♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Salam Alaikum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Einkehr und/ oder Gemeinschaft im Ramadan

Die Zeit im Ramadan ist allgemein dafür bekannt, dass man unter Musliminnen und Muslimen mehr als in den übrigen Monaten des Jahres die Gesellschaft anderer bzw. Gleichgesinnter sucht. Allerdings ist es auch eine Zeit, in der man lernt, inwieweit diese Gastfreundschaft und das Miteinander wirklich geht, und wie viel Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit dahinter steckt, oder ob nicht doch eventuell eine gewisse Farce zum Vorschein kommt. Wenn man mal ehrlich mit sich selbst ist und das Geschehen beobachtet, dann merkt man relativ schnell, dass diese Aufmerksamkeit, die man eventuell im Ramadan von anderen zu spüren bekommt, direkt nach Ramadan wieder abnimmt.

Einkehr

 

 

vs.

Geselligkeit Ramadan

 

 

 

Vielen Menschen geht es so. Und viele Menschen sind sogar eher ungewollt im Ramadan alleine, weil sich entweder nicht die Mühe gemacht wird sie mit einzubinden, oder es für manche einfach „zuviel Arbeit“ ist sich um die Belange anderer zu kümmern.

Wichtig ist es aber, selbst wenn man sich nicht in Person trifft (manchmal geht es eben nicht), dass der Kontakt erhalten oder sogar ausgeweitet wird. Dafür können viele kleine Gesten zum Einsatz kommen. Es ist nicht immer und auch nicht für jeden leicht die Gesellschaft eines/ einer anderen zu suchen, und dennoch ist es unendlich wichtig, dass man nicht alleine „versauert“. Ich erinnere mich dunkel, dass ich in meinen Single-Zeiten oftmals mein Fasten alleine gebrochen habe. Allerdings muss ich gestehen, dass ich ein Mensch bin, der nicht jeden Tag die Gesellschaft anderer sucht, sondern bisweilen das Alleinsein durchaus genieße. Aber irgendwann ist auch damit Schluss. Der Mensch ist eben nicht dazu geboren alleine zu sein.

Handreichen 1

Die Hand reichen

 

 

 

 

Es gibt viele von uns, die die Gesellschaft suchen, und man muss sich auch im Klaren sein, dass das Fastenbrechen in Gemeinschaft vielmehr Freude und auch Anerkennung bei Gott (sowie den Menschen, mit denen man zusammenkommt) bringt. Wer diese besondere Zeit, insbesondere das Frühstück und die Abendmahlzeit in Gesellschaft einnimmt, wird sicher der Gemeinsamkeiten untereinander viel mehr bewusst, als wenn man dies alleine macht.

Was man nicht vergessen darf ist, dass es Menschen gibt, die die Einkehr oder Isolation entweder vorziehen oder aber keine andere Wahl als diese Möglichkeit haben. Oftmals, insbesondere (ledige) Konvertitinnen und Konvertiten sind davon betroffen, ist man unfreiwillig alleine, denn der nähere Umkreis mag entweder keine oder nur wenige Glaubensgeschwister beinhalten, somit ist man gezwungenermaßen alleine. Gott sei Dank gibt es heutzutage die Möglichkeit nicht nur in Person, sondern auch über das Telefon, die Nachrichten und das Internet in Kontakt zu bleiben bzw. zu kommen. Man mag vielleicht physisch alleine sein, kann sich aber, wenn einem danach ist, Kontakte suchen, so dass man das Ramadan-Feeling teilen kann.

Die Goldene Mitte

 

 

 

Wichtig ist es, dass man versucht die gesunde Mitte zu treffen. Wie ich sicherlich schon öfter geschrieben habe, ist es die Mischung, die alles macht. Man sollte den goldenen Mittelweg finden: Isolation und Einkehr schaden im Ramadan nicht. Ganz im Gegenteil. Wenn man für sich ist, denkt man höchstwahrscheinlich ein wenig mehr über sich, seine Gedanken, Worte und Taten nach als wenn man in Gesellschaft ist, wo man oftmals (selbst wenn einem das nicht gleich bewusst ist) eine bestimmte Rolle spielt bzw. in ganz bestimmte Verhaltensmuster verfällt, die eventuell nicht an der Tagesordnung sind, wenn man alleine ist.

Vielleicht als kleiner Tipp: Beobachte Dich mal selbst, wie Du Dich verhältst, wenn Du 1. in Gesellschaft (also nicht alleine) bist, und 2. dann, wenn Du alleine (also ohne Gesellschaft) bist.

Du wirst höchstwahrscheinlich herausfinden, dass es gewisse Unterschiede in Deiner Art gibt, wie Du Dich alleine und wie Du Dich in Gesellschaft mit anderen verhältst. Ich finde es, wenn ich gerade darüber nachdenke, ganz spannend!

BlütenEs gibt einen besonderen Qur’anvers 21:107:

„Und (also, o Prophet), haben Wir dich als (einen Beweis Unserer) Gnade gegen alle Welten gesandt.“

 

Die qur’anische Offenbarung ist ein Appell an alle Menschen ungeachtet der Herkunft, ethnischen Abstammung oder kulturellen Umgebung. Sie appelliert ausschließlich an die Vernunft des Menschen und stellt kein Dogma auf, das allein auf der Grundlage blinden Glaubens anzunehmen wäre. Somit ist auch zum heutigen Thema der Verstand und die Vernunft des einzelnen Menschen gefragt, sich erstens (wenn möglich) an dem Vorbild des Propheten saw zu orientieren (der es vorzog, sich in Einkehr und Isolation zurückzuziehen, aber auch sich genügend Zeit zu nehmen, um mit anderen in Gesellschaft das Leben zu genießen und Freud wie Leid zu teilen), und zweitens selbst darüber nachzudenken, wie man sich in dieser besonderen Zeit des Ramadans gegenüber sich selbst, aber auch gegenüber anderen verhält, um zum Schluss über sich selbst urteilen zu können, ob das Verhalten gut und positiv war und es Gott gefallen hat bzw. würde.

In diesem Sinne wünsche ich allen weiterhin einen wunderbaren, spirituell inspirierenden und gesegneten Ramadan, einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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