegenüber uns selbst und anderen verletzen.

Es gibt eine wunderbare Überlieferung aus der Bukhari-Sammlung, die man sich mal wieder vor Augen führen und im Herzen fühlen sollte:

Blume

„Die Gläubigen sind wie die Organe eines Körpers – in der Liebe, dem Erbarmen und in der Barmherzigkeit, die sie gegeneinander zeigen. Wenn ein Organ erkrankt, sind anderen auch davon betroffen.“

 

Dieser Hadith ist in sich selbst erklärend. Wenn man nun das Zeitgeschehen beobachtet, wird man feststellen, dass der ganze Körper erkrankt ist. Ich möchte gar nicht pessimistisch sein, aber die Fakten sprechen doch irgendwie für sich, oder? Man muss nur die Augen aufmachen, die Nachrichten verfolgen, oder sich einfach nur in seiner eigenen kleinen Welt umschauen, um herauszufinden, dass der Pflicht definitiv immer weniger Genüge getan wird. Und warum ist das so? Eine Frage, die man sich zuallererst stellen sollte, bevor man diese an andere und über andere richtet. Wir sind nämlich sehr schnell dabei über andere zu urteilen anstatt uns selbst an der Nase zu fassen und uns mal einen Ruck zu geben anderen Menschen – religionsunabhängig – Hilfe zu geben, sie zu unterstützen und nicht nur an sich selbst und seinen Nächsten zu denken.

Rote Lilie

 

 

 

 

 

Wir Musliminnen und Muslime dürfen die Ereignisse in unserer unmittelbaren Umgebung, aber auch in der weiten Welt dort draußen nicht unbeachtet lassen. Allein unser Glaube ruft uns dazu auf, dass wir uns einmischen, wo wir Ungerechtigkeiten sehen, hören und gar einfach nur fühlen. Unser Instinkt sollte uns leiten das Richtige zu tun. Deshalb werden wir auch immer wieder dazu aufgerufen den Bedürftigen und Armen zu helfen, das Leid der Kranken zu lindern, und in Notsituationen unterstützend zu sein. Gleichzeitig sind wir dazu verpflichtet alle anderen Menschen, sofern sie dazu in der Lage sind, dazu aufzufordern zu helfen und zu unterstützen.

Auch wenn es scheinbar schwer fällt mal nicht an uns, sondern an andere zu denken, so wäre es wichtig zwischen Gerechtigkeit und Ungerechtigkeit unterscheiden zu können. Wer Ungerechtigkeit erkennt, sollte wenigstens, wenn man selbst nichts dagegen unternehmen kann, diese Ungerechtigkeit anprangern, für alle Betroffenen beten und die Ungerechten der Gerechtigkeit Gottes überlassen. Nicht umsonst gibt es eine weitere Überlieferung (aus der Muslim-Sammlung), die uns Musliminnen und Muslime dazu aufruft, in der der Prophet saw hörend gesagt haben soll:

Blume„Wer von euch etwas Schlechtem begegnet, der soll es mit seiner Hand richten. Falls er keine Kraft dafür aufbringen kann, dann soll er es mit seiner Zunge richten. Und wenn er auch das nicht kann, dann soll er es im Herzen verabscheuen. Und das ist die schwächste Stufe des Glaubens.“

Unser Glaube lehrt uns so vieles, wie zum Beispiel, dass wir alle einzelne Personen in einer Gruppe, aber auch Teil dieser großen Gruppe sind. Warum wird das von so vielen von uns schlichtweg ignoriert? Es wird freilich von vielen Musliminnen und Muslimen bis zum Umwinken gepredigt, dass man einander zu unterstützen hat, aber kaum fällt die Tür bzw. die Klappe zu, ist sich ja doch selbst der Frömmste oftmals am Nächsten. Also eine Farce, die es unbedingt gilt auszuschalten. Wir haben Rechte und Pflichten innerhalb unserer Religion, aber auch gegenüber anderen. Es wird Zeit, dass wir uns nicht nur auf unseren Rechten ausruhen und diese einfordern, sondern auch unseren Pflichten bewusst werden und diesen nachgehen. Nicht umsonst wurde uns dieser Qur’anvers offenbart:

Quran„…denn wenn Gott die Leute nicht befähigt hätte, sich gegenseitig zu verteidigen, wären (alle) Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen – in denen (allen) Gottes Name reichlich lobgepriesen wird – sicherlich (bereits) zerstört worden. Und Gott wird ganz gewiss dem beistehen, der Seiner Macht beisteht: denn, wahrlich, Gott ist höchst kraftvoll, allmächtig.“ (Qur’an 22:40)

Wir Musliminnen und Muslime haben die Pflicht uns einander zu unterstützen, aber natürlich nur im Namen der Gerechtigkeit, des Verstand, der Logik und Räson, aber auch weil wir eine Fürsorgepflicht haben: Geht es denen gut, geht es uns auch gut. Man erreicht z.B. schon viel durch die Hilfe an sie, wann immer sie es nötig haben, indem man Ungerechtigkeit und Unterdrückung abwendet, wenn sie unterdrückt werden, und indem man sie davon abhält, wenn sie die Ungerechten und die Unterdrücker sind. Auch hier gibt es wieder eine schöne Überlieferung aus der Bukhari-Sammlung, die man sich von Zeit zu Zeit vor Augen halten sollte:

BlumeDer Prophet saw sagte: ‚Unterstütze deinen Bruder, ob er der Unterdrücker oder der Unterdrückte ist.’ Ein Mann fragte: ‚Oh Gesandter Gottes, ich werde ihn unterstützen, wenn er unterdrückt ist, aber wie kann ich ihn unterstützen, wenn er der Unterdrücker ist?’. Muhammad saw sagte zugleich: ‚Hindere ihn daran die Unterdrückung zu begehen, und das ist, wie du ihn                                                     unterstützt.’“

Das bedeutet im Klartext für uns, oder zumindest für die, die sich angesprochen fühlen, dass diese Art von Unterstützung die wahre und reine Unterstützung ist, indem man für Gerechtigkeit sorgt, anstatt sich im Kämmerlein zu verkriechen und tatenlos zuzusehen. Denn nichts ist schlimmer und auch eine Art von ‚Verbrechen’, wenn man etwas Ungerechtes sieht und nichts dagegen unternimmt.

Wir haben die Pflicht, dass jede(r) Einzelne(r) von uns für andere das liebt, was er oder sie für sich selbst liebt, denn hörte man den Propheten saw nicht einmal sagen:

„Keiner von euch ist gläubig, bis er für seinen Bruder das wünscht, was er für sich selbst wünscht“?

Somit denke daran, dass Du nicht allein auf dieser Welt bist und andere Dich brauchen. Denn auch Du kannst irgendwann in der Situation sein, in der Du Unterstützung von anderen brauchst. Es ist ein Geben und ein Nehmen, im religiösen wie auch im weltlichen Sinne.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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