♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Salam Alaikum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Die Neider sterben wohl, doch niemals stirbt der Neid*

 

Versteckter NeidWas versteht man unter Neid? Die Definition könnte unter anderem wie folgt lauten:

„Es ist das moralisch vorwerfbare, gefühlsmäßige emotionale Verübeln der Besserstellung konkreter Anderer…fehlt es am ethischen Vorwurf, spricht man auch von Unbehagen gegenüber Vorteilen anderer – Besitz, Status, Privilegien, Macht -, die man selbst nicht hat.“

 

Der NeidNeid (arab. Hasad) kann auch wie folgt verstanden werden:

„Wenn der Neider nicht zufrieden ist, solange der Beneidete den Gegenstand des Neides nicht verliert.“

 

Negativer versus positiver Neid

Laut Götz Aly, ensteht „Neid aus Schwäche, Kleinmut, mangelndem Selbstvertrauen, selbstempfundener Unterlegenheit und überspanntem Ergeiz…“. Hinzufügen würde ich noch gewisse Selbstüberschätzung, aber auch ein Überlegenheitsgefühl, welches sich allerdings negativ manifestiert.

TriebfederNeid kann durch die unterschiedlichsten Situationen ausgelöst werden. Man wird neidisch, wenn ein anderer als einer selbst einen bestimmten Besitz (Materielles sowie Wissen), Privileg oder Vorzug hat. Weitere Auslöser des Neides sind die eventuelle Schönheit des/ der anderen, sei es im körperlichen oder geistigen Sinne, die Gesundheit, der soziale Status oder die Stellung eines einzelnen Menschen.

 

Es gibt auch eine positive Definition des Neides, indem man mit Neid eine Bewunderung oder Anerkennung für eine Person ausdrückt, und gleichzeitig dieser Person diesen Besitz nicht missgönnt.

 

Neid im Islam

Emotionen und NeidIm Qur’an gibt es einige Verse, in denen der Neid erwähnt wird. Ein Neider zu sein bzw, neidisch im negativen Sinne zu sein suggeriert Unzufriedenheit mit sich selbst, und wie kann die Liebe und Zuneigung zum Glauben/ zu Gott mit dem Neid gegenüber einem (oder mehreren) Menschen in einer Person Platz finden, ohne das eine Seite überhand nimmt?

Um Zufriedenheit zu erlangen, muss man sich vom Neid lösen, denn letztendlich schadet sich der Neider nur selbst, nicht andere. Oftmals ist es so, dass der Neid zu Fehlverhalten und schlechtem Benehmen führt. Auch leitet er zu Feindseligkeit, schlechtem Denken über die Absichten Anderer, zum Lästern, Verbreiten von Gerüchten, Lügen, und lässt den/ die Einzelne(n) sich von anderen (und auch in seiner/ ihrer Beziehung zu Gott) entfernen.

In den islamischen Quellen gibt es viele Beweise, die sich mit dem Neid auseinandersetzen und beschäftigen. Im Qur’an befinden sich Schutzsuren und Schutzverse; auch durch Bittgebete (arab. Du’a) kann sich der/ die Einzelne mit Gottes Hilfe for einem Neider/ vor Neidern schützen.

So heißt es in der 13. Sure (Al-Falaq: Die aufgehende Morgendämmerung):

Quran

Sag: „Ich suche Zuflucht bei dem Erhalter, der aufgehenden Morgendämmerung, vor dem Übel von etwas, das Er erschaffen hat, und vor dem Übel der schwarzen Finsternis, was immer sie herabkommt, und vor dem Übel aller Menschen, die auf okkulte Bestrebungen aus sind, und vor dem Übel des Neiders, wenn er neidet.“

Diese kurze Sure ist zum Schutz des Menschen vor jeglichem Übel bestimmt und enthält die Bitte an Gott, den Barmherzigen und Allerbarmer, um den Schutz vor dem Übel im Allgemeinen. Diese Sure ist ein Bittgebet und wird oft als Teil des rituellen Gebetes rezitiert.

Der Prophet Muhammad saw wird in einer Überlieferung wie folgt zitiert:

Hadith„Habt keinen Zorn aufeinander, beneidet einander nicht, befeindet euch nicht und seid, oh Leute, Brüder. Wenn ihr euch doch verzankt habt, so lasst den Zank nicht länger als drei Tage dauern, und versöhnt euch möglichst schneller, maximal im Laufe von drei Tagen.“ (Hadith Sahih Bukhari)

Hierbei würde ich hinzufügen, dass Schwestern, also Frauen, natürlich auch damit angesprochen sind. Und selbst wenn man kein(e) Muslim(a) ist, so kann man sich aus dem Obigen einiges herausnehmen und dennoch anwenden, oder sich zumindest ein paar Gedanken darüber machen. Denn abgesehen von religiösen Quellen, ist es eine Frage von Moral und Ethik, und die Erarbeitung der eigenen Zufriedenheit, in der Neid einfach keinen Platz hat.

Schöner ist es, wenn man anderen Menschen eine Gunst erweist, ihnen gegenüber wohlwollend ist.

Freude

 

Ein abschließendes Zitat von Joseph Freiherr von Eichendorff:

„Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
den schickt er in die weite Welt,
dem will Er Seine Wunder weisen
in Berg und Tal und Strom und Feld.“

 

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

* Molière

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