♥ Djuma Mubārakah ♥

Hallo und Salam Alaikum,

Cuma

 

ich wünsche all meinen Leserinnen und Lesern einen gesegneten Freitag.

 

 

Kinder: Unsere Zukunft oder unser Verderben?

 

Fragezeichen

An wem liegt es? Liegt es an uns Erwachsenen? Liegt es an den Kindern selbst? Liegt es an der Regierung? An was liegt es? Liegt es an den Schulen? Liegt es am Umfeld?

 

Kind seinWenn wir uns Gedanken darüber machen, in welcher Zeit wir uns gerade befinden und in welche Situationen wir unsere Kinder bringen, wenn wir uns entscheiden Kinder in die Welt zu setzen, dann werden es sich sicherlich viele zwei- oder gar dreimal überlegen, ob sie wirklich Nachwuchs bekommen möchten.

 

Kinder im Sinne eines Glaubens oder mit bestimmten Wertevorstellungen zu erziehen und sie zu jungen Erwachsenen reifen zu lassen ist eine schwere Aufgabe. Vollkommenheit gibt es hier nicht, schließlich ist keine(r) von uns als Elternteil geboren und muss selbst erst in diese Aufgabe hinein wachsen. Ich bin (noch) keine Mutter und über pädagogische Qualifikationen verfüge ich auch nicht, aber als stille Beobachterin versuche ich zu lernen, was der richtige Weg sein könnte, den Kindern von heute einen Weg zu ebnen, auf dem sie auf der einen Seite Selbständigkeit, Offenheit, Logik, und Rationalität lernen, und auf der anderen Seite individuell ihre ganz persönliche Seite entwickeln können.

Die Kinder von heute stehen unter einem enormen Druck in dreierlei Form:

1. Sie sind unter Leistungsdruck in der Schule, manchmal sogar schon im Kindergarten.

2. Sie sind unter Druck sich unter Gleichaltrigen zu bewähren.

3. Sie sind unter Druck ihren Eltern und ihrer Verwandtschaft zu gefallen.

Einfach Kind zu sein, wie es bei uns – also denen, die sich ab 30 dazu zählen können – damals der Fall war, ist heute nicht mehr. Natürlich haben wir in gewisser Hinsicht auch unter Druck gestanden, allerdings war dieser nicht so übermannend wie er heute ist. Ich möchte nicht sagen, dass früher alles besser war (Gott bewahre – so alt bin ich auch nicht), aber die Gesellschaft inklusive der Technologie und der Lebensmittelindustrie hat sich so rasant weiterentwickelt, dass man kaum mehr mitkommt – auch nicht als Erwachsene(r). Früher gab es kaum dicke Kinder, sie waren aktiv, hatten mindestens eine Sportart und waren andauernd bei trockenem Wetter draußen zu finden.

Heute findet man solche Kinder zwar noch, aber man muss sie teilweise suchen wie die Nadel im Heuhaufen. Die meisten hocken doch zuhause mit ihrem Handy, Tablet, oder vor ihrer Spielkonsole oder dem Fernseher. Das einzig Sportliche dabei sind die Gummibärchen und die süßen Getränke, die sie sich gekonnt reinschütten. Ausnahmen gibt es hier natürlich auch, aber man muss sich doch irgendwie bewusst sein, was man hierbei mit den Kindern anrichtet.

Die Kinder von heute haben oft die Schwierigkeit sich Modeidealen und Ballerspielen zu entziehen, wenn andere diese in ihrer Reichweite haben und sie versuchen nachzuahmen oder Waffencomputerspiele spielen. Weder ist es sinnvoll Modelmaßen zu entsprechen (nicht gesund!) noch ist es förderlich Kinder mit Ballerspielen, die sowieso erst ab 16 oder 18 sind, zu beglücken (zu gefährlich!). Und das sind nur zwei Extreme, bei denen mir die Hutschnur platzt, wenn ich so etwas erleben muss. Hierbei sind nicht die Kinder schuld, sondern die Leidtragenden, und den Eltern sollte vielleicht ein Licht aufgehen, wie weit sie ihre Grenzen ziehen.

Kinder brauchen weder das eine noch das andere Extrem. Es muss sich die Waage halten. Kindern sollte beigebracht werden, dass viele Dinge – insbesondere technologische Elemente – sehr nützlich sind und man auf sie nicht verzichten aber sie dennoch nur dosiert verwenden sollte. Das heißt, dass es nicht zuviel verlangt ist, wenn ein Kind seine Schulbücher zur Schule „schleppt“ (schwere Bücher können meist sogar in der Schule in abschließbaren Schränken verstaut werden), sich im Unterricht aktiv beteiligt, sich sportlich betätigt, aber gleichzeitig auch Ruhephasen erhält.

Mich erschreckt es, dass ich immer wieder miterleben muss, wie Eltern ihre Kinder „in Watte packen“, und dabei noch sagen, dass es völlig normal ist, wenn Kinder heute nicht mehr draußen spielen und auf Bäume klettern. Vielleicht sollte man genau da ansetzen und ihnen aber diese Möglichkeiten geben. Wie viele physische Defizite haben Kinder heute im Vergleich zu 20 oder 30 Jahren? Zu viele! Und auch nur, weil wir – die Eltern und anderen Verantwortlichen – nicht lassen.

Im Islam erfahren Kinder eine ausgesprochene Wertschätzung, denn Kinderreichtum garantiert den Fortbestand der Menschheit:

Baby

 

„Reichtum und Kinder sind ein Schmuck des Lebens dieser Welt…“ (Qur’an 18:46).

 

Es bedeutet, dass ein Kind auch ein Kind sein sollte, sein darf und sein muss, damit es die Möglichkeit hat sich ohne Zwang zu entwickeln. Für Eltern ist es extrem schwierig einen Mittelweg ihrer Kindererziehung in dieser globalisierenden und rasant wachsenden Welt zu finden. Es ist nicht leicht eine Balance zu finden und sich an diese für das Wohl des Kindes zu halten. Man kann Kindern (fast) alles gönnen, aber es sollte dosiert sein. Zuviel Fernsehen, zuviel Süßes, zuwenig frische Luft und zuwenig Bewegung ist der falsche Weg. Das umgekehrte Extrem halte ich es auch nicht für sinnvoll, schließlich sollen die Kinder eben nicht unser Verderben, sondern unsere Zukunft sein.

Kinder dienen sich gegenseitig als Vorbilder. Wenn man ganz genau darauf achtet, dann wird man als Elternteil immer wieder feststellen, dass die Kinder andere Kinder als Vorbilder oder Beispiele nehmen und zitieren. Es gibt aber positive wie negative Vorbilder. Zukunftsträchtig wäre ein positives Vorbild sicherlich besser und anerkannter.

Kinder müssen spielen, tanzen, die Welt entdecken. Ihre Fantasie soll durch Erfahrungen, aber auch durch Geschichten beflügelt werden. Sie sollen handwerklich tätig sein, malen oder sich des Schreibens erfreuen. Heißt es nicht umsonst:

Schreibfeder

„Lies! Denn dein Erhalter ist der Huldreichste, der den Menschen den Gebrauch der Schreibfeder gelehrt hat – den Menschen gelehrt hat, was er nicht wusste!“ (Qur’an 96:3-5).

 

Die Bildung und die Erziehung sind wichtig, egal ob man religiös gebunden ist oder nicht. Es sind die Hauptmerkmale eines Menschen, um ihn innerhalb der Gesellschaft als soziales Wesen akzeptieren zu können. Ohne diese Merkmale hat es ein Mensch nicht leicht, und wem diese Möglichkeiten offen stehen, der sollte dankbar dafür sein und davon Gebrauch machen.

 

Eltern und Kinder

 

Es gibt eine schöne Richtlinie von unserem Propheten, die auch in der heutigen Zeit sehr viel Sinn macht:

 

Er sagte den Eltern, dass sie mit ihren Kindern während der ersten sieben Lebensjahre „spielen“ sollen, d.h. ihnen in Liebe und Güte zu begegnen und ihre natürliche Entwicklung nicht zu beeinträchtigen oder zu hemmen.

Von 7 bis 14 Jahren sollten die Kinder im Erzieherverhalten Konsequenz erfahren, wobei davon ausgegangen wird, dass die Erzieher ihre Handlungen und Entscheidungen dem Kind erläutern, und dass das Kind die Erklärungen verstehen und nachvollziehen kann und in der entwicklungsbedingten Lage ist, diese in seinem Denken und Verhalten zu berücksichtigen.

Von 14 bis 21 Jahren sollen die Eltern das Kind als FreundIn betrachten. Das kommt darin zum Ausdruck, dass das Kind als vollwertige Persönlichkeit anerkannt wird und die Erziehung in einem partnerschaftlich gleichen Verhältnis stattfindet, welches ebenso bei der gegenseitigen Hilfe und Erziehung zwischen erwachsenen Menschen erwartet und gefordert wird.

Nach Vollendung des 21. Lebensjahres sollten die Eltern ihren Kindern als Berater in Entscheidungen und Lebensentwürfen zur Seite stehen. Das Kind ist nunmehr erwachsen und sollte dann auch als solche(r) behandelt werden.

Um die obige Frage zu beantworten:

spielende Kinder

Kinder sind unsere Zukunft, sie können aber auch unser Verderben sein, wenn wir nicht unsere Pflichten erfüllen.

Es liegt also an uns, was wir aus unserer eigenen Zukunft (und das involviert –auch- unsere Kinder) machen.

 

In diesem Sinne wünsche ich allen einen wunderbaren, von Gott gesegneten Freitag und ein schönes Wochenende.

LG und Salam Alaikum

Hannibal-Nur 🙂

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