7. Februar – Todestag der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü

„Ehrenmorde“ verhindern!

TERRE DES FEMMES gedenkt mit Aktionen dem „Ehrenmord“-Opfer Hatun Sürücu

*Kranzniederlegung am Dienstag, den 07. Februar 2012 um 09.30 Uhr*

Am Dienstag, den 7. Februar, jährt sich der Todestag der Deutsch-Türkin Hatun Sürücü zum siebten Mal. Sie wurde mit 23 Jahren von ihrem jüngeren Bruder auf offener Straße in Berlin-Tempelhof erschossen, weil dieser damit die Ehre der Familie retten wollte.

Ein Gedenkstein an der Oberlandstraße/Haltestelle Oberlandgarten erinnert an die blutige Tat. Im Gedenken an Hatun Sürücü und zur Mahnung an all die anderen namenlosen Betroffenen werden am 07. Februar am Gedenkstein Kränze und Blumen niedergelegt.

Bereits am vergangenen Sonntag, den 05. Februar 2012 luden TERRE DES FEMMES und die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg Frau Petra Koch-Knöbel zur Vorführung des preisgekrönten Dokumentarfilms „Verlorene Ehre – Der Irrweg der Familie Sürücü“ mit anschließender Diskussion mit den Regisseuren Matthias Deiß und Jo Goll ein. Trotz der Kälte war die Veranstaltung mit ca. 50 Personen sehr gut besucht.

Zur Begrüßung erklärte die Fachreferentin von TERRE DES FEMMES, Monika Michell, warum es wichtig ist, das Gedenken an Hatun Sürücü wachzuhalten. Zum einen war dieser tragische Fall der erste öffentlich wahrgenommene „Ehrenmord“ in Deutschland, der viele Diskussionen und positive Initiativen nach sich zog. Gleichzeitig werden jedoch immer noch Mädchen und junge Frauen im Namen der Ehre unterdrückt, zwangsverheiratet und ermordet.

Im Anschluss daran wies Petra Koch-Knöbel ebenfalls auf die Wichtigkeit hin, die Öffentlichkeit auf das Problem von Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren. Ausschlaggebend für sie, sich aktiv dagegen einzusetzen, war eine in Berlin durchgeführte Studie. Diese ergab, dass allein im Jahr 2007 378 Mädchen oder junge Frauen Beratung wegen einer drohenden oder bereits vollzogenen Zwangsheirat gesucht haben. Abschließend betonten die Regisseure Jo Goll und Matthias Deiß, dass sie mit ihrem Film eine rein objektive und nicht wertende Betrachtung der Geschehnisse darstellen, die jeden Einzelnen zum Nachdenken anregen soll.

Im Anschluss der Dokumentation kam es daher auch zu einer regen Diskussion zwischen Publikum und Regisseuren, unter anderem über persönliche Empfindungen der Regisseure sowie mögliche Konsequenzen des Films. Ein großes Dankeschön an alle, die zum Gelingen des rundum erfolgreichen Abends beigetragen haben!
Der Hintergrund zum Mord an Hatun Aynur Sürücü im Jahr 2005:
http://frauenrechte.de/online/index.php/themen/gewalt-im-namen-der-ehre/aktuelles/671-der-hintergrund-zum-mord-an-hatun-aynur-sueruecue-im-jahr-2005-.html

Honor Killing/Ehrenmord: Demonstration for Hatun Sürücü, February 7, 2009 DE EN:

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s