♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Salam Alaikum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Suche Ruhe…und finde Frieden!

Veränderungen in den vergangenen Wochen und Monaten haben mich spüren lassen, dass der Mensch dafür selbst verantwortlich ist, seinen Seelenfrieden zu suchen und zu finden. In der heutigen Gesellschaft, egal ob wir nun in Deutschland, Amerika, Saudi Arabien, am Nord- oder Südpol, in der Wüste oder auf dem Wasser leben, ganz gleich ob wir in unterschiedlichen Kulturen und unter verschiedenen Einflüssen aufwachsen, so ist ein jeder von uns für sein eigenes (Seelen-) Heil verantwortlich. Ich glaube, dass kaum eine Verantwortung größer als diese ist, wobei die emotionalen, seelischen, moralischen, und psychischen Eigenschaften durchaus größer und schwerer als die körperliche (gesundheitliche) Verantwortung zu verstehen sind.

UnzufriedenheitDie Mehrheit von uns wirkt meiner Meinung nach sehr unzufrieden. Die Gründe hierzu werden oftmals auf die Politik(erInnen), den Staat, (Mit-) Bürger, Andersgläubige und Glaubensgeschwister geschoben, wobei meines Erachtens es oftmals die Unzufriedenheit mit sich selbst ist, welche man auf andere projiziert und ablädt. Warum aber sind wir mit uns selbst so unzufrieden und weshalb gehen wir mit unserer Unzufriedenheit so hausieren, dass wir versuchen sie bei anderen abzulassen? Weil wir Angst haben unserem eigenen Ich ins Auge zu schauen und zu bemerken, dass es vielleicht vielmehr an uns selbst als an anderen liegt, wie unsere eigene Unzufriedenheit unser Verhalten gegenüber anderen (aber auch oft uns selbst) steuert.

Woher rührt diese Unzufriedenheit, die wir in uns tragen und wie können wir uns von ihr befreien? Dazu habe ich kein Patentrezept, denn jeder Mensch ist anders und hat andere Hürden und Herausforderungen als der Nächste zu meistern. Die Ursache der eigenen Unzufriedenheit liegt in uns selbst wie auch unseren persönlichen Einstellungen. Es kommt darauf an, wie man erzogen worden und aufgewachsen ist und wie die Menschen sich in seinem näheren Umfeld mit Erfolgen, Zielen, aber auch Fehlern und Schwächen des Einzelnen beschäftigen und damit umgehen. Derzeit wird sich, egal ob privat, beruflich, religiös oder kulturell, stark an Leistungsprinzipien orientiert. Erfolgreich ist nur der, wer gut aussieht, viele Freunde hat, viel leistet, erreicht und sich leisten kann. Allerdings ist es ein oberflächlicher Erfolg, denn wahrer Erfolg kommt von innen und wirkt sich, wenn anwesend, wie größer aus, als dass, was das Umfeld und die Gesellschaft von einem erwartet.

Unzufriedenheit ist nicht schlecht, wenn sie unseren Ehrgeiz weckt, ihre Energie zum Positiven zu nutzen, um mehr das zu sein oder zu erreichen, was wir sein oder haben wollen, und so letztendlich auch zufriedener werden. Allerdings ist es so, und ich bemerke es oft, dass Unzufriedenheit sich dann negativ auf unser seelisches und körperliches Wohlbefinden auswirkt, wenn wir ständig dieser Unzufriedenheit frönen und durch nichts zufrieden gestellt werden können. Das aber wiederum liegt an uns selbst und in unserer Verantwortung diese Zufriedenheit selbst zu suchen und zu finden.

Zerstöre deine Freude an dem, was du bereits besitzt, nicht dadurch, dass du nach Dingen verlangst, die du nicht hast. Aber erinnere dich daran, dass das, was du heute besitzt, einmal zu den Dingen gehörte, die du dir erhofft hast. (Epicur)

Unzufriedenheit (mit sich selbst und anderen) führt zu Aggression, sei es aggressivem körperlichen oder verbalen Benehmen. Die Verhaltensmuster sind eigentlich immer wieder ähnlich, aber aus diesem Loch der Unzufriedenheit zu kommen und sich dieser eigenen Aggressivität zu entfernen, bedeutet sehr viel Mühe und Geduld, insbesondere mit sich selbst. Man muss lernen mit sich selbst ins Gericht zu gehen, was eine ziemliche Herausforderung ist. Ich kann davon ein Liedchen singen, denn seinem eigenen Ich ins Auge zu schauen und zu verstehen lernen, dass nicht alles, was man macht und gegenüber anderen zeigt, gut und clever ist, ist eine Prüfung, die geistig schwer anzunehmen ist. Jeder von uns hat ein Ego, das so ausgeprägt ist, dass wir uns oftmals darin verlieren, dabei sollten wir genau daran arbeiten und vielleicht ein wenig davon ablassen anstatt zu sehr daran festzuhalten. Es kann womöglich zu einer Befreiung führen, und sei es nur für einen Moment, und man wird sich selbst ganz anders als vorher sehen und verstehen.

AggressivitätWarum sind einige von uns von aggressiven Verhaltensmustern geprägt? Woher kommt diese Aggressivität? Aus persönlicher Erfahrung würde ich behaupten wollen, dass es durch die eigene Unzufriedenheit, aber auch Unwissenheit sowie das persönlicher oder nähere Umfeld des Einzelnen kommt. Sie scheint durch andere, aber auch durch einen selbst geschürt zu werden, und wenn unterstützt und angestachelt, wird diese Aggression längerfristig und oftmals zu einem Egotrip benutzt.

Ich sehe es an mir selbst, wie ich mein Verhalten in den vergangenen Jahren verändert habe und wie sich dieses auf meine Umwelt ausgewirkt hat bzw. auswirkt. Natürlich kann man nicht von heute auf morgen sein Verhalten ändern. Das verlangt auch keiner. Verlangt wird nur, dass man sich mit sich selbst beschäftigt und dadurch eventuell Erkenntnis(se) gewinnt, die helfen, die Aggressivität zu vermindern (und wenn möglich sogar einzustellen), so dass man anfangen kann sich selbst zu finden und zur Ruhe zu kommen.

Scheinbar angepasstes Wohlverhalten innerhalb der Schranken vorgegebener Normen gebiert das, was durch sie eigentlich verhindert werden soll – statt dass der Angepasste sich geborgen und ruhig fühlt, wird er unruhig, ängstlich und aggressiv. (Peter Lauster)

SelbstfindungSelbsterkenntnis und Selbstfindung sind unterschiedliche Prozesse, die lang, andauernd und sehr herausfordernd für uns Einzelne ist. Es gibt Erfolgs-, aber natürlich auch Schwächephasen, aber alles in allem, sind es Lernprozesse, denen wir ein Leben lang ausgesetzt sind und denen wir uns, sofern wir es zulassen, auch hingeben können.

Das bedeutet keinesfalls sich selbst aufgeben, sondern tatsächlich durch Selbsterkenntnis sich selbst finden. Selbstfindung bedeutet für jeden von uns (noch einmal: wenn (!) wir es uns selbst gegenüber auch zulassen), dass wir uns in unseren Eigenarten, Eigenschaften, Wünschen, Träumen und Zielen selbst definieren (lernen), oftmals entweder im Zusammenhang, aber auch in Abgrenzung von der Gesellschaft und ihren Einflüssen.

Sich selbst zu finden und zu definieren, also in diesem Falle auch nicht ein mitlaufendes Schaf einer Herde zu sein (was wir oftmals zugegebenermaßen machen), bedeutet sich selbst im materiellen, sozialen und geistigen Sinne kennen und schätzen zu lernen. Eine Selbstfindung bedeutet aber nicht, dass man sich von seinen Mitmenschen und seiner Gesellschaft abgrenzen, sondern zu sich selbst ein neues Verständnis und eine neue Ruhe und Zufriedenheit aufbauen möchte, die sich wiederum, so Gott will und man selbst auch, positiv auf andere und die Gesellschaft auswirken darf und soll.

Finde Deinen Kompass, der Dich leitet…welcher auch immer Dein Kompass sein mag. (Anonym)

Ruhe findenAlles, was wir erreichen möchten, können wir nur durch eigenes Tun verwirklichen. Die Macht, die Entscheidungskraft und das Handeln liegen ganz bei uns. Äußere Einflüsse mögen uns zwar den richtigen Weg weisen, doch woher wissen wir, dass es auch wirklich der Weg ist, der für den Einzelnen von uns auch der Beste ist?

 

Jeder von uns ist in der Lage mit Herz und Verstand, mit Bauchgefühl und Logik, Entscheidungen zu treffen. Diese sollten wir gut, weise und in Ruhe überdenken. Die Meditation wäre hierfür eine vortreffliche Gelegenheit sich aus dem Alltag zurückzuziehen, in sich zu gehen, unsere Energiebatterien aufzuladen und um unseren sehr belasteten Geist ruhig zu bekommen. Meditation kann man sehr unterschiedlich gestalten, sei es im religiösen, esoterischen, spirituellen oder psychischen Sinne. Im Islam gibt es verschiedene Arten von Meditation, so wird zum einen das Gebet als Meditation verstanden, aber auch die Lobpreisung Gottes (Dhikr) wird meditativ genutzt und kann wahre Wunder in sich selbst vollbringen. Zur Ruhe zu kommen bedeutet den Geist still zu bekommen, Sorgen und Ängste loszulassen, so dass man sich nur noch auf das pure Sein konzentriert. Dieses führt dazu, dass man sich entspannt und inneren Frieden wie auch Gelassenheit findet. Wenn man die Ruhe nicht in sich selbst findet, wird man sie anderswo vergeblich suchen.

(…) und ruhelos ist unser Herz, bis es ruhet in dir. (Augustinus)

Wir alle wünschen uns mehr Gelassenheit von anderen, aber eigentlich wünschen wir uns noch mehr eigene Gelassenheit zu entwickeln, zu verspüren und zu zeigen. Gelassenheit ist die Fähigkeit, inmitten der Höhen und Tiefen des Lebens und der Ereignisse Ruhe zu bewahren und sich nicht von Menschen, Meinungen, Ereignissen zu sehr persönlich in der eigenen Entwicklung beeinflussen zu lassen. Aber wie kann man selbst gelassener werden? Die Gelassenheit in Person zu sein fällt den wenigsten Menschen leicht, somit ist der Weg dahin voller Hürden, Steine, Stress, und Unruhe, aber mit Zeit und Geduld kann man selbst diesen Weg finden.

„Und ganz gewiss werden Wir euch prüfen mittels Gefahr und Hunger und Verlust von weltlichen Gütern und Leben und Früchten (der Arbeit). Aber gib jenen frohe Kunde, die geduldig in Widrigkeit sind.“ (Qur’an 2:155)

Held eigenes LebenSchauen Sie sich mal Ihre Grundeinstellung an…diese ist nämlich insbesondere und im Wesentlichen wichtig, um überhaupt Gelassenheit zu haben bzw. sich diese zu erarbeiten. Wenn Ihre persönliche Lebensphilosophie so strukturiert ist, dass Sie sich erstens nicht alles persönlich zu Herzen nehmen, (viele, aber nicht alle) Dinge so nehmen, wie sie sind und für sich einen Weg gefunden haben, dann könnte die Gelassenheit Teil Ihrer Persönlichkeit sein. Sollte sie es nicht sein, gäbe es noch Arbeit sich in diese Richtung zu bewegen, aber es ist nicht unmöglich diese zu erreichen.

Es liegt letztendlich an einem selbst, was man daraus macht.

Du kannst die Brandung nicht aufhalten, aber du kannst surfen lernen. (Anonymous)

ZufriedenheitMit der eigenen Zufriedenheit steigt die Lebensqualität, sie trägt maßgeblich zum eigenen und allgemeinen Wohlbefinden bei. Wer nicht zufrieden ist mit dem, was er hat, der wäre auch nicht zufrieden mit dem, was er haben möchte.

Zufriedenheit können Sie nur erlangen, wenn Sie schätzen lernen, was Sie besitzen. Über unsere eigene Zufriedenheit entscheidet in hohem Maße unser eigenes, individuelles und persönliches Denken. Jeder Mensch entscheidet für sich selbst, wann wir zufrieden sein können und wann nicht. Anreize für die Zufriedenheit können sehr unterschiedlich sein, somit ist die Messlatte dessen sehr hoch, aber auch sehr individuell. Wenn Zufriedenheit haben möchte, muss sich selbst darum kümmern. Es ist wie ein seelischer Zustand, für den man selbst verantwortlich ist. Niemand kann Ihnen Ihre Zufriedenheit geben, diese aber dürfen Sie für sich selbst entwickeln.

Die eigene Zufriedenheit ist eine Frage der Einstellung. Innere Zufriedenheit mag eine Frage des Vergleichs sein, aber vielleicht sollte man sich von Vergleichen trennen und sich seelisch besinnen. Lebenszufriedenheit stellt sich dann ein, wenn man für das dankbar ist, was man besitzt. Und jeder von uns besitzt sehr viel für das er dankbar sein könnte. Uns hier geht es so gut, vielleicht sogar zu gut – zumindest im materiellen Sinne ist es im Überfluss – dass viele von uns verlernt haben, sich über die kleinen Dinge im Leben zu freuen und damit zufrieden zu sein, was man hat. Somit ist die Suche nach Zufriedenheit keine materielle, sondern eine seelische und emotionale Herausforderung. Aber: Wer suchet, der findet.

Zufriedenheit ist ein stiller Garten, in dem man sich ausruhen kann. (Ernst Herstl)

Innerer FriedenIm Islam gibt es einen Ausdruck des Seelenzustandes, genannt Sakina. Ruhe, Gelassenheit, Seelenfrieden, (Glück-)Seligkeit, Sicherheit und Gottesbewusstsein geben vielleicht am Besten ihre Bedeutung wieder. Insbesondere im Sufismus spielt Sakina eine sehr große und besondere Rolle, aber auch allgemein in der islamischen Tradition kann Sakina (dieser Seelenzustand) durch Einhalten von Gottes Geboten erreicht werden. Wie man dieses vollbringt, liegt in der Absicht und Entscheidungskraft des einzelnen Menschen, wird nicht von anderen Menschen, sondern von sich selbst und durch Gott beurteilt. Letztendlich ist der Mensch sein eigener Richter, was bedeutet, dass er mit sich selbst ins Gericht gehen muss, um diesen Seelenfrieden zu erlangen.

„Er ist es, der von droben inneren Frieden auf die Herzen der Gläubigen erteilt hat, auf dass – angesichts dessen, dass Gottes alle Kräfte der Himmel und der Erde sind, und dass Gott allwissend, wahrhaft weise ist – sie noch fester in ihrem Glauben werden mögen.“ (Qur’an 48:4)

Ich wünsche jedem von uns Ruhe zu suchen und Frieden zu finden.

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

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