Kommen Nichtmuslime nur in die Hölle?

Hallo und Salam Alaikum,

der Islam ist die erste Religion war, die erkannt hat, dass Juden, Christen und Muslime alle an einen Gott glauben.

Wie kann es also sein, dass seitens der Muslime regelmäßig und inständig behauptet wird, dass alle Nichtmuslime in die Hölle kämen, und nur den Muslimen das Paradies vorbehalten sei, wenn es doch im Heiligen Qur’an ganz anders steht?

„Wahrlich, diejenigen, die glauben, und die Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut – diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.“ (Qur’an 2:62)

„Jene, die geglaubt haben, und die Juden und die Sabäer und die Christen – wer an Allah glaubt und gute Werke tut -, keine Furcht soll über sie kommen, noch sollen sie traurig sein.“ (Qur’an 5:69)

„Und Wir haben das Buch mit der Wahrheit zu dir herabgesandt, das bestätigt, was von der Schrift vor ihm da war und darüber Gewissheit gibt; richte also zwischen ihnen nach dem, was Allah herabgesandt hat und folge nicht ihren Neigungen, von der Wahrheit abzuweichen, die zu dir gekommen ist. Für jeden von euch haben Wir Richtlinien und eine Laufbahn bestimmt. Und wenn Allah gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinde gemacht. Er wollte euch aber in alledem, was Er euch gegeben hat, auf die Probe stellen. Darum sollt ihr um die guten Dinge wetteifern. Zu Allah werdet ihr allesamt zurückkehren; und dann wird Er euch das kundtun, worüber ihr uneins waret.“ (Qur’an 5:48)

„Und jedem Volk gaben Wir eine Anleitung zur Opferung, auf dass sie des Namens Allahs für das gedenken mögen, was Er ihnen an Vieh gegeben hat. So ist euer Gott ein Einziger Gott; darum ergebt euch Ihm. Und die frohe Botschaft gib den Demütigen,“ (Qur’an 22:34)

Auch wenn es die vorherrschende Meinung unter Muslimen, dass nur sie das Paradies erlangen können, ist, so müssen sie enttäuscht werden, dass sie den Qur’an entweder nicht richtig gelesen, verstanden oder gelehrt bekommen haben. Viele Muslime haben vergessen oder wissen einfach nicht, was das Wort „Muslim“ eigentlich bedeutet: ein Ergebener Gottes. Und hier ist der Casus Knactus: Deshalb denken sie, dass sie alleiniges Anrecht auf das Paradies hätten.

Diejenigen, die so denken, täuschen sich und haben sich in die Irre führen lassen.

Nur Gott entscheidet, wer ins Paradies oder in die Hölle kommt, nicht der Mensch.

LG und Salam

Hannibal-Nur 🙂

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9 Gedanken zu “Kommen Nichtmuslime nur in die Hölle?

  1. hannibalnur schreibt:

    Ein sehr aufmerksamer muslimischer Leser hat bemerkt, dass man auch auf die Stellen im Qur’an eingehen sollte, auf die sich Muslime beziehen, wenn sie der Meinung sind, dass Nichtmuslime in die Hölle kämen.

    So gibt es zum Beispiel folgenden Vers im Qur’an: „Wissen sie (denn) nicht, dass derjenige, der Allah und seinem Gesandten zuwiderhandelt, das Feuer der Hölle zu erwarten hat, um (ewig) darin zu weilen? Das ist die gewaltige Schande.“ (Qur’an 9:63)

    Möglicherweise wird aus dieser Ayat heraus gelesen, dass Nichtmuslime, laut einiger Muslime, kein Anrecht aufs Paradies hätten.

    Dennoch sage ich: Nur Allah hat das alleinige Recht zu entscheiden, wer nach der Dunya ins Paradies oder in die Hölle kommt.

    Vielen lieben Dank noch einmal an den aufmerksamen Leser. 🙂

  2. Isa Bryan schreibt:

    Also ich bin der Meinung das man nicht pauschal alle Nichtmuslime vom Paradies ausschließen sollte.

    Letzlich bestimmt Gott und so manch einer hat vielleicht gar nichts vom Islam gehört, oder zu unzureichendes bzw. negatives, etc.

    Dennoch lehrt der Islam, dass das Bekenntnis zu Allah als einzigen Gott und Muhammad als Seinen letzten Verkünder von elementarer Bedetung in Hinblick auf das Heil im Jenseits ist.

    Der Quran fungiert quasie als Gnadenangebot Gottes an Seine Schöpfung. Wer es annimmt hat dann auch Gnade zu erwarten, doch wer es ablehnt muss damit rechnen, von der Barmherzigkeit Gottes ausgeschlossen zu werden.

    Gott verzeiht nicht, dass man Ihn bewusst und wider besseren Wissens verleugnet oder gespottet hat. Ebenso nciht, dass man Ihm etwas beigesellt hat oder seiner letzten Botschaft nicht Folge geleistet hat.

    Das muss man ganz klar an dieser Stelle sagen.

    Wer also sich mit dem Islam auseinandergesetzt hat und dennoch im Zustand der Ablehnung dieser Glaubenswahrheit (d.h. des Kuffrs) stirbt, der läuft Gefahr für immer der Hölle anheim zu fallen.

    Dennoch können natürlich auch Muslime für eine mehr oder weniger geartete Zeit als Sühne in die Hölle kommen oder sogar für immer, wenn ihr Glaubensbekenntnis nicht angenommen werden sollte von Gott.

    Man sollte aber dennoch wissen, dass Gott gerecht und gütig ist. Aber Er ist kein Kuscheltier. Bei der Religion geht es um Vergebung/Belohnung und damitverbundene Erlösung auf der einen Seite, sofern man auch die entsprechende Einsicht und Reumütigkeit, Moral, sowie Gottesfurcht bzw. -ergebenheit im Leben an den Tag gelegt hat, oder eben um Verbannung/Bestrafung und der entsprechenden Schmach, wenn man eben ungläubig und/oder unmoralisch durch das Leben gewandelt ist und sich nicht hat ermahnen lassen.

    Der Dschihad gegen unser Nafs ist dabei auschlaggebend, wie auch die Anerkennung Allahs als Herrn. An seinem Ende dieses Weges öffnen sich die Tore des Paradiesgartens.

    Doch wer „sein eigener Herr“ sein möchte und nicht den „siratul-mutaqim“ zu betreiten versucht, der wird für seinen Frevel dann auch die entsprechende Quittung bekommen.

    Gott sagt an diversen Stellen im Quran, dass diese Leute ein schlimmes Ende erwartet und sie für ihren Hochmut bezahlen werden und sich im Grunde nur selber Unrecht antun.

    Wer auf Gott zugeht, dem wird Er auch entgegenkommen und das Sündhafte an uns vergeben, doch wer Gott nicht um verzeihung gebeten hat, dem wird Er auch nicht vergeben.

    Es liegt bei jedem selber, hier seine Entscheidung zu treffen. Für oder wider Gott. Man hat ein ganzes Leben dafür Zeit, doch wenn der Tod dann ist es zu spät. Dann bleiben nur die guten Taten und der Glaube bzw. Gottedienst, der einem zum Wohl gereichen wird.

    Möge Allah gnädig mit uns sein. Amin!

    Zum Schluss möchte ich noch aus dem Anfang der 2. Sure zitieren:

    „Dies ist das Buch Allahs, das keinen Anlaß zum Zweifel gibt, es ist eine Rechtleitung für die Gottesfürchtigen, die an das Verborgene glauben und das Gebet verrichten und von dem ausgeben, was Wir ihnen an Besitz beschert haben und die an das glauben, was auf dich und vor dir herabgesandt wurde und die mit dem Jenseits fest rechnen. Diese folgen der Leitung ihres Herrn und diese sind die Erfolgreichen!“

    oder das Ende der Fatiha:

    „Führe uns den geraden Weg, den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, nicht den Weg derer, die Deinen Zorn erregen und nicht den Weg der Irregehenden.“

    sowie 3:19

    „Wahrlich, die Religion (Din) bei Gott (Allah) ist der Islam (bzw. die Religion der Hingabe an Ihn).“

    In diesem Sinne, ma Salama! Isa.

  3. hannibalnur schreibt:

    Salam Alaikum,

    man sollte sich den Qur’an in diesem Falle (wie auch in vielen anderen Fällen) genau anschauen.

    Hier sind mal ein paar Ayats aus dem Heiligen Qur’an, dass die Gläubigen der Schriften kein Leid erfahren werden und Allah swt zwischen ihnen richten wird:

    Sura 2:62 – „Wahrlich, diejenigen, die glauben, und die Juden, die Christen und die Sabäer, wer an Allah und den Jüngsten Tag glaubt und Gutes tut – diese haben ihren Lohn bei ihrem Herrn und sie werden weder Angst haben noch werden sie traurig sein.“

    Somit kann man durchaus verstehen, dass dies allein Gottes Entscheidung ist, wer und wer nicht ins Paradies kommt, und nicht die von Menschen, die sich selbst dafür angeblich auserkoren fühlen (und davon gibt es leider so einige).

    Des Weiteren gibt es:

    „Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Säbier und die Christen und die Magus und diejenigen, die Götzendiener sind – gewiß, Allah wird am Tag der Auferstehung zwischen ihnen entscheiden; Allah ist ja über alles Zeuge.“ (Sura 22:17)

    „……Unter ihnen gibt es Gläubige, aber die meisten von ihnen sind Frevler.“ (Sura 3:110)

    „Sie sind nicht (alle) gleich. Unter den Leuten der Schrift ist eine standhafte‘ Gemeinschaft, die Allahs Zeichen zu Stunden der Nacht verliest und sich (im Gebet) niederwirft.“ (Sura 3:113)

    „Sie glauben an Allah und den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche und beeilen sich mit den guten Dingen. Jene gehören zu den Rechtschaffenen.“ (Sura 3:114)

    „Und was sie an Gutem tun, das wird ihnen nicht ungedankt bleiben. Und Allah weiß über die Gottesfürchtigen Bescheid.“ (Sura 3:115)

    „Das ist eine Gemeinschaft, die schon vergangen ist; ihr kommt zu, was sie verdient hat und euch, was ihr verdient habt. Und ihr werdet nicht danach befragt werden, was jene zu tun pflegten.“ (Sura 2:114)

    „Und für jede Gemeinschaft haben Wir einen Ritus festgelegt, damit sie den Namen Allahs über den aussprechen, womit Er sie an den Vierfüßlern unter dem Vieh versorgt hat. Euer Gott ist ein Einziger Gott, so seid Ihm ergeben. Und verkünde frohe Botschaft denjenigen, die sich demütigen, denjenigen, deren Herzen sich vor Ehrfurcht regen, wenn Allahs gedacht wird, die
    das standhaft ertragen, was sie trifft, das Gebet verrichten und von dem, womit Wir
    sie versorgt haben, ausgeben.“ (Sura 22:34-35)

    „Und unter dem Volk Musas ist eine Gemeinschaft, die mit der Wahrheit rechtleitet und nach ihr gerecht handelt.“ (Sura 7:159)

    „Wenn sie nur die Tora und das Evangelium und das befolgten, was zu ihnen (als Offenbarung) von ihrem Herrn herabgesandt wurde, würden sie fürwahr von (den guten Dingen) über ihnen und unter ihren Füßen essen. Unter ihnen ist eine gemäßigte Gemeinschaft; aber wie böse ist bei vielen von ihnen, was sie tun.“ (Sura 5:66)

    „Und du wirst jede Gemeinschaft kniend sehen. Jede Gemeinschaft wird zu ihrem
    Buch gerufen: „Heute wird euch das vergolten, was ihr zu tun pflegtet.“ (Sura 45:28)

    „Für jede Gemeinschaft haben Wir einen Ritus festgelegt, den sie (zu) vollziehen (haben); so sollen sie mit dir nicht über die Angelegenheit streiten. Und rufe zu deinem Herrn. Du verfährst fürwahr nach einer geraden Rechtleitung.“ (Sura 22:67)

    Wasalam

    Hannibal-Nur

    • Isa Bryan schreibt:

      Wa Aleykum Selam,

      Natürlich ist es Gottes Entscheiduing, dennoch können wir als Empfänger von göttlicher Botschaft aber ein Stück weit wenigstens nachvollziehen, was der Wille Gottes ist.

      Das ist ja die Intention des Gotteszeugnis, nämlich dass die Menschen eine Ahnung bis hin zu recht eindeutigem Wissen sogar erlangen, was SAche ist in Hinblick auf die Religion und das Seelenheil.

      Die Metaphysik soll eben kein Mysterium sein, sondern sich den Menschen klar erschließen.

      Wir können natürlich nicht aus unserer Lust heraus entscheiden wer in die Hölle kommt und nicht, aber genauso wenig können wir aus unserer Lust heraus das Urteil Allahs in Frage stellen. Vor allem auch noch wenn wir von uns behaupten, an die Worte Allahs zu glauben.

      Wenn Allah also den Quran als Gnadenangebot vorgibt und es zur Vorraussetzung macht dieses Angebot im Diesseits anzunehmen, um das Heil im Jenseits zu efahren. Dann ist dies so und dann können wir uns auch als Menschen erlauben hier ganz klar im Namen Allahs eine eindeutige Aussage diesbezüglich zu vertreten. Denn wir reden ja nicht von unseren Gelüsten in dem Fall und maßen uns an Gott zu spielen, sondern geben ja nur wieder, was Gott tatsächlich den Menschen aufgetragen hat.

      Der Quran versteht sich dabei, wie jede vorhergie Offenbarung auch zum einen als gute Botschaft, aber auch als Ermahnung bzw. Warnung.

      Klar kann es besondere Situationen, Ausnahmen, etc. geben in denen auch Nichtmuslime die Chance auf das Paradies nicht gänzlich verwehr bleibt. Das wäre vermeßen zu verneinen, da Allah nunmal der Gott aller Menschen ist und ebenso gerecht und gnädig.

      Aber er hat eine klare Ansage im Quran gemacht und wer sich wirklich mit dem Islam auseinandergesetzt hat und in vollem Bewusstsein diese Botschaft verwirft, der wird ganz klar in Cehennem landen. Da brauchen wir uns nichts vorzumachen ode zu beschönigen und müssen da auch klar drauf hinweisen. Gerade ja auch weil wir eben dies nicht wollen. Nämlich das wir oder andere da landen. Aber letzlich ist natürlich jeder sich seines Glückes Schmied. Wen Allah rechtleitet, für den gibts keine Irreführung und umgekehrt.

      ma Salama,
      Isa.

  4. hannibalnur schreibt:

    Salam Alaikum Isa,

    Deinen Kommentar kann ich zum großen Teil übereinstimmen, dennoch widerspreche ich Deinem letzten Absatz. Da werden wir wohl unterschiedlicher Meinung sein und eventuell auch bleiben, Allahu Alleem. Es gibt viele Nichtmuslime, die wissen, dass es die Religion Islam gibt, die muslimische Freunde, Bekannte oder Arbeitskollegen haben, aber sich mit der Religion nicht beschäftigen und auseinandersetzen, weil sie ihre eigenen Grundsätze haben, die auch religiöser, aber auch nicht-religiöser Natur sein können. Diese Idee, die manche Muslime haben, dass alle Menschen, die wissen, dass die Religion Islam existiert, sich aber nicht damit beschäftigen und nicht zum Islam kommen, in der Hölle landen, kann ich absolut nicht teilen und wehre mich ganz explizit dagegen. Weise Worte im Qur’an sollten mit Vernunft und nicht mit dem Nafs gelesen und verstanden werden. Das dies nicht einfach ist, da man sich dabei selbst durchleuchtet und sein eigenes Ich präsentiert bekommt, ist nachvollziehbar, aber nichtsdestotrotz ist der Qur’an genau eben dafür da. Für Allah sind die Dinge nicht so schwarz-weiß, wie sie anscheinend für einige (inbesondere) Muslime sind. Genau dieses schwatz-weiß denken möchte ich vermeiden, denn es funktioniert nicht, auch wenn der Mensch es sich gerne einfach machen möchte. Jeder ist seines Glückes Schmied. Was aber ist, wenn jemand zum Islam findet, sich aber dann wieder abwendet? Ich kenne einige, die aufgrund solcher engstirnigen MuslimInnen, sich vom Islam wieder abgewandt haben. Dann wäre Dein letzter Satz ja nicht richtig für Dich, denn wenn Allah rechtgeleitet haben sollte, dann dürfte die Person, die in den Islam kommt, ja nicht dermaßen irregeleitet werden, um wieder aus dem Islam zu gehen. Genau wegen solcher MuslimInnen, die eben diese stark traditionellen Ansichten haben (was für mich in Ordnung ist, solange sie sich nicht im alleinigen Recht sehen, was aber leider die meisten tun), verlassen viele den Islam wieder. Oder es wird ihnen entweder extrem schwer gemacht im Glauben zu bleiben, außer es wird ihnen eingebläut, dass sie gefälligst den (nach ihren Maßstäben) richtigen Weg wiederfinden sollten.

    Gestern ist an mir schriftlich Takfir begangen worden, Isa. Da ich die Meinung habe, dass Nichtmuslime aufgrund ihres Nichtmuslim-Seins nicht automatisch in die Hölle kommen, wurde mir beschert, dass ich mich mit dieser Einstellung aus dem Islam katapultiert hätte. Diese Person hätte sich ein wenig genauer mit den heiligen Quellen beschäftigen und nicht einseitig lesen sollen, denn dann wäre sie zu der Erkenntnis gekommen, dass es nicht so schwarz-weiß ist, wie sie es sich vorstellt. Die Quellen, warum ich das so sehe, habe ich oben aufgeführt, von daher muss ich sie nicht wiederholen. Ich habe mich eingehend damit beschäftigt, da ich aus einer nichtmuslimischen Familie stamme, und mir nicht nur mein Seelenheil wichtig ist. Nur, aber auch NUR GOTT entscheidet, wer von uns ins Paradies eingeht oder in die Hölle kommt. Viele von uns haben nicht einmal einen blassen Schimmer, was das Paradies oder die Hölle beinhalten, deshalb ist es auch klug, wenn man sich mit dem Jenseits metaphysisch und spirituell beschäftigt. An die Bratpfannenhölle glaube ich nicht, aber genau diese wird ja gerne von bestimmten Glaubensgeschwistern gepredigt. Damit kann ich nichts anfangen. Wir alle, egal ob Muslim oder Nichtmuslim, sind für unsere Taten, Gedanken und Aussagen ganz allein verantwortlich, und wir müssen uns für all diese am Jüngsten Tag rechtfertigen. Der Weg ins Paradies oder in die Hölle ist nicht so einfach, wie einige scheinen zu glauben. Für mich ist es obsolet, wenn ein Muslim/ eine Muslima mir versucht einzubläuen, dass es vorprogrammiert ist, dass so und so automatisch in die Hölle kommt. Weder ist das so einfach, noch entscheidet der Mensch das (das wäre ja gruselig, so gemein und hinterlistig, wie der Mensch leider ist), sondern nur Gott allein, alhamdulillah.

    Wasalam

    Hannibal-Nur

    • Isa Bryan schreibt:

      Aleykum Selam,

      ich will auch nicht darauf beharren, dass jeder der vaage mal vom Islam gehört hat oder mit dem Islam zu tun hatte, automatisch der Hölle anheim fallen wird.

      Mir ging es mehr um die Leute, die hier intensiver sich mit der Religion auseinandergesetzt haben und aus voller Überzeugung sich dem Islam verwehren.

      Diese sind es, die sich selber bei Gott disqualifiziert haben und wenn sie in diesem Zustand sterben auch keien Gnade von Gott erwarten können.

      PS: Sicher sind Hölle und Paradies über unserr Vorstellungskraft. Von Gott geschaffene Welten/Dimensionen, die aber für uns reserviert sind. Jede Seele, egal ob Mensch oder Jinn wird entweder in den „Paradiesgarten“ gelangen oder dem „Höllenbrand“ anheim fallen. Dies ist natürlich eine stark vereinfachte Beschreibung dieser Welten und der darin uns erwartenden physischen und psychischen Umstände. Aber Fakt ist, dass diese jenseitigen Sphären existieren und wir mit deren Realität als Final des Jüngsten Tages bis in die Ewigkeit hin konfrontiert werden.

      Fakt ist auch, dass uns in der Hölle Bestrafung, seelische Schmach und körperliche Pein erwartet, während es im Paradies die absolute Glückseligkeit ist.

      Insofern darf man sich sicher nicht nur auf plumpe Beschreibungen der „Bratpfannenhölle“ beschränken. Es ist schon etwas komplexer, aber die Grundintention ist ist NICHT falsch. Und das ist der Glaube der Muslime! Wer die Hölle nur als „seelischem Getrenntsein von Gott“ oder so im metaphorischem Sinne interpretiert, so wäre das schon eine äußerst häretische Denkweise.

      ma salama,
      Isa

  5. hannibalnur schreibt:

    Salam Alaikum Isa,

    ich halte von dieser Grundintention nichts, denn der Islam hat für mich eine weitreichendere Bedeutung als dieses typische „Gut und Böse“-Prinzip, welches im Übrigens sehr weit auch im konservativen Christentum verbreitet ist. Als MuslimIn muss man sich nicht nur mit dem zufrieden geben, was andere versuchen einem aufzudrücken, sondern selbst recherchieren und hinterfragen. Nicht umsonst wird uns durch die Schriften nahe gelegt uns Wissen anzueignen und nicht anderen etwas nachzuplappern, sondern sich selbst auch schlau zu machen. Persönlich verbinde ich alles mit Gott, auch das Paradies, und gar die Hölle. Aber ich konzentriere mich mehr auf das Metaphysische und Spirituelle als das Körperliche, denn im Endeffekt sind diese Qualen (oder im wahlweise im Paradies Freuden) dadurch viel intensiver bestimmt zu erleben. Der Körper ist nur eine Hülle…die Seele aber eben nicht. Was währt also länger?

    Wasalam

    Hannibal-Nur

  6. Isa Bryan schreibt:

    Aleykum Selam

    natürlich darf man nicht alles nachplappern und soll recherchieren, aber wenn etwas von Gott im Quran entsprechend dargelegt ist, dann ist dem nunmal so und unser diesseitiger Körper wird in der Tat vergehen, aber Allah wird unsere Seele ja wieder in einen neuen Körper am Tag der Aufertehung stecken und Paradies und Hölle werden physische Dimensionen sein, so wie diese Dunya auch. Wenngleich die Gegebenheiten in Ahiret natürlich kaum mit dem hier und jetzt verglichen werden können.

    Letzlich ist es sicher ein komplexes Gefüge, aber dennoch stark vereinfacht ausgedrückt ein Gut-Böse-Gegensatz zwischen dem wir agieren. Auf der einen Seite der Ruf zu Batil, das eigene Nefs, die Vesves von Seytan in dieses und damit ganz einfach das Schlechte in und um einen. Die Abgründe der eigenen Seele, mit denen es gilt umzugehen. Dafür muss man aber Empfägnlich für die Huda von Allah sein. Man muss sich im Klaren sein, was einen erwartet, denn deswegen hat des Allah offenbart. Aber dennoch streben wir nicht nur nach Gutem und begehen Ibadet wegen der Belohnung bzw. Bestrafung. Sondern auch weil wir schlicht davon überzeugt sind das es richtig ist und richten uns nach den göttlich-prophetischen Geboten, weil wir Allah und Seinen Gedandten s.a.v. lieben und uns auf dieser Ebene nicht nur nach Vergebung, sondern auch Verbundenheit mit Gott sehnen.

    ma Salam
    Isa.

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