Glaubensfreiheit: Verankert im Heiligen Qur’an?!

Hallo und Salam Alaikum,

 

Der Qur’an lehrt absolute Glaubensfreiheit, so mein Verständnis von der Heiligen Schrift.

 

Das es Menschen gibt, Muslime wie Nichtmuslime, die genau das Gegenteil von meinem Qur’anverständnis denken, steht außer Frage, denn wie bei jeder Diskussion rund um Glaube (muss nicht einmal nur der Islam sein), wird es gegensätzliche Pole geben.

Die einen denken, dass Glaube nur stattfinden kann, wenn der/ die Einzelne selbst dazu findet, sich selbst davon überzeugt, und dies spiritualisierend wie praktisch auf seine bzw. ihre unmittelbare Umgebung, und natürlich sich selbst, überträgt.

Die anderen denken durchaus auch, dass es Freiheit im Glauben gibt, aber…ja wirklich, aber: Diese Freiheit kann nur ausgekostet werden, wenn man entweder schon im Glauben drin ist, also hineingeboren, oder aber wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.

Wer hat Recht und wer nicht? Weder die einen noch die anderen haben Unrecht! Was? Wie kann das denn sein? Ja, ja, der Qur’an ist eben ein Text, der sich auf alle Menschen, die ihn lesen, einstellt. Das bedeutet, dass dadurch unterschiedliche Facetten eines Glaubensfreiheitsverständnisses zum Vorschein kommt, welches eben diese differenzierten Verknüpfungen und Verständnisse zum Ausdruck bringt.

Einfach gesagt:

Religion und Glaube sind eine Gewissensfrage und keine Macht vermag diese zu beeinflussen. Zwang und Glaube können nicht zusammen existieren. Gott, der die Menschen erschaffen und mit jeglichem Segen bedacht hat, gibt ihnen die Freiheit, an Ihn zu glauben oder nicht, somit liegt die Sinnlosigkeit eines Zwangs seitens der Menschen deutlich auf der Hand:

„Wahrlich, Wir haben ihm den Weg gezeigt: (und es liegt an ihm, sich) entweder als dankbar oder undankbar (zu erweisen).“ (Qur’an 76:3)

Ist die heilige Botschaft den Menschen offen verkündet worden, so ist die Aufgabe des Propheten erfüllt und er besitzt nunmehr keine Verantwortung für das Handeln der Menschen. Es ist nicht seine Aufgabe, im Rahmen der verkündeten Botschaft die ZuhörerInnen zum Glauben zu zwingen.

Hierzu sind ein paar Zitate aus dem Heiligen Qur’an wichtig zu erwähnen:

„Und so (o Prophet), ermahne sie; deine Aufgabe ist nur zu ermahnen: du kannst sie nicht zwingen zu glauben.“ (Qur’an 88:21)

„Und sprich: „Es ist die Wahrheit von eurem Erhalter.“ Darum lasst den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will.“

(Qur’an 18:29)

„(Und) Also ist es:) hätte dein Erhalter es so gewollt, all jene, die auf Erden leben, hätten sicherlich Glauben erlangt, allesamt: denkst du denn, dass du die Leute zwingen könntest zu glauben, ungeachtet dessen, dass kein Mensch jemals anders Glauben erlangen kann als mit Gottes Erlaubnis, und (dass) Er es ist, der das abscheuliche Übel (des Unglaubens) jenen auferlegt, die ihren Verstand nicht gebrauchen wollen?“ (Qur’an 10:99-100)

„Wahrlich, Du kannst nicht jeden rechtleiten, den du liebst: aber Gott ist es, der rechtleitet, wer rechtgeleitet werden will; und Er ist aller völlig gewahr, die sich rechtleiten lassen wollen.“ (Qur’an 28:56)

Niemand kann zur Annahme oder Rückweisung des Islam gezwungen werden. Wird der Mensch dazu gezwungen, so hat die Verantwortlichkeit des Menschen, seine freie Wahl, die göttliche Gerechtigkeit, Strafe und Belohnung und das Diesseits als Prüfung keine Bedeutung mehr und das Jüngste Gericht, das Jenseits, das Paradies und die Hölle verlieren ihren Sinn. Die Frage der Glaubensfreiheit wird im Qur’an offen befürwortet und unterstützt.

Im Qur’an wird stets wiederholt, wie Allah dem Menschen mit seiner Erschaffung auch die Glaubensfreiheit gibt. Das obiger Absatz heutzutage nicht einfach so zu unterschreiben ist, wird jedem irgendwie sonnenklar sein, denn obwohl explizit immer wieder darauf hingewiesen wird, dass Glaube und die seinige Praxis nicht erzwungen werden kann – ohne das Spiritualität und gute Absicht verloren gehen – so muss man, leider Gottes, feststellen, dass – und hier kann ich nur für Muslime sprechen – wir Muslime es uns und anderen Glaubensgeschwistern, wie aber auch Nichtmuslimen in unserer unmittelbaren Umgebung, schwer machen mit Glaube umzugehen und ihn nach eigenem Verständnis zu leben und zu praktizieren.

Heißt es nicht in Surah Al-Kafirun wie folgt:

 

 

 

 

„Im Namen Gottes, des Allergnädigsten, des Gnadenspenders: Sag: „Oh ihr, die ihr die Wahrheit leugnet! Ich bete nicht das an, was ihr anbetet, und ihr betet auch nicht das an, was ich anbete. Und ich werde nicht das anbeten, was ihr (jemals) angebetet habt, und ihr werdet auch nicht (jemals) das anbeten, was ich anbete. Für euch euren Glauben, und für mich meinen Glauben.“

Was genau heißt das denn? Es ist eigentlich unmissverständlich:

Jeder seinen Glauben nach seinem Verständnis durch die jeweiligen Heiligen Quellen.

Somit, und ist es recht eindeutig, und das hier nur als Kurzversion:

Es soll keinen Zwang geben in Sachen des Glaubens. Deutlich unterschieden geworden ist nun der rechte Weg von dem des Irrtums; wer darum die Mächte des Übels verwirft und an Gott glaubt, hat fürwahr eine höchst unfehlbare Stütze ergriffen, die niemals nachgibt: denn Gott ist allhörend, allwissend.“ (Qur’an 2:256)

Im Qur’an steht schon drin, dass Gott den Menschen den freien Willen und die Entscheidung selbst überlässt, ob und welchen Glauben sie annehmen oder nicht. Zeitgleich weist Er auch darauf hin, wenn dem Irrweg gefolgt wird, welche Konsequenzen dies zur Folge haben könnte. Aber die Freiheit selbst zu entscheiden ist im Qur’an verankert.

Dieser kurze Input soll nur ein kleiner Gedankenanstoß dazu sein, dass Glaube nicht gleichbedeutend Zwang in der Praxis von Regeln bedeutet. Viele von uns MuslimInnen scheint es nicht verständlich zu sein, dass die Religion eigentlich so einfach ist. Wir machen sie uns und anderen unnötig schwer. Die Botschaft soll das Leben erleichtern, nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch zwischenmenschlich und für das Leben im Jenseits.

Wir sollten darüber nachdenken, was wir manchmal anderen Glaubensgeschwistern mit unseren Ermahnungen und Belehrungen antun. Auch wenn es gleichbedeutend einer Pflicht kommt so manchen Menschen auf etwas aufmerksam zu machen, so sollte man nicht vergessen, dass Ermahnungen nicht in Stein gemeißelt sind, und schon der Prophet (saw) zu seiner Zeit sich angepasst und nicht belehrend hingestellt hat. Zudem hat er, nachdem er gelehrt hat, die Menschen ihren eigenen Entscheidungen überlassen.

Genau davon sollten wir uns vielleicht eine Scheibe abschneiden, und damit die Freiheit im Glauben intensivieren.

Denn nur so kann es unsere individuelle Spiritualität erhöhen, das Miteinander stärken, und die Beziehung von einem selbst mit dem Allmächtigen intensivieren.

Nur so ein Gedanke, entspringend aus einer heutigen Diskussion.

In diesem Sinne,

liebe Grüße und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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