Islamisch heiraten: Wie macht man es richtig?

Hallo und As-salamu Alaykum,

Paar sitzend

 

vor knapp einer Woche schrieb ich den Text „Legitimation der islamischen Eheschließung“ und hatte hierbei auch ein paar Fragen, die mir gestellt worden waren, die ich aber nicht alleine beantworten konnte und auf Ihre/ Eure Hilfe gezählt habe.

 

 

In den vergangenen Tagen habe ich mir vom Islamologie Institut Wien, der Islamischen Bibliothek, der Fatih Moschee Bremen sowie aus der Imam-Ali-Moschee Hamburg und einigen mir hoch geschätzten und wissenden Menschen Informationen zur islamischen Eheschließung, ihrer Rechte und Pflichten, zukommen lassen, und möchte hiermit meinen Dank aussprechen.

Da die Bitte kam, ob ich nicht eventuell eine Übersicht zur islamischen Eheschließung schreibe, bin ich dieser so gut ich konnte, nachgegangen und möchte Sie/ Euch dazu einladen meinen dazu geschriebenen Text unter meiner Rubrik „Konvertiert und Nachdenkend“ zu lesen.

Hier ist ein Link direkt zum Text:

https://hannibalnur.files.wordpress.com/2011/02/konvertiert-und-nachdenkend-i-islamisch-heiraten-februar-2013.pdf

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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13 Gedanken zu “Islamisch heiraten: Wie macht man es richtig?

  1. Nermin Undefined schreibt:

    was ich so vermisse bei deinem text, oder ich habs überlesen, wenn man sich auf die socken macht und nach einer frau bzw mann sucht und man jemanden gefunden hat, dann dürfen die beiden nicht alleine sein. der mahram (islamisch gesetzlicher vormund der frau) muss immer dabei sein, wenn sich die beiden kennenlernen wollen, berührungen sind nicht erlaubt und nur dann dürfen sich die beiden auch angucken, sie darf auch diesmal, nach einigen gelehrten ihren hijab ausziehen, damit der mann ihre haare sieht. die religiösität steht an oberster stelle, das simmt gemäß eines hadith, aber meiner erfahrung nach sollte der charakter anschließend an zweiter stelle kommen.

    die beiden dürfen deshalb nicht alleine sein, weil der sheitan der dritte ist und wie oft ist was passiert wenn mann und frau allein sind und vorallem in einem raum.

    was die zwei zeugen angeht, stimmt auch, jedoch müssen es zwei männliche sein, oder vier weibliche. wir sind zwar alle vor Gott gleich, jedoch hat Gott den mann als führende person auserwählt, der aber die ganze verantwort gegenüber familie trägt. steht auch im koran drinne.

    • hannibalnur schreibt:

      As-salamu Alaykum Nermin,

      vielen Dank für Deinen Beitrag.
      Ich verstehe Deine Thematik, nur hat sie mit meinem Text relativ wenig zu tun. Es geht mir hier ausschließlich um die islamische Eheschließung an sich, und nicht um die Etikette des Kennenlernens vor der Ehe, wie sich beide zu verhalten haben oder wie die Frau gekleidet zu sein hat. Ich bitte Dich hier wirklich dabei zu berücksichtigen, dass es sich hier NUR um die Eheschließung, und was meiner Meinung nach dazu gehört, handelt.

      Allerdings kann ich zu Deiner Aussage, was die Zeugen angeht, doch etwas sagen: Es ist zwar richtig, dass so etwas in der Richtung im Qur’an steht, allerdings stimmt das nicht bei einer islamischen Eheschließung.

      Es gibt drei Ayats im Qur’an, in denen es um die Zeugenschaft geht, ohne das Geschlecht zu erwähnen:
      1. Bei der Eröffnung eines Testamentes – Qur’an 5:106
      2. Beim Aussprechen des Talaqs (Scheidung vom Manne aus) – Qur’an 65:2
      3. Bei der Aussage gegen ehrbare Frauen – Qur’an 24:4

      Der Qur’an legt sogar in 24:6 fest, dass die Zeugenaussage einer Frau gleichwertig der eines Mannes ist:

      „Und was jene angeht, die ihre eigenen Ehefrauen des Ehebruchs beschuldigen, aber keine Zeugen außer sich selbst haben, so soll jeder dieser (Beschuldiger) Gott viermal zum Zeugen rufen, dass er fürwahr die Wahrheit sagt…“

      Aischa (r.a.) hat in unzähligen Ahadith, die als authentisch gelten, überliefert, in denen es nur um eine einzige Aussage, nämlich die ihre, handelt. Für mich, und inshaAllah auch für andere, ausreichend Beweis, dass die Zeugenaussage einer Frau genauso viel wert wie die eines Mannes ist.

      Im Qur’an selbst steht nur an einer Stelle, und nur zu einem bestimmter Situation, die Aussage, dass zwei weibliche Zeugen einem männlichen Zeugen entsprechen (müssen):

      “O ihr, die ihr glaubt, wenn ihr Anleihe gewährt oder aufnehmt zu einer fest- gesetzten Frist, dann schreibt es nieder…und lasset zwei Zeugen unter euren Männern es bezeugen, und wenn es keine zwei Männer gibt, dann (sollen es bezeugen) ein Mann und zwei Frauen von denen, die euch als Zeugen geeignet erscheinen, damit, wenn sich eine der beiden irrt, die andere von ihnen sie daran erinnert…“ (Qur’an 2:282)

      Diese Ayat handelt ausschließlich von finanziellen Geschäftsabschlüssen. Daher kann ich keinen Zusammenhang im Rahmen einer islamischen Eheschließung sehen, schließlich ist es ein Vertrag, der von einem Mann UND einer Frau zwischen ihnen geschlossen wird, und sie hierbei in ihren Entscheidungen als gleich- und vollwertig gesehen müssen. Möglicherweise siehst Du das anders, lieber Nermin, aber ich wollte es hier nur mal richtig stellen, schließlich gibt es so viele Situationen, die man nicht weiß, und mit denen man sich doch mehr beschäftigen muss. In meinem Text hatte ich über die Zeugen kurz referiert, und bin selbst da schon zu dem Schluss gekommen, dass in diesem Kontext das Geschlecht bei den muslimischen Zeugen einer islamischen Eheschließung irrelevant ist, jedoch die geistige Gesundheit und das islamische Wissen in solcher Angelegenheit im Vordergrund steht.

      As-salamu Alaykum
      Hannibal-Nur

      • Nermin Undefined schreibt:

        also ich habe das so gelernt die ganze zeit, dass es zwei männliche sein müssen. ich werde aber mal inshAllah bei mir in der moschee nochmal nachfragen.

        es geht hier nicht um mich, um meine aussagen und unsere schon gar nicht, es geht um die aussagen des islams. wir haben nicht das recht uns das so zu biegen wie wir es gerne hätten.

        wir lesen zwar hier und da hadithe und verse, doch die richtige anwendung, also da fehlt uns noch ein bestimmtes wissen dazu. deswegen wäre ich mit deinem urteil sehr vorsichtig.

  2. Somaya schreibt:

    @Hannibal und Nermin
    Ich, die ich nicht der „islamischen Orthodoxie“ anhänge, sondern eher liberal muslimisch bin und hier geboren und aufgewachsen, halte einige Dinge, wie den „mahram“ heute nicht mehr für akzeptabel. In einem Rechtsstaat, in dem Gesetze meinen Schutz als Frau und allgemein als Mensch gewährleisten, brauche ich keinen männlichen Vormund. Das passt wirklich nicht hier her. Und ich glaube auch, dass diese männliche Machtposition in Ländern wie Ägypten zu einer frauenfeindlichen Haltung führt.

    Dinge, die mir ein moderner demokratischer Rechtsstaat besser geben kann, brauche ich nicht aus der Beduinenzeit übernehmen, da bin ich ehrlich und stur, das halte ich für Blödsinn 🙂

    P.S. Nette Seite, schaue immer wieder mal vorbei.

    • hannibalnur schreibt:

      Hallo und As-salamu Alaykum liebe Somaya,

      vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Ich sehe mich selbst nicht als islamisch-orthodox, sondern ähnele Deiner Vorstellung von einem liberalen Islam, wobei ich eher progressiv denke. Viele setzen es mit liberal gleich, allerdings ist es, und das ist schade, dass liberale MuslimInnen immer mit nicht-praktizierenden MuslimInnen verwechselt werden.

      Ob man einen Mahram wirklich braucht oder nicht, liegt im Ermessen des/ der einzelnen Person. Persönlich würde ich Dir beipflichten, dass dieser nicht benötigt wird. Heutzutage kann man sich – auch wenn man sich an eine gewisse islamische Etikette halten möchte – in der Öffentlichkeit treffen, um sich kennen zu lernen. Da können Familie, aber auch Freunde, und wenn man es wirklich weit ausfährt, auch Fremde, als Anstandswauwaus fungieren. Schließlich macht man in der Öffentlichkeit keine Dinge, die sich nicht geziemen – egal ob man Muslim ist oder nicht.

      Aber auch was den Vormund, also diesen Wali, angeht, so muss das auch jeder für sich entscheiden, wie er/ sie das handhabt. Ich habe es nur in meinen Text geschrieben, weil es traditionell so gehandhabt wird, und selbst hier in Deutschland finde ich zumindest einen vertrauensvollen Vertreter/ eine vertrauensvolle Vertreterin nicht schlecht. Ich mache das aber nicht vom Geschlecht abhängig. Da wir hier in Deutschland sind, finde ich, dass man sich auch hier gewissen islamischen Normen anpassen kann. Man muss allerdings nicht dem patriarchalisch geprägten Islam verfallen, denn der ist m.E. hier nicht angebracht.

      Bei meiner eigenen islamischen Trauung habe ich Familie (Männer wie Frauen) gehabt, welche auch letztendlich als Vertreter der Familie fungiert haben. Auch wenn es orthodoxe MuslimInnen gibt, die solches nicht gutheißen, so habe ich mich zumindest daran gehalten, dass meine Familie und die meines Mannes anwesend waren, wie auch die zwei Zeugen muslimisch waren.

      Ich bin nur froh, dass es Möglichkeiten gibt, islamisch zu sein und dem Glauben zu folgen ohne dass man sich einschränkend einer Richtung zuwenden muss. Gott sei Dank für diese Freiheit, die wir hier in Deutschland genießen dürfen.

      LG und Salam

      Hannibal-Nur

    • Nermin Undefined schreibt:

      @Somaya

      nun ja, garantiert der staat dir den schutz, dass vor der ehe keine unislamischen berührungen geschehen? oder kann der staat darauf aufpassen, dass du auch einen muslim heiratest der auch den islam ernst nimmt? dem staat ist es egal ob islamisch heiratest oder eine unehelische beziehung eingehst.

      der mahram ist nun mal dafür da, dass dir nichts passiert, dass dich keiner versucht anzumachen, keine unehelischen dinge geschehen, dass er den bewerber abcheckt ob er auch für dich geeignet ist. ein varer will nicht, dass seine tochter irgendeinen, ich sag mal mit goldkettchen und 3er bmw heiratet, sondern einen anständigen muslim.

      das wäre auch genau so wie wenn in 100 jahren welche sagen würden, dass man nicht mehr beten braucht, denn in so einem modernen staat ist dein chef der versorger mit essen, kleidung etc.

      aber eine frage an dich: denkst du ein moderner staat kann dir mehr geben als der islam selbst?

    • Nermin Undefined schreibt:

      @somaya

      ach ja, ich bin seit 92 hier, habe somit mehr als 3/4 meines lebens hier verbracht und bin irgendwo auch ein deutscher. wo ich geboren bin und aufgewachsen, spielt keine rolle. wichtig ist für mich, dass ich den islam versuche so gut es geht zu praktizieren, ob das jetzt „mittelalter“ ist oder sonst was, also das ist mir egal. wichtig ist für mich, dass Allah mit mir zufrieden, denn nur Er weiß was gut für mich ist. 🙂

      ach und was die frauenfeindliche haltung angeht, war mohammed sav frauenfeindlich?

  3. hannibalnur schreibt:

    As-salamu Alaykum Nermin,

    ich schließe nicht aus, dass man gewisse Dinge unterschiedlich lernt, und ich gebe Dir insoweit auch Recht, dass ich diese Weise auch von vielen schon gehört habe. Das Problem an der Sache war, dass kaum einer es begründen könnte, auch nicht anhand von stichfesten Beweisen aus Qur’an und Sunnah, so dass ich irgendwann einmal von selbst angefangen habe zu recherchieren.

    Ich weiß, dass bei Dir weder Deine noch meine noch sonst eine Meinung, sondern die Gottes zählt, deshalb sind wir ja auch öfter unterschiedlicher Meinung. Zurechtbiegen tue ich hier nichts, da ich letztendlich nur anhand von Qur’an und Sunnah gezeigt habe, dass es nicht einfach so zu akzeptieren und hinzunehmen ist, dass immer zwei männliche Zeugen benötigt werden. Wenn es im Qur’an anders steht, wie ich es auch geschrieben habe, dann sollte man sich eher daran als an Hören/ Sagen orientieren. Aber wie Du schon schreibst, es kann natürlich auch Meinungsverschiedenheiten zwischen den Rechtsschulen geben.

    Was Wissen angeht, so können wir nie genug lernen. Dafür haben wir ja auch die Gabe uns damit auseinanderzusetzen und uns Wissen anzueignen und dieses auch mitzuteilen. Was ich aber von mir gebe ist kein Urteil, sondern lediglich eine Meinung, die ich mir gebildet habe. Man kann diese annehmen, ignorieren oder ablehnen. Das ist jedem Menschen freigestellt. Nur ein Richter fällt Urteile, und der gnadenreichste und barmherzigste ist Gott, und kein Mensch.

    Frage aber noch mal in Deiner Moschee nach und berichte uns, was dort gesagt wurde.

    As-salamu Alaykum

    Hannibal-Nur

  4. Dunya schreibt:

    Hallihallo Hannibal-Nur, ich wollte fragen, ob man auch woanders als in der moschee heiraten kann? vielleicht auch zuhause? und wie sollte sich die braut dabei kleiden? Sollte/Muss sie ein kopftuch tragen? Danke für die Information. LG Dunya 🙂

      • Dunya schreibt:

        aber wie kleide ich mich denn jetzt als braut? sollte ich da meine haare bedecken, egal ob zuhause oder in der moschee??

      • Sarajlija87 schreibt:

        die frau muss sich so oder so bedecken, nicht nur haare, sondern alles bis auf gesicht und hände. und da die heirat ein ganz besonderer tag ist, solltest du erst recht darauf achten, dass alles nach dem islamischen maßstab stattfindet, damit Allah euch beide segnet.

        nimm deine gebetswaschung bevor du dein brautkleid anziehst, damit du, wenn du geschminkt wirst deine gebetswaschung hast und bete deine gebete zur vorgeschriebenen zeit.

        wie so ein brautkleid aussieht, keine ahnung, google spuckt da interessante kleider aus.

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