♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Salam Alaikum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Beleidigungen, Verspottung, Lästerei: Was uns der Qur’an dazu lehrt.

Es vergeht kaum ein Tag, an dem man weder hört noch liest, dass ein(e) Muslim(in) in der Öffentlichkeit beleidigt und verspottet, über ihn oder sie gelästert wird, oder im umgekehrten Falle, ein(e) Muslim(in) eine(n) andere(n) Muslim(in) beleidigt, verspottet, oder hinter deren Rücken lästert. Gleichzeitig wird uns Muslimen permanent vorgeworfen, dass wir selbst durchgehend beleidigt sind, wenn man uns etwas sagt, manchmal ist der Grund völlig irrelevant, und dass wir uns gerne in eine Opferrolle begeben. Andersherum ist es aber auch so, dass diejenigen, die den Islam bzw. die Musliminnen und Muslime kritisieren, sich selbst auch beleidigt fühlen, wenn man ihnen etwas sagt bzw. versucht sie zu „korrigieren“, und sich selbst in eine Opferrolle manövrieren.

Islamic Art

Geht es hier wirklich um Beleidigungen oder geht es eher um das Missverständnis, was die Verletzung religiöser Gefühle angeht? Manchmal scheint man das gar nicht so recht unterscheiden zu können. Nach logischem Menschenverstand und einem gewissen moralischen Verständnis wird klar, dass selbst jenseits von religiösen Gründen und Gefühlen, die Ethik stimmen muss, und Beleidigungen, Verspottungen, Verleumdungen und Lästereien nun nicht zu den Merkmalen gehört, die einen einwandfreien Charakter bezeichnen.

Kein Mensch ist perfekt, aber wir alle, egal ob Muslim oder nicht, sind dazu angehalten uns anzustrengen, damit wir in dieser Gesellschaft bestehen und einander helfen können. Ohne füreinander dazu sein, zerfällt unsere Gesellschaft und unsere Welt in viele, kleine Einzelteilchen, die nur schwerlich wieder zusammen zu setzen sind.

Im Heiligen Qur’an wird in mehreren Versen darauf hingewiesen, dass man (das gilt für Männer wie Frauen gleichermaßen!) andere weder beleidigen und verspotten noch Schimpfworte verwenden oder Lästerei betreiben darf. Gott legt uns strengstens nahe, dass wir Menschen uns untereinander zu respektieren haben und verbietet uns, Menschen zu verachten oder abzustoßen. Das gilt in jeder Hinsicht, auch wenn wir uns vom Glauben, vom Lebenswandel, von den Gedankengängen und jeweiligen Verständnissen auf komplett unterschiedlichen Pfaden bewegen.

So heißt es in Qur’an 49:11:

Lampe„O IHR, die ihr Glauben erlangt habt! Keine Männer sollen (andere) Männer verspotten: es mag gut sein, dass jene (die sie verspotten,) besser als sie selbst sind; und keine Frauen sollen (andere) Frauen verspotten: es mag gut sein, dass jene (die sie verspotten,) besser als sie selbst sind. Und ihr sollt einander auch nicht verleumden, noch einander beleidigen durch (schimpfliche) Beinamen: übel ist alle Unterstellung von Frevelhaftigkeit, nachdem einer Glauben erlangt hat; und diejenigen, die (dessen schuldig werden und) nicht bereuen – es sind sie, sie, die Übeltäter sind.“

Viele von uns Menschen werden mit Vorwürfen, Vorurteilen und Beschimpfungen konfrontiert. Und das nicht nur in eine Richtung. Wer glaubt, dass es nur darum geht, dass Musliminnen und Muslime den Kürzeren ziehen, dem/ der möchte ich sagen, dass das dann doch nicht stimmt, und es letztendlich wie folgt aussieht: Musliminnen und Muslime müssen sich sehr viel von nichtmuslimischen MitbürgerInnen gefallen lassen, aber im umgekehrten Falle ist es oftmals nicht anders, denn es gibt auch viele NichtmuslimInnen, die sich von Musliminnen und Muslimen vieles gefallen lassen müssen. Wobei das Wort „müssen“ hierbei Diskussionsbedarf hat. Niemand MUSS sich das gefallen lassen, egal von wem, und wenn man sich ein wenig an den Kopf greift und nachdenkt, dann wird man feststellen, dass man – egal ob Muslim oder nicht – so nicht behandelt werden möchte, somit sollte man diese Eigenschaften gegenüber anderen auch einstellen, falls man ein jemand ist, der/ die solchen Dingen (regelmäßig) nachgeht.

Lampe„ O ihr, die ihr Glauben erlangt habt! Vermeidet die meiste Vermutung (übereinander) – denn, siehe, manche (solcher) Vermutung ist (an sich) eine Sünde; und spioniert einander nicht nach, und erlaubt euch selbst auch nicht; schlecht übereinander hinter euren Rücken zu reden. Würde irgendeiner von euch das Fleisch seines toten Bruders essen mögen? Nein, ihr würdet es verabscheuen. Und seid euch Gottes bewusst. Wahrlich, Gott ist ein Reueannehmender und Gnadenspender.“ (Qur’an 49:12)

Viele von uns bemerken gar nicht mehr, wie sehr wir andere mit unseren Worten und Taten verletzen. Dies kann auch indirekt geschehen, und so manches Mal müssen wir uns überlegen, ob wir eingreifen sollen oder nicht. Geht es uns etwas an…oder nicht?! Ein jeder von uns sollte versuchen, auch wenn es vielen schwer fällt, bei solchen „Ausfällen“ mit Geduld reagieren und dabei gleichzeitig standhaft und aufrecht in seinem Denken, Glauben, Wissen und Handeln sein.

Der Qur’an, wenn man sich ihm hingibt bzw. öffnet, lehrt so viele Tugenden; er lehrt, auf dass wir das Gute in uns erkennen mögen und Nachsicht bei Menschen, die irren (ganz gleich in welcher Hinsicht), üben:

rose

„Übe gebührende Nachsicht gegenüber der Natur des Menschen und gebiete das Tun dessen, was recht ist; und lasse ab von all jenen, die unwissend zu bleiben wählen.“ (Qur’an 7:199)

 

Laut einigen islamischen Gelehrten, wie z.B. Tabari und Ibn Kathir, wird der Gläubige in Übereinstimmung mit den qur’anischen Aussagen, dass der Mensch „schwach erschaffen worden ist (Qur’an 4:28) und dass „Gott keinen Menschen mit mehr belastet, als er gut zu tragen vermag“ (Qur’an 2:286), ermahnt, der menschlichen Natur gegenüber gebührende Nachsicht zu üben und nicht zu streng mit denen zu sein, die irren. Allerdings, so sehe ich das, kann dies nur geschehen, wenn entweder eine Eingebung bzw. Einsicht des/ der Irrenden zum Vorschein kommt, oder man sich aus gutem Grunde von solchen Personen fern hält, denn so sagt der Qur’an ja im obigen Vers, dass man sich von den Unwissenden bzw. Ignoranten abwenden soll. Dies ist auch besser für den Erhalt der eigenen Seele, der Gesundheit und der inneren Zufriedenheit. Vollkommenheit zu erreichen ist kaum möglich, aber das Erstreben dessen durchaus schon.

Beleidigungen, Verspottungen, üble Schimpfwörter und Lästereien zeigen die schwache Seite eines Menschen, der sich nicht weiß anders zu helfen, als damit seine eigenen Fehler und Schwächen zu übertünchen. Wer aber davon absieht und seine Einstellung zum Positiven verwendet, einsieht, dass er sich durch Selbsterkenntnis verbessern kann, der wird sich von diesen Schwächen nicht übermannen lassen, sondern an sich selbst arbeiten und sich informieren. Nachsicht kann man nur ausüben, wenn man diesen Weg der Selbsterkenntnis geht. Es ist kein einfacher Weg, denn kaum einer von uns gesteht sich gerne Schwächen ein. Wir aber haben sie alle, und wir sollten zu ihnen stehen und versuchen uns ihrer bewusst zu sein, und bestenfalls zu entledigen.

Abwarten und Tee trinken

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

 

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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